Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 39 (1875)
- Issue
- Heft 49 (30.11.1875)
- Date
- 1875-11-30
- Page
- Seite 803 (sequence 17)
- Language
- German
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803 Ein junges Mädchen (Israelitin), welches im Maschinen- Nähen, sowie in allen Hand- und Hausarbeiten erfahren ist, sucht zur Stutze der Hausfrau oder in einem feinen Geschäft als Verkäuferin Stellung. (v. 9064.) Gest. Offerten erbeten unter A. B. 80. durch die Annoncen- Expedition von G. L. Daube & Co., Nordhausen. Spielwerke 4 bis 200 Stücke spielend; mit Expression, Mandoline, Trommel, Glockenspiel, Castagnetten, Himmelsstimmen :c. Spieldosen 2 bis 16 Stücke spielend, NeceMires, Cigarrenständer, Sckweizerhäuschen, Photographiealbums, Schreibzeuge, Hanrschuhkasten, Briefbeschwerer, Cigarren - Etuis, Tabaks- und Zündholzdosen, Arbeitstische, Flaschen, Biergläser, Portemonaies, Stühle :c., alles mir Musik. Stets das Neueste empfiehlt I. Heller, Bern. Jllustrirte Preiscourante versende franco. Nur wer direkt bezieht, erhält Hellersche Werke. In dem israelitischen Taubstummen-Jnstitut zu Fnrskenwalde (zwischen Berlin u. Frankfurt a O.) finden taubstumme Kinder bei gewifienhafter, liebevoller Pflege freundliche Aufnahme. Die Zöglinge werden durch eine sorgfältige Erziehung und durch Unterricht in allen erforderlichen Lehrgegenständen und Handarbeiten zu bürgerlicher Brauchbarkeit und zu sittlich religiösen Menschen herangebildet. Selbstverständlich geht mein Hauptstreben dahin, die Kinder so viel als möglich zu entstammen, sie zum lauten Sprechen und Ablesen des Gesprochenen vom Munde Anderer zu befähigen. M Reich, Vorsteher des Taubstummen - Institutes zu Fürstenwalde. Ein gebildeter Kaufmann aus einer der schönsten der nördlichen Hauptstädte, Israelit, freisinnig, 37 Jahre alt, von angenehmen. jugendlichem Aeußerm, zarter Natur, der ein jährliches Einkommen von 20,000 Reichsmark als Theilhaber in einem soliden Geschäfte hat und bekannt und geachtet in der Gesellschaft ist, sucht sich eine Lebensgefährtin aus guter Familie, die eine sorgfältige Erziehung genosien und entsprechendes Vermögen besitzt. Doch ist letzteres keineswegs Hauptsache, sondern Herzensbildung und heileres zufriedenes Naturell, das nicht von Launen abhängig. Der Suchende, selbst weicher Natur, ist etwas nervös reizbar und spricht mit Offenheit aus, was er wünscht und was er zu bieten hat. Reflectirende oder deren Vormünder belieben sich zur Eröffnung einer Correspondenz sub J. O. 8543. an Rudolf Jloxse in Berlin S. W . zu wenden. (B. S7S0.) Discretion Ehrensache. Cingesandt. Sulzbürg in der Oberpfalz. Am 6. November wurde in unserer Gemeinde ein seltenes Fest gefeiert. Die hiesige israelitische Cultusgemeinde ehrte ihren Rabbiner, Herrn vr. Löwenmayer, dadurch, daß sie sein 25jähriges Amtsjubiläum in solenner Weise feierte. Schon in der Frühe waren alle Häuser der Israeliten decorirt und beflaggt. Nachmittags 1 Uhr sammelten sich vor der Wohnung des Herrn Cultusvorstandes Heinrich Burger sämmtliche israel. Bewohner, die Schuljugend in Begleitung ihres Lehrers; ferner als Ehrengäste die Geistlichen der beiden christl. Confessionen Sulzbürgs, der Bürgermeister mit einigen Verwaltnngsmitgliedern, die Lehrer aller drei Confessionen, der Commandant der Feuerwehr, sowie der zur Mitbetheiligung an der Feier eigens hierher gekommene Cultusvorstand von Neumarkt, Herr S. Oettinger, nebst Herrn Lehrer Friedmann aus Neumarkt. Unter Borantritt eines Musikchores bewegte sich der Festzug zur Wohnung des Jubilars, woselbst Herr Cultusvorstand Burger mit einer sehr inhaltsreichen Ansprache das prachtvolle Ehrengeschenk der israel. Gemeinde Sulzbürg dem Jubilar durch eine Schülerin mit einer enffprechenden Anrede überreichen ließ. Der Jubilar, von den Ortsgeistlichen in die Mitte genommen, verfügte sich sammt dem Festzuge in die Synagoge, wo zunächst von der Schuljugend unter Leitung ihres Lehrers ein Choral gesungen wurde; dann recitirte der Rabbiner drei Dankpfalmen, darauf folgte eine angemeffene Anrede des Lehrers an den Jubilar, an welche sich eine nach Form und Inhalt meisterhaft gehaltene und vorgetragene Rede des Protest. Pfarrers Holzinger anreihete. Hierauf hielt der Jubilar selbst seine Festrede über das Thema: „Was hab’ ich in dieser Gemeinde in einem 25-, beziehungsweise 37-jährigen Zeitraum als Lehrer u. Rabbiner erstrebt und gewirkt?“ Nach dieser Festrede wurde die gottesdienstliche Feier mit der Recitirung des 136.Psalmes geschloffen. Dann verfügte sich der Festzug in das schön decorirte Gasthaus, woselbst die Ehrengaben von den drei Filialgemeinden Regensburg, Neumarkt und Thalmessingen dem Jubilar sammt ihren Adressen überreicht wurden. Der Nachmittag verlies in der heitersten, gehobensten Stimmung und unter Ausbringung vieler Toaste, in welchen dem so vielseitigen Wirken des Jubilars in religiöser, pädagogischer und staatsbürgerlicher Hinsicht Ausdruck gegeben wurde, am alleransprechensten und beredtesten von Herrn Pfarrer Prandl. Erst in später Nacht fand das Fest, bei welchem kein einziger Mißton vernommen wurde, und die Brüderlichkeit der Confessionen einen so erhebenden Triumps feierte, seinen würdigen Abschluß niit einem Nachtständchen, das dem Jubilar ausgebracht wurde. Vertag von Banmgärtner’s Bnchhandhmg. JP/nlippson. fir. Ludwig, kleiner Katechismus der israelitischen Religion. 2. Auflage. Preis 40 Pf. -, Kleiner Katechismus der Geschichte Israels (bis zu unserer Zeit), der Bibelkunde, der Landeskunde des alten Palästina und der jüdischen Liturgik. Preis 55 Pf. Heidelberg. Gasthof zum goldenen Ross. Eigenihümer: 5R 35>itfeitbaufen. Neu und comfortable eingerichtet. Streng religiös. Den verehrlichen Reisenden bestens empfohlen, sowie zur Abhaltung I von Hochzeiten und Festlichkeiten aller Art. 49