Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 29 (16.7.1855)
- Date
- 1855-07-16
- Page
- Seite 368 (sequence 2)
- Language
- German
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368 Und jubelnd rollt der Donner, Blitze zücken Durch Wolk' und Rauch, die Horeb's Haupt verhüllen „Du hast's gelobt — o wird das Schwere glücken, Dies Dein Gelöbniß zu erfüllen?"- 2. In einsamer Wüstenflur, Bei der Hörner dröhnendem Schallen, Bei des Donners rollendem Hallen, Da ertönte Dein Schwur: „Wir hören und thun!" Aus den Wettern sprach der Herr, Und die Berge erzitterten. Und die Wälder zersplitterten. Aber Dein Wort tönt kurz und hehr: „Wir hören und thun! " In Moab's Gefilden, Am Jordan's Strand, Noch sperrten mit Speer und Schilden Die Feinde das heilige Land, Noch hielt Euch der Steppe Saum Gebannt in der Wüste Raum, Und Mosch eh, der Gottesmann, Hob an: „Ich geh' zum Sterben, Doch meinen Sang und meine Lehre Will ich Euch vererben. So Ihr fie wahret, zu Lohn und Ehre, So Ihr fie brechet, zu Schmach und Verderben" - Da rieft Ihr in gewaltiger Stunde Mit Einem Munde: „Wir hören und thun!" Nach Mizpah's Feld Joschua, der greise Held, Zm Herzen den Tod, Das Volk entbot — Manche Schlacht war geschlagen. Aber Verzagen Hatte die Heiden gelitten In des Landes Mitten, Hatte der Götzen Altäre geduldet Und fich verschuldet — Der Held, er sprach: „Ihr Mannen, seid wach! Ich und mein Haus Wollen dem Herrn dienen 3n des Kampfes Graus, Und wenn Fried' erschienen — So wählet hier, Sprecht, was wollet Ihr?..." Da riefest Du mit Feuermuth: „Wir find in Seiner Huth — Wir hören und thun!" Die Sonne sank schwül, Ein heißer Tag — Der Baalspriester Gewühl, Wie es schreien und Hüpfen mag Zwölf lange Stunden, Mit Messern fich verwunden, Die Haare fich raufen. Um des Baals Opserhaufen Sich schlagen mit Keulen Und zum Himmel heulen — Die Sonne neigt, Doch Alles schweigt.... Da hebet Elijah an: „Wie lange noch In doppeltem Joch Wollt Ihr hinken auf zween Seiten: Wollet Ihr hüben und drüben beschreiten?". Da sank das Volk auf das Knie Und schrie: „Der Ewige ist Gott! Der Ewige ist Gott Wir hören und thun!" Zion's Thore steh'n erbrochen Von des Syrerkönigs Macht, Der Tyrannenwort gesprochen: „Opfer sei dem Zeus gebracht! Kniee, Juda, meinem Gotte, Oder Jeder Deiner Rotte Sei mit martervollem Tod Von des Henkers Hand bedroht!" Tausende find schon gefallen. Aber Tausend furchtsam wanken. Daß des Todes blut'ge Krallen Rettungslos sich um fie ranken. Da erhebt der Hasmonär Für den Einz'gen die Standarte, Stürzt mit Waffe und mit Wehr Don des Höhlenberges Warte, Ruft mit allgewalt'ger Stimme: „Wer des Herrn ist, her zu mir.