Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 39 (1875)
- Issue
- Heft 52 (21.12.1875)
- Date
- 1875-12-21
- Page
- Seite 854 (sequence 16)
- Language
- German
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854 Höchst interessante ^Eositätll Ringen de Machte Novelle aus dem östlichen Judenthum von I. Bonn et, Pastor in Köln. 3ntcrtonfcfTtonellI! Eicg. broscb. 3 m. so. Interkonfessionell!! (Hu. 1283 a.)Diedr. Soltau'ö Verlag in Norden. Aür ein junges Mädchen, das Äffern eine Ausbildungs-Anstalt für Erzieherinnen verlädt und etwas musikalisch ist, suche ich zu der erwähnten Zeit, in einem Haufe mit koscherer Wirthfchaft, eine Stelle als Erzieherin bei jüngeren Kindern. H. AI. Hirsch _in Güstrow (Mecklbg) Wellesley House, Wellington Road. Brighton. Diese in England wohlbekannte, seit langen Jahren existirende jüdische Pensions-Schule empfiehlt sich ganz besonders der Aufmerksamkeit deutscher Eltern, die ihren Söhnen die Gelegenheit zu verschaffen wünschen, die englische Sprache schnell und gründlich zu erlernen. Brighton ist prächtig gelegen am Kanal, erfreut sich des schönsten Klimas und ist in jeder Beziehung für Erziehungs - Anstalten geeignet. Um Näheres wende man sich gefälligst an den Prinzipal Herrn 8. Barczinsky._ lleidel berg. Gasthof zum goldenen Ross. Eigenthümer: M Witsenhausen. Neu und comfortable eingerichtet. Streng religiös. Den verehrlichen Reisenden bestens empfohlen, sowie zur Abhaltung von Hochzeiten und Festlichkeiten aller Art. Edle Glaubensgenossen! Bereits einmal erlaubten wir uns Euern gütigen Beistand zur Aushülfe aus unserer Bedrängniß anzurufen, und sind uns auch von manchen Leiten Zeichen edler Glaubensgesinnung theils einzelner Ge« mcinden, rbcrls einiger Privatleute geworden; beklagenswerrh ist cs nur, daß gerade unsere Provinz zum allergrößten Theil sehrwenig Interesse an unserm Verfall nimmt, zumal hiesige Gemeinde in früherer Bliithe sich niemals ausschloß, wenn es galt, irgendwo behülflich zu sein. Es sind uns bis jetzt circa 1000 Mark zugegangen, worüber wir einstweilen den freundlichen, edlen Gebern unfern herzlichsten Dank aussprechen, und später darüber noch öffentlich quittiren werden. Bon dieser oben genannten Summe mußten wir circa 700 Mark zu den aller dringend nochwendigster» Reparaturen verwenden und haben wir 300 Mark einstweilen ats Abschlagszahlung auf unsere Hypothekcnschuld von 2700 Mark an unfern Gläubiger gezahlt, welcher jedoch durchaus auf die Tilgung bis auf 1500 Mark beharrt, wiedrigenfalls er die angetragene Lubhastation vollstrecken läßt. Liebe Brüder'.! ircz -ib a-’-m-itt rtiSTia Vrtr-cr: bn Wir bitten daher, stehet nicht zurück und helfet, so lange noch zu helfen ist; der guw Gott wird es Euch sicher lohnen. ' 772N7277 tritt Schirtvmdt, den 22. Nov. 1875. .laTÄTzr. tnsn Der Vorstand der Synagvgengcmeinde. I Silbcrnrann. D. Bernstein. Erwitte, den 4/21. Herr L. Mandel in Lippstadt hat dem Herrn Oberlehrer Blumenthal in Emden bei dessen Anwesenheit im October c. in Lippstadt mitgetheilt, daß mein unglücklicher Bruder, der erblindete Lehrer S. Wolfsdors in Lippstadt, sehr gut sehen und seinen Berus wahrnehmen könne. Auf Hrn. Blumenthals Veranlassung ist daher das nachfolgende Zeugniß des Herrn Kreis-Physikus vr. Flitner extrahirt, das ich hiermit der Oefsentlichkeit übergebe, um die Behauptung des Hrn. Mandel auf ihren wahren Werth zurückzuführen. Lehrer R. Wolfsdorf. Hierauf das anliegende Zeugniß: Abschrift. Am 24. October 1875 erschien der jüdische Lehrer außer Diensten, Salomon Wolfsdorf, 46 Jahre alt, gebürtig aus Madfelv im Kreise Brilon, beantragte die ärztliche Untersuchung und Ausstellung eines Physikatszeugnisses über sein Augenleiden. Derselbe deponirt, daß er im Jahre 1866 von einer Augenkrankheit heimgesucht wurde, die mit vollständiger Erblindung beider Augen endete. Eine von vr. Mooren in Düsseldorf ausgeführte Staaroperation hat das Sehvermögen nicht wieder Herstellen können. Meine eignen Wahrnehmungen ergeben, daß im rechten Auge eine totale Trübung und Verkalkung der Linse vorhanden ist und im linken Auge die Staaroperation mittelst der peripherischen Linearextraction vollzogen ist. In dem operirten Auge laßt durch die ophthalmoskopische Untersuchung eine Ablösung der Netzhaut erkennen. Aus der Prüfung des Sehvermögens resultirt, daß weder Finger oder Bewegungen der Hand, noch der Ort einer Lichtquelle wahrgenommen werden können. Hiernach gebe ich mein Gutachten dahin ab, daß der p. Salomon Wolfsdors auf beiden Augen vollständig erblindet ist und eine Wiederherstellung seines Sehvermögens niemals zu erwarten ist. Ich versichere diensteidlich, daß ich die Angaben des Untersuchten richtig in dieses Attest ausgenommen und meine Wahrnehmungen der strengsten Wahrheit gemäß registrirt habe, namentlich auch, daß ich mein Gutachten nur allein aus Grund meiner Wahrnehmungen abgefaßt habe. Lippstadt, 24. October 1875. Der Kreisphysikus gez. vr. Flitner. (L. S.) P. P. An das inserirende Publikum richten wir die Bitte, zur Vermeidung von frrfhümern, die in seinen Annoncen corkommenden hebräischen Worte am liebsten mit Quadratschrift oder sehr deutlicher hebräischer Courrentschrift zu schreiben. Leipzig, im December 1875. Baumgartner s Buchhandlung. Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirschfeld. Verantwortlicher Redacteur vr. L. Philipp son.