Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 66 (2.6.1838)
- Date
- 1838-06-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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«.L-hrg-»g. Allgemeine N».««. Zeitung des Iudcnthums. Ein unpartheiifches Organ für alles jüdische Interesse. in Betreff von Politik, Religion, Literatur Geschichte, Sprachkunde «nd Belletristik. Redncteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung israelitischer Prediger in Magdeburg. zu Leipzig. (Mit Königs. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 2. Zuni 1838. Diese Zeitung erscheint wöchentlich 3 Mal, Dienstags, Donnerstags und Sonnabends, und wird jährlich 96 Dogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s.w. umfassen. In Gemäßheit der Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig : mit 3 Thlr. für den Zahrgang — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungöexpedmonen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs, wohllöbl. ZeitungS - Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Paris, 17. Mai. (Privatmitth.). Nichts, durchaus nichts unterscheidet in Frankreich, besonders in Parts, die Juden von den Christen. Die ersteren wie die letzteren haben alle Rechte und erfüllen alle Pflichten von Franzosen. — Das „Jüdisch-Deutsch,^ das noch vor 40 Jahren die Sprache vieler Israeliten unter sich war, wird von der Jugend nicht einmal mehr verstanden. Nur das Eine ist zu befürchten, daß unsre hiesigen Glaubensgenossen sich einem skeptisirenden Deismus ergeben werden, wenn sie nicht durch erneuerten Gottesdienst und wissenschaftliche Ausbildung unsrer Theologie wieder an unsere Religion in ihrer Positivitat gebunden werden. London, 5. Mai. Von dem vr. Loewe, über dessen Reise nach Samneh wir in No. 30. eine Pcivatmittheilung brachten, bringt das „Ausland" einige neuere Kunde. Dr. Löwe hat nehmlich von Theben aus geschrieben, daß er von seinen Reisen in Oberegypten und Nubien auf dem Rückwege sei, und zu Ende Januar in Cairo einzutreffen hoffe. Die Ausbeute seiner Reise ist nach seiner Versicherung überaus groß. Er hat eine Anzahl alter Inschriften abgezeichnet. Er findet seine im Asiatic Journal SRius 1837 aufgestellte Theorie über die Sprache der alten Egyptiec *) immer mehr bestätigt. — Traurig ist das Bild, das er uns von dem Zustande des Volkes in Egypten entwirft. Das Volk schmachtet im größten Elende, man sieht selten einen Mann, der nicht verstümmelt ist. —. Englische Blatter berichten, daß die Gesellschaft zur Verbreitung des Ehristenthums unter den Juden am 4. Mai ihre 13. Jahresfeier abgehallern . Eine hebräische Hymne ward gesungen. Nach dem Jahresberichte wären *) Die er von der hebr. Sprache ableitct, s. No. 54. vor. I. Red. die Bemühungen des Vereins nicht ohne Erfolg gewesen, und die Beitrage sind gegen voriges Jahr um 4000 L. St. gestiegen *). Brüssel, 14. Mai. (Privatmitth.). Für die hiesige Synagoge ist ein vortrefflicher Chor gebildet. Da man nun hierorts keine deutschen oder französischen Gesänge, sondern nur hebräische haben will, so hat der Unterzeichnete sich dadurch veranlaßt gefunden, einige hebräische Hymnen zu verfertigen, die der Chorführer Herr Cohn, Bruder des Münchner Schuldrrectors, in Musik gesetzt hat, und welche an Festtagen und bei besonderen Gelegenheiten trefflich executirt werden. Ich übersende Ihnen anbei 25 Exemplare, die Sie zum Besten der jüd.-theol. Facultät verkaufen mögen, für die ich abseits dessen noch eine baare Summe ausgesetzt habe. Dr. Somersha.usen. Diese Gesänge führen den Titel: mSnn und enthalten wir uns absichtlich alles Lobes der XII. Lieder. Der Preis ist 10 ggr., und bitten wir Anforderungen durch die Creutz'sche Buchhandlung in Magdeburg an uns gelangen zu lassen. - Die Redact. Kopenhagen, 10. Mai. (Privatmitth.). Der Herr Dr. A. A. Wolfs sah sich veranlaßt, ehe er eine Kollekte für die jüd.-theol. Facultät veranstalte, bei dem Königl. Ministerio um Erlaubniß einzukommen, weil die Anstalt doch gänzlich dem Auslande zugehöre. Diese Erlaubniß ist ihm in gnädigen Ausdrücken geworden. Es läßt sich erwarten, daß demnächst die Sammlung recht zahlreich ausfallen wird. °) Ist das der angedeutete Erfolg?