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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-09-29 · Heft 40 (29.9.1863) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 40 (29.9.1863)
Date
1863-09-29
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Beilage zu No. 41) d. Allg. Ztg. des Zudenth. Hochgeehrter Herr Nedacleur! Ew. Ehrwürden beseeltes Streben und Wirken für die Regeneration unserer Glaubensbrüder in allen Ländern und Zonen, wo immer deren angctroffen werden, erstreckte sich auch über unsere Gemeinde. Ihr weiser Rath leitete uns bei der Wahl dessen, den wir einst aus dem Auslände berufen zur Verkündigung der Wahrheit Gottes in ihrer Lauterkeit und Reinheit im Gotteshause und im Lchrhausc; und als der Hr. Di*. Lilienthal schon nach kurzer Zeit durch die bekannte höhere Mission uns verlassen hatte, da sandten Sie uns wieder einen Mann, — Hrn. Dr. Neumann — dem es gar bald gelungen, das in sich Zerfallene wieder aufzurichten und sich die Herzen zu gewinnen. Als Beweis dessen glauben wir nur anführen zu dürfen, daß er 1854 mit dem Amte eims Rabbiners bettaut wurde, während er schon 1852 bei dem Hrn. General-Gouverneur der Ostsee-Provinzen zum Beamten für besondere Aufträge ernannt worden war. Kein Wunder daher, daß er uns, während wir so glücklich waren, ihn nunmehr 20 Jahre in unserer Mitte zu haben, unendlich theuer geworden. Denn er war nicht nur der Gemeinde Prediger und Rabbiner, er gehörte vielmehr mit ganzem Herzen ihr an, inreressirte sich nicht nur für deren Angelegenheiten im Ganzen, sondern war stets opferwillig bereit, nach Möglichkeit jedem Einzelnen zu rächen, zu helfen, und wo immer eine Trennung oder Spaltung im Entstehen war, da bot er alles auf, jede Differenz auszugleichen, geschweige denn Stteit und Zwist zu verhüten. Es war daher nicht blos das lebendig beredte Wort seiner Predigten, sondern sein Leben selbst, durch daS er zum Wohlgefallen Gottes und der Menschen segensreich gewirkt für uns, die wir der Rigaschen Ebräcrgemeinde angehören, und für andere. Aus angebogner Zuschrift werden Sie aber entnehmen, daß auch er nunmehr — nach St. Petersburg berufen — uns verläßt. Während nun die ganze israelitische Bevölkerung des großen russischen Reiches über die Tragweite seiner Ernennung, resp. der Allerhöchst gnädigen Bestätigung zum dortigen Rabbiner erfreut ist, müssen wir es einerseits innig bedauern, ihn, den wir den unfern nennen, von uns scheiden zu sehen. — Möge Gott unsere Gebete für ihn erhören, seine Gesundheit kräftigen und stärken! Möge es ihm auch an dem neuen Orte seiner Bestimmung gelingen, solche Liebe und Anhänglichkeit zu gewinnen, wie er in unser aller Herzen für immer zurückläßt. Wie cs mit der Wiederbesetzung seiner Acmter gehalten sein wird, ob von einem inländischen oder ausländischen Eandidaten, wissen wir noch nicht. Sollte aber —wie wir nicht bezweifeln — mit höchster Genehmigung wieder ein Ausländer berufen werden dürfen, so werden wir uns erlauben, wieder an Ew. Ehrwürdcn uns zu wenden, damit wir durch Ihre Empfehlung sicher sein werden, in der Hoffnung und Erwartnng betreffs dieser heiligen Sache uns nicht getäuscht zu sehen. Empfangen Sie schließlich, Hochgeehrter Herr Rabbiner, unseren tiefgefühlten Dank, gleichzeitig aber auch unsere Glück- und Segenswünsche zum neuen Jahre. Gott beschütze und beschirme Sic noch lange zum Segen des ganzen Judenthums und sei Ihnen stets nahe mit seinem Rathe und mit der Fülle seiner Liebe und Gnade für all das Gute und Edle, das Sie hervorgerufen zu seinem Ruhme, zu seiner Ehre und zum Heil Israels, seines Volkes! Mit diesem Wunsche verharret ehrfurchtsvoll Riga, den 30. August 1863. Ew. Ehrwürden ergebenster Vorstand. S. D. Bloch, Haupt der Gemeinde. M. Adler, | E. Berkowitz, ^Lahalsmänncr. Rob. Hirschfeld,j

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