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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-06-23 · Heft 75 (23.6.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 75 (23.6.1838)
Date
1838-06-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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II. Jahrgang. MlZLMLMe N». 75. Zeitung -es Zudenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Königl. Sächsischer allerqnädigster Concession.) Leipzig, den 23. Zuni 1834. Zeitungsnachrichten. Königsberg, 20. Mai (Privatmktth.). Referent wohnte am 30. v. M. mit Vergnügen der ersten Prüfung in der Mädchen-Armenschule bei. Diese Anstalt verdankt ihren Ursprung der vor zwei Jahren bewirkten lobenswerthen Vereinigung sammtlicher hier bestandenen Wohlthatigkeits-Gesellschaften, wodurch nicht nur die Conrrolirung der einzelnen Gaben erleichtert, sondern auch manches sonst unterbliebene Gute möglich gemacht wird. Herr 1)r. Jacobson, der sich hierbei besonders thätig zeigt, ist in Verbindung mit dem Oberältesten der Gemeinde, als der Begründer der genannten Schule zu betrachten, der auch die überallhin segensvoll wirkende Gattin des ersteren, so wie deren Schwägerin Frau Dr. Therese Herz fortwährend ihre Gunst zuwenden. Die Lehrgegenstande sind: Deutsch , Hebräisch, Geographie, Geschichte, Rechnen, Religion; und. werden von drei Lehrern, zwei jüdischen und einem christlichen unterrichtet. Die weiblichen Handarbeiten werden unter Aufsicht der im Schullocale wohnenden Lehrerinnen verfertigt. Namentlich aber gab es sich bei der Prüfung kund, daß der zweijährige Zeitraum nicht fruchtlos für die Anstatt vorübergegangen sei. Die Schülerinnen, in zwei Ordnungen getheilt, rein und anständig gekleidet, legten in erwähnten Unterrichtsgegenstanden die rühmlichsten Beweise des Fortschrittes an den Tag, und hatten, was das Hebräische anlangt, manches reiche Mädchen, ja vielleicht manchen reichen Knaben beschämen können. Dabei waren auch allerlei Handarbeiten und Probeschriften zu Jedermanns Besichtigung ausgelegt. Nur war zu bedauern, daß nicht eine größere Anzahl zugegen war, um sich von dem günstigen Resultate selbst zu überzeugen. Ob endlich der bei dieser Gelegenheit ausgesprochene Wunsch mit der Schule eine Knabenschule zu verbinden, in Erfüllung gehen wird, oder soll, ist schwer zu bestimmen; die Frage scheint überhaupt mit der weit allgemeineren, ob es neben den christlichen Schulen noch besondere jüdische Lehranstalten geben soll, aufs genaueste Zusammenhängen. Frst. Theologie. Liturgische Analecten, von vr. B. Beer. (Schluß.) II. Vom Sabbat- und Festgottesdienste. H. 116. Das!TQN pö am Freitag Abend ist ausschließlich vom Vorbeter zu rezitiren, die Gemeinde hat schweigend zuzuhören. §. 127 u. 133. Piutim und Stichot sind nie dem Gebete einzuschalten (vergl. jedoch §. 203). (Es ist hierbei bemerkt, daß R. Elias zwar an den 4 Sabbaten im Adar und an den 3 hohen Festen Piutim zuließ, allein sie dursten erst nach dem Schlüsse des Morgengottesdienstes gesagt werden). H. 132. Am Sabbat sind nie mehr als die vorschriftmäßigen Sieben zur Thora zu rufen. Bei Beendigung der Abschnitte brauchr man sich nicht nach den in den gewöhnlichen Bibeln bemerkten Endpunkten der Parsehioth zu richten, sondern hat vielmehr da zu schließen, wo es dem Inhalte am angemessensten ist. §. 136. Dem Rezitiren der Hapbtora hört die Gemeinde schweigend zu. §. 158. Aüch an Neumond - und Festtagen ist nie mehr als ein Psalm nach dem Gottesdienste zu rezitiren; es fällt an diesen Tagen der Tages - Psalm (VvU D^) weg und tritt dafür der bezügliche Psalm des Neumondes und Festtags ein. (Letztere Psalmen sind genau angegeben und varuren mit den in den Synagogen üblichen häufig). §. 162. Die Piutim an den Festabenden fallen gänzlich weg. §, 193. Am 7. und 8. Pessachtage ist der Gesang vom rothen Meere vom Vorbeter und der Gemeinde versweise melodisch abzusingen.

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