Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 34 (1870)
- Issue
- Heft 35 (30.8.1870)
- Date
- 1870-08-30
- Page
- Seite 695 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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695 Wir preisen die erhabene Lehre unserer Religion, welche lehrt, daß die Gerechten aller Nationen, ohne Unterschied des Glaubens, ein ewiges Leben und dauernde Seligkeit genießen werden. Der göttliche Beseht, die erhabenste Stelle der Bibel „Du sollst lieben Deinen Nächsten wie dich selbst" erstreckt sich auf die ganze Menschenfamilie ohne Unterschied der Race oder des Glaubens. Bürgerliche und religiöse Freiheit und daher die Trennung von Kirche und Staat sind die unveränderlichen Rechte der Menschen, und wir betrachten sie als die schönsten Blüthen in der Constitution der Bereinigten Staaten. Wir lieben und verehren dieses Land als unsere Heimath und Vaterland für uns und unsere Kinder, und halten es deshalb für unsere gebotene Pflicht, die Regierung zu unterstützen und zu fördern, durch alle Mittel das System der freien Erziehung zu begünstigen, indem wir den Religionsunterricht der Sorge der verschiedenen Genossenschaften überlassen. Wir erwarten die allgemeine Erhebung und Verbrüderung der menschlichen Familie von der Wissenschaft, der Moralität, der Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrheit. Unterzeichnet: Di*. I. Mayer, Präsident, Cleveland; Dr. M. Lilienthah Cincinnati; Dr. Ad. Hübsch, New- Jork; I. M. Wise, Cincinnati; Dr. S. M. Sonneschein, St. Louis; Dr. L. Kleeberg, Louisville: Dr. L. Adler, Chicago; Dr. S. Tuska, Memphis; Dr. I. Kalisch, New-Zork; Dr. M. Fluegel, Quincy; G. M. Cohen, Cleveland; A. L. Mayer, Richmond, Ba; Dr. Goldhammer, Cincinnati. Japan. Aokohama, im Juni. Bekanntlich sind die einheimischen Juden von China im Innern dieses ungeheuren Reiches dem Aussterben nahe, da Armurh und Unwissenheit ihnen die Erinnerungen an ihren Glauben und ihre Abstammung fast ganz ausgelöscht haben. Auf den Inseln des japanesischen Reiches haben niemals Juden gewohnt, wenigstens ist bis jetzt keine Spur aufgefunden worden. Dafür wandern jetzt in China und Chapan europäische Juden ein. Das „Echo du Japan" schreibt vom obigen Platze: Es giebt hier eine europäische Colonie, worunter sich viele Israeliten befinden. Herr L. Strauß, belgischer Consul, ist zum Mitglied der Commission ernannt worden, welche mit Verwaltung des europäischen Gottesackers beauftragt ist. Auf den Einwand eines Geistlichen, daß die Israeliten nicht in der Commission vertreten sein dürften, weil sie keinen Rabbiner hätten, antwortete Herr Strauß: Wer sagt Ihnen denn, daß sie nicht bald einen solchen haben werden? Anzei gen. Die hiesige Lehrer und Cantorstelle, welche mit einem Einkommen von 250 Thlrn. verbunden, soll zum l.October er: anderweit besetzt werden. Bewerber, welche unverheirathet, und gute Zeugnisse besitzen wollen sich baldigst schriftlich bei mir melden. Reisekosten werden nickt vergütet. - Bor gentreich, 25. Juli 1870. Der Vorsteher: _G Löwenfiein._ Gesucht wird ein tüchtiger Hauslehrer zu Ende October e. gegen hohes Salair bei freier Station. Franco - Offerten unter A. 110 besorgt die Expedition dieses Blattes. Offene Lehrerftelle. An unserer Gemeindeschule ist die mit 400 Thlrn. dotirte Stelle des ersten Lehrers vacant. Bewerber, welche befähigt sind, hebräischen Unterricht zu ertheilen, und Schüler für die Quarta eines Gymnasiums vorzubereiten , haben ihre Zeugniffe uns ftei einzureichen. Reisekosten werden nicht vergütet. Lublinitz lOber-Schlesien), d. 18. August 1870. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Für die hiesige, kleine Synagogen-Gemeinde wird ein unverheiratheter Religions- und Elementar-Lehrer, der auch die Functionen eines Cantors zu verrichten hätte, gesucht, Neben einem fixen Gehalt von 200 Thalern pro anno ist demselben hier Gelegenheit geboten, sein Einkommen durch Privat-Unterricht auf 300—350 Thlr. zu erhöhen. Eintritt am 1. Octbr. c. Reflectanten wollen sich, unter Angabe ihres bisherigen Wirkungskreises, an den Unterzeichneten wenden. Enger (Westfalen). Der Vorstand _A. G Borreuter. Zum 1. Mercheschwim sucht die hiesige israelitische Gemeinde einen befugten Cultusbeamten, der als Schächter, Lehrer und Borbeter fungirt. Reslectanten wollen sich freundlichst baldigst melden beim Borstand. Crivitz in Mecklenburg. Zu den bevorstehenden h. Festtagen wünscht ein junger Prediger — Dr. pliil. — gegen mäßiges Honorar die Predigten zu übernehmen. Offerten beliebe man schnellstens an die Expedition dieser Zeitung unter Chiffre L. H. zu richten.