Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 17 (1853)
- Issue
- Heft 53 (26.12.1853)
- Date
- 1853-12-26
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Xm Jahrgang. Allgemeine No. SS. Zeitung -es Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Dr. Ludwig Philippsou, Dr. B. Meyer, Rabbiuer zrr Magdeburg. * er a nt» o rt li er Redakteur. Leipzig, den 26. Dezember 1853. Diese Ieitrmg erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels» Register-«. f.w» umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit S Thlr. für den Jahrgang: — 1 Thlr. 15 Rgr. (1 Tdlr. 12 gGr.) für sechs Monate—22'/, Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. 2llle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Eryeditionen nehmen Bestellungen a«; der HauptsPeditioa für Leid» Letztere hat sich die königl. sächs. Zeitungs-Ervedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel r Zum Schlüsse des Jahrgangs. 3eit»»gs»achrichteir: Deutschland: Worms. Preußen: Berlin, Königsberg, vom Rhein, aus der Provinz Posen. O esterreichischer Kaiserstaat: Wien, Lemberg. Palästina: Jerusalem. Leitender Artikel. Magdeburg, den 12. Dezember. Auw Schluffe des Jahrgangs. Abermals ist uns der freundliche Leser durch die zwölf Monde, durch die (in diesem Jahre) 53 Nummern eines Jahrgangs*) gefolgt. Wir haben mit einander gedacht und gefühlt, mit einander getragen und gearbeitet, mit einander erfahren und überwunden — nein! wir wollen keine Heerschau halten, nicht über die Schatten, die auf unfern Weg gefallen, nicht über die Lichtströme, die unfern Pfad erhellten — danken wir Gott, daß wir — ich meine ganz Israel — heute wieder so rüstig dastehen, wie jemals, daß wir weder nach Ruhe uns sehnen, noch den Kamps herausfordern. Wir sehen die Welt vor uns wühlen und treiben, drängen und stoßen — und die Gasstammen , die daraus aufflackern, lasten auch auf uns zeitweise Brandmäler zurück, und die Windstöße, die sich *) Unsre Zeitung faßt diesmal 8 'fe Bogen mehr als wie versprochen ist. . Redakt. erheben, schleudern auch uns bisweilen hierhin und dorthin --aber immer lasten wir uns auf den Grund bringen und unter die Maste verreiben und in dem großen chemischen Kestel der Geschichte zu Atomen auflösen und dann in Krystalle vereisen, von denen ein Exemplar statt Millionen genügt... Statt alles Dessen — statt der Rekapitulation der uns betreffenden Vorfälle und der Aufzählung unsrer Thaten (!?!) und der Darlegung unsrer Arbeiten u. s. f. in dem eben zu Ende gehenden bürgerlichen Jahre — wollen wir vielmehr zum Schluffe unseren Lesern eine kurze bctrachtenswerthe Betrachtung geben, die fie ihrer Beachtung würdig halten mögen. ES ist die Rede von den zwei größten Mächten der Welt. Der bekannte französische Kritiker E. D. Forgues bemerkte jüngst: „zwei Einflüsse find eS, welche die Gesellschaft in Amerika beherrschen: das Geld und die Bibel; daS Geld, jener erste Bewegungsgrun'd aller weltlichen Thätigkeit, und die Bibel, dieses erste der Sittengesetze, die dem Einzelwillen von dem Gesammtbewußtsein deS Landes auferlegt werden. Wenn der eine dieser Einflüsse nicht dem andern das Gleichgewicht hielte, so müßte man sich in der That fragen, was zuletzt auS diesem Volke werden solle, das so beweglich, so voll Selbstvertrauen, so ungeduldig vor jeder Schranke und jedem Hinderniß und so zugänglich für jeden Einfluß des religiösen Fanatismus ist. Die Bibel allein würde ein solches Volk vielleicht in die außerordentlichste Sektirerei, das Money-making (Geldmachen) allein würde eS leicht