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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-03-03 · Heft 10 (3.3.1863) · p. Seite 152

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 10 (3.3.1863)
Date
1863-03-03
Page
Seite 152 (sequence 12)
Language
German
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152 führung einer vollständigen Parität der israel. Elementarschulen mit den katholischen und evangelischen Schulen nachdrücklichst verfochten und hervorgehoben, daß die israelitischen Einwohner zu allen Kosten der katholischen und evangelischen Schulen beisteuern müßten und deßhalb auch nach Recht und Billigkeit wohl verlangen könnten, daß die Kosten ihrer Elementarschulen ebenfalls aus der Stadtkasse bestritten würden, entschied sich die Majorität doch für den vorbemerkten Commisfio.ns-Antrag, der sonach zum Beschlüsse erhoben wurde. — Wien, 16. Februar. Wir entnehmen der „Presse" folgende Notiz, die Bemerkungen kann sich Jeder selbst dazu machen. „Im Abendblatte haben wir die zwölf neu ernannten Advocateu für Niederösterreich mitgetheilt. Seitens der Wiener Advocatenkammer und des Oberlandesgerichts waren für diese Stellen vorgeschlagen die Advocaturs-Concipienten: Borowitzka, Freund, Galler, Heller, Bachmaier, Weißenberg, Stampfer, Biach, Schneider, Libitzky, Röster, Mardetschläger, Fried und Ludwig in der hier aufgeführten Reihenfolge. Ernannt sind von diesen Vorgeschlagenen nur: Borowitzka u. s. w. Uebergangen sind: Freund, Weißenberg, Stampfer, Biach und Libitzky. Die fünf Uebergangenen sind Juden. Die Ernennung erfolgte durch Herrn Justizminister Dr. Hein nach Vortrag des Referenten Herrn Hofrath Kritsch." Prag, 20. Februar. (Privatmitth.) Einem jüdischen Einwohner in Zbecno (Böhmen) wurde sein Gesuch um Jntabulation der Pachtrechte auf eine Wirthschast vom k. k. Bezirksgerichte abgewiesen. Ebenso fiel die Entscheidung des k. k. Oberlandesgerichtes zu Prag aus. Nun hat auch der oberste Gerichtshof den außerordentlichen Revisionsrecurs gegen obige Entschädigungen abgewiesen, „weil das k. k. Staatsministerium zur Entscheidung über die den Israeliten zustehenden Befugnisse berufen ist und in Folge der von der k. k. böhmischen Statthalterei dem k. k. Oberlandesgerichte gemachten Eröffnung mit dem Erlasse vom 29. April 1861. Z. 5900 erkannt hat, daß Israeliten zur Pachtung von Bauernwirthschasten den politischen Consens bedürften" und Verträge, zu deren Gültigkeit die politische Genehmigung nothwendig ist, weil ohne diese ganz ungüttig, auch zur Pränotatton nicht geeignet sind. Ein hiesiges Blatt schreibt hierüber, daß in Betreff obenbezeichneten Erlasses wohl ein Jrrthum oder ein Mißverständniß im Datum obwalten könne. Ein officielles Wiener Blatt möge erklären, ob es wirklich in der Ansicht des Herrn Staatsminifters gelegen sein kann, daß das Ministerium die Entscheidung über die bürgerlichen Befugnisse von hunderttausenden von Staatsbürgern zu fällen berechtigt sei, zumal Entscheidungen, die gegen die gesunde Vernunft, die gegen allen Geist unserer Verfassung und endlich auch gegen die bestehenden Gesetze verstoßen." — Die Wahlen der Repräsentanz der böhmischen Landesjudenschaft sind nun beendigt, und werden die Herren Repräsentanten wohl demnächst ihre Jnstructtonen von der Regierung erhalten. Wir hegen alle Hoffnung, daß nun eine neue segenbringende Aera für unsere Glaubensgenossen entstanden ist, zumal die Gewählten allgemeines Vertrauen erregen und überdieß wohl im Stande sind, diejenigen Maßregeln zu ergreifen, die zum Heile des israel. Volkes gereichen. Sicherem Vernehmen nach arbeitet der hiesige Redacteur des „Tagesboten", Herr Kuh, ein eifriger Verfechter des Judenthums, an einer Cultus-Ordnung, die er demnächst als Abgeordneter dem Landtage unterbreiten wird. Anzeigen. Ein junger unverherratheter irr. ph., vielseitig gebildet, vortrefflicher Redner und gegenwärtig in sehr geachteter Stellung, wünscht als Prediger und Religionslehrer in einer ist. Gemeinde engagirt zu sein. — Adressen: Dr. A. A. Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. « Zum 1. April a. c. soll in hiesiger Synagogen- » « Gemeinde ein Schächter engagirt werden, wel- * « cher zugleich auch die Befähigung besitzt, unseren? « Cantor insbesondere an den hohen Festtagen zu » £ asfistiren. T £ Außer den Revenuen des SchächtcnS wird eine » % Remuneration von 100 Thlrn. pro anno gewährt. » A Qualificirte Bewerber wollen uns ihre Meldun- £ £ gen unter Beilegung ihrer Zeugnisse bis zum 1. £ £ März c. zustellen. » « Stettin, den 30. Januar 1863. £ £ Der Vorstand der Synagogen - Gemeinde. $ | Rosenheirn. Lewy. Jtzig. Aren. £ | Berthold. »

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