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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-05-22 · Heft 61 (22.5.1838) · p. Seite 248

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 61 (22.5.1838)
Date
1838-05-22
Page
Seite 248 (sequence 4)
Language
German
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248 und diese unordentlich, wöchentlich gehalten wird! So unglaublich dies ist, so ist eö doch wahr! Auch gibt es bereits an mehren Gemeinden recht tüchtige Religionsschulen, die sich bewähren °). ES wird wol immer mehr jedem Ortsrabbinen und Prediger zum Bewußtsein kommen, daß sie ihre Tätigkeit hierauf zu lenken haben, und daß ihre Stellung für die Zukunft eine precaire werden wird, so sie dieser nicht durch den religiösen Unterricht der Jugend ein wahrhaftes Bedürfnis unterlegen. Das Heftchen enthält nun zuerst fünf Reden. 1) Bei'der Uebernahme deS ReligionSlehrer-Amreö in Königsberg. (Welchen Einfluß die religiöse Bildung des Israeliten auf seine Ste"ung nach Außen hin, und welchen auf die Entwicklung seines persönlichen und seines Familienglückes haben muffe). 2) Beim Schlune der letzten öffentlichen Prüfung an der Religionsschule in Wien. 3) Bei der Entlaffung einer Anzahl meiner ReligionS-Schülerinnen (Merker, erfüllet, verbreitet das Wort Gottes!) t 4) Am Pastahfeste 5597. (Heber die rechte Freiheit). 5) Am Hüttenfeste 5598.;Daö helle Feuer der Erkenntniß, das wärmende Feuer der Go'ttesliebe, das lodernde Feuer der Andacht).,— Alsdann einige Epiloge bei Knaben-Einsegnungen, angeknüpft an die Namen der Knaben, so A b ra ha m vermittelst 1 Mos. 17,1. Wolfs vermittelst Jes. 11, 6. sc. Referent möchte dies nicht zur Nachahmung empfehlen, da dies in ungeschickter Hand leicht zu Lächerlichkeiten Anlaß geben kann. Endlich einige Prüfungs-Programme und der Allgemeine Lehrplan für die israelitische Religionsschule in Königsberg Allerdings tritt Herr vr. S. hier nicht als eigentlicher Volkslehrer und Prediger auf. Auch gehört dem Inhalte wie der Sprache nach sein Vortrag zu der Gattung, die die Denkkraft in Anspruch nimmt, und vermittelst dieser auf eine ruhige, aber sichere Ueberzeugung wirken will. Es ist ihm nicht um Erschütterung und Aufregung zu thun, keine großartigen Triebfedern werden in Bewegung gesetzt. Aber eine klare, lichtvolle und ebenmäßige Sprache, die in ruhig fortschreitendem Gange die Hinderniffe überwindet, und am Ziele ihre Friedenshütte aufschlägt. G. 10) PIN'Hpn lYTUNH/ Hebräisches Lese- und Sprach buch nach der Buchstabir- und Lautirmethode rc. zum Schul- und Privatunterricht rc. Von M. Breslauer. Breslau 1834, gedruckt bei Sulzbach und Sohn. 6. 48 S. 11) Anweisung zum Gebrauche des hebr. Lese- und Sprachbuch es für Lehrer und Eltern, von M. Breslauer. Mit zwei großen lirhographirten Wand-Lesetabellen. Breslau, 1834, gedruckt bei M. Friedländer. 8. 24 S. Zwei für den Leseunterricht im Hebräischen reckt brauchbare Werkchen. Der Verf. hat die Lautirmethode völlig verstanden und weiß sie sehr gut auf das Hebr. anzuwenden, dennoch kann die Werkchen auch derjenige benutzen, welcher nach der alten oder neuen Buchstadir-Methode unterrichten will. Sehr willkommen sind für den Schulgebrauch die herrlich lithographirren Wandtafeln und zweckmäßig das Vokabularium, um alö erster Lehrstoff des Sprachunterrichtes zu dienen. vr. Uri. °) Wundern mußte es uns, daß der Verf. in Wien 1835 noch sagen mochte, daß die wiener Religionsschule die einzige in Deutschland sei, obgleich er sich verwahrt, in einer Aote, daß er hierin gern Berichtigung erhalten möchte. Schon im Zabre 1833 wurde die Gememde- ReligionLschule zu Magdeburg vollständig organisirt, und ihre ganze Einrichtung im dritten Hefte dev Israel. Predigt - und Schul-Magazins Iahrg. 