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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-05-23 · Heft 10 (23.5.1837) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 10 (23.5.1837)
Date
1837-05-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I. Jahrgang. ÄKHKMeLWL - Nv. IO. Zeitung des Zudenthums Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer allergnädigsrer Concession.) Leipzig, den 23. Mai 1837. Politik. Zeitungsnachrichten. Smyrna, 4. April. In dieser Nacht sind im arabischen Quartiere unserer Stadt 30 Häuser abgebrannt, 'gleichzeitig brannte es auch im jüdischen Viertel, wo die große Synagoge ein Raub der Flammen wurde. Bei letzterem Brande war unser neuer Gouverneur DedeAgha zur Stelle und traf die zweckmäßigsten Vorkehrungen zum Löschen, so wie er auch durch Austheilung von Belohnungen die dabei Thätigen aufmunterte. Rom, 22. April. In dem Gregorianischen Museum befindet sich eine Bildsäule, auf der eine Etruskische Inschrift gelesen worden, welche auf eine merkwürdige Weise mit dem Phönizischen und Hebräischen übereinstimmt. Paris, 24. April. Der Dichter Leon Halevy hat den Text zu der musikalischen Preisaufgabe für dieses Jahr zu arbeitm gehabt; es ist eine lyrische Scene: Maria Stuart und Rizzio. Paris, 28. April. Die Entschließung der großen Capitalisten, ihr Geld mehr in großen Industrie«: anzulegen, erscheint uns als eine höchst wichtige Thatsache. Man ist den Gebrüdem ».Rothschild Dank schuldig, daß sie sich zuerst an die Spitze dieser Bewegung gestellt haben. (Leaips.) Aachen, 5. Mai. Am zweiten Tage des Niederrheinischen Musikfestcs allhier, d. i. am 15. Mai, wird ein biblisches Oratorium in zwei Abteilungen, »Die Könige in Israel,« gedichtet von Dr. W. Smets und eigens für das Fest componirt von Ferd. Ries, aufgeführt. Dresden, 3. Mai. Von Seiten der israelitischen Einwohner wird eine Petition vorbereitet, die bei der zweiten Kammer zur Berücksichtigung der Ansichten eingereicht werden soll. (Privatrnittheilung.) ') Dresden, 5. Mai. In der Sitzung der ersten Kammer vom 24. v. M. fand die Berathung der nachträglichen Frage über die Gestattung der Ehen zwischen Christen und Juden statt. Herr v. Ziegler und Klipphausen bezeichnen diejenigen^ die für diese Frage sich erklärten, als Doktrinäre, welche Bezeichnung jedoch der Domherr Vr. Günther von sich wies. Bei der Abstimmung wurde der betreffende Vorschlag von 23 gegen 7 Stimmen abgelehnt. *) Nur die mit dem Zusätze-»Privatmittheilung« gegebenen Artikel sind als von unserer Zeitung besonders ausgehend zu betrachten. d. R. Aus Dresden. Die neuesten Verhandlungen in der ersten Kammer über die Verbesserung des bürgerl. Zustandes der hiesigen Israeliten haben sehr viel Mißstimmung bei Letzteren erregt. — Es soll über die gedachten Verhandlungen- Mehrercs in d. Bl. mitgetheilt werden; für jetzt nur so viel, daß die trefflichen Aussprüche des durchlauchtigsten Prinzen Johann, womit er die keinen Sinn habenden Einwürfe von »christlichem Staate« rc. bekämpfte, und namentlich behauptete, »daß er nur denjenigen Staat für einen christlichen halte, wo die meiste christliche Duldung herrsche und man auch dieJuden nicht in ihren Rechten beschranke,« die edle Humanität und dm Rechtssinn dieses Fürsten aufs schönste beurkunden! — Nächst ihm fochten Vr.v. Ammon, v.Pofern, Freiherr v. Biedermann und besonders der Referent Bürgermeister Ritterftädt auf der ehrenvollen Seite des Rechts und der Menschlichkeit gegen Engherzigkeit und Intoleranz. — Der Vorstand der Stadt Leipzig schien während der Discusfion zu vergessen, was Leipzig ohne Israeliten wäre! — Der Vorstand der Stadt Dresden that als wenn alle von ihm in Antrag gebrachte Beschränkungen zu Gunsten der Israeliten wären. — Auch verdient das schöne Zeugnis, welches Staatsminister v. Linden au der hiesigen israelitischen Gemeinde erlheilte, Erwähnung. Wirklich schreitet auch diese Gemeinde in jeder Beziehung im Besseren vor. Der durch Ministerialverordnung bestätigte g eistl. Verwaltungsausschuß ist nun in Wirksamkeit zetteten und es wird auch in diesen Tagen (9. u. 10. Mai) die erste öffentliche Prüfung der combinirten israel. Schule unter Leitung des Herrn Oberrabbiner Or. Frankel stattfinden; sämmtliche Autoritäten der Stadt sind hierzu eingcladen. — Der Redact. des Landtagsblattes Krause, welcher (wie in mehreren Bl., so auch im ftanzös. lewps erwähnt wurde) von hiesigen Bürgern verklagt wurdeweil er die Judenfeinde »Müßiggänger« genannt hatte, ist freigesprochen, jedoch in die Kosten verurtheilt worden. Er hat gegen dieses Urthel appellirt. — Belletristik. Die Marannen. Novelle aus dem letzten Jahrzeherch des fünfzehnten Jahrhunderts. * (Fortsetzung.) .6. Im Dorsale des Königs Ferdinand sah man die Großen des Königsreichs in einzelnen Gruppen stehen. Ihr Gespräch

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