1834 beschrieben, daö in Deutschland, Ungarn und Dänemark vielfach verbreitet ist. Wir werdech nächstens einen Bericht über diese Anstalt und deren jetzigen Standpunkt veröffentlichen. Redact. •°) Diesen werden wir nachstcns ganz geben, und besonders besprechen. Redact. 12) rVH^H/ Chronologisch geordnete biblische Geschichte in der Ursprache der heiligen Schrift. Nebst biblischen Denk - und^ Sittensprüchen und sieben Psalmen mit dem Commentar des R. David Kimchi. Von I. Johlso n. Zweite, durchaus verbesserte und vermehrte Auflage. Frankfurt am Main, in der Andreäischen Buchhandlung. 1837. 8. Der rühmlichst bekannte, um den religiösen Unterricht in Israel verdiente Herr Verfasser liefert uns hier einen höchst zweckmäßigen, lichtvoll geordneten historischen Auszug der biblischen Bücher für den hebr. Sprachunterricht mit einem sehr willkommenen Anhang zur Uebung im Lesen und Verstehen des Rabbinischen. Wer es weiß, wie unzweckmäßig die frühere Methode war, die übrigens noch jetzt in den meisten Schulen befolgt wird, dem jungen Schüler gleich die ganze heil. Schrift in die Hand zu geben und namentlich zürn Schulbuch zu machen, während nur dürftige oder gar keine Kenntniß der andern Büchex erlangt wurde, dem wird dies hebr. Lesebuch, welches nicht in einem selbst sabrizirten, fehlerhaftem und unbiblischem Hebräisch verfaßt ist, sondern die Worte der heil. Schrift unverfälscht gibt, ein willkommenes Geschenk für seine Schüler sein. Der zweite Theil dieses Buches, Grammatik und erklärendes Wörterbuch enthaltend, wird die Brauchbarkeit vervollständigen. So nothwendig wir aber auch für den isr. Knaben den Unterricht in der hebr. Sprache und das Lesen der heil. Schrift in der Ursprache halten, so integrirend dies auch zum vollständigen religiösen Unterricht gehört, so ist uns doch der Ausfall deö Verf. auf die neuen vollständigen deutschen Bibelübersetzungen , unerklärlich. Am Ende der Vorrede sagt Hr. Johlson: „Das Studium der heil. Schrift in der Grundsprache thut in der Gegenwart gewiß Noch, um sich gegen die widrigen Eindrücke zu verwahren, welche die jetzt grassirenden wohlfeilen Bibelübersetzungen von und für Israeliten iaus Berlin und Hamburg) auf den Religionsfreund machen müssen; da sie von Jrrthümern und Fehlern aller Art wimmeln, den masoretifchen Text, dem sie treu zu bleiben vorgeben, umgehen oder verfälschen und in jeder Hinsicht nur Widerwille und Abneigung gegen unsre heiligsten Bücher erregen können. Wer nach Einsicht und Prüfung im Ernste noch glauben kann, daß solche Dolmetschungen geeignet seien, die leider so sehr gesunkene Lust zum Bibellesen wieder zu erwecken, Sinn und Geschmack für daö wahrhaft Schöne und Erhabene neu belebend einzuflösen und auf diesem Wege acht religiöse Bildung zu befördern — für den sind diese Zeilen nicht geschrieben. — Wir enthalten uns noch eines Urtheils über den Werth der neuen Bibelübersetzungen, da sie uns noch nicht vollständig vorliegen und auch dem Verf. zur Zeit der Abfaffung der Vorrede neck nicht vollständig bekannt sein konnten, wir geben auch zu, daß eS bei weitem besser wäre, wenn jeder Israelit die heil. Schrift in der Ursprache versiehe und begreife und den wahrhaften Zauber empfände, mit dem die Worte des Urtextes das Gemüth des gefühlvollen Lesers fesseln, — vermag ja nie eine Übersetzung das Original irgend einev'Merkes zn ersetzen — aber, bei der Vervielfältigung der Unterrichtsgegenftände, bei den praktischen Anforderungen dieser Zeit, bei der Art und Stufe der Bildung der meisten Gemeinden, endlich auch bei den Ansprüchen, die auch daö weibliche Geschlecht auf religiösen Unterricht und religiöse Bildung macht, wie konnte der Versager gegen das Streben eifern, die ganze heilige Schrift in reiner deutscher Sprache, dem Volke in die Hand zu geben: vr. Uri. (Fortsetzung folgt.) Redacleur: vr. L. Philippson. — Verlag von Baumgartners Buchhandlung. — Druck von I. B. Hirschfeld.

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