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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-05-16 · Heft 7 (16.5.1837) · p. Seite 28

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 7 (16.5.1837)
Article
Predigtentwürfe
Date
1837-05-16
Page
Seite 28 (sequence 2)
Language
German
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28 2 Mos. 23, 1— 9. Schlußstelle: Psalm 15. Menschlichkeit! (nicht das oft mißbrauchte Liebe): 3 Mos. 19, 18. 34. 5 Mos. 10, 18. Einzelnes: 5 Mos. 24, 19. 20. 21. — id. V. 10—13. 15. - 5 Mos. 15, 2.12. V. 7—12. 3 Mos. 19,14. — Zesaias 33, 3. 4. 58, 7. 8. — 3 Mos. 19,18. Spr. Sal. 20, 22. 25, 21. 22. — Schluß: Aufruf an die Israeliten, ihrer Religion demnach treu-zu sein, und ihre Gesetze zu vollfuhren. Literatur. s K u n st.) Das unlängst vollendete Hotel des Herrn von Rothschild ist nach den Rissen des Operndirektors, Herxn Dupouchel, erbaut, und die ganze innere Einrichtung im Geschmacke der Renaissance. Nach dem berühmten Hütel d'Osmond ist nicht wieder eine gleich prächtige Privatwohnung eingerichtet worden. Unter den religiösen Gemälden des diesjährigen Salons in Paris befinden sich aus dem 2t. T.: Die Juden in Babylon von Cazes; der Levit von Ephraim von Caminade; Loth und seine Töchter von Ad. Brune; Ruth und Boas von Chasseriau; Joseph erklärend die Träume von Boischevalier. Als das wichtigste Gemälde wird Bendemann's »Juden auf den Trümmern von Jerusalem« allgemein angesehen; durch das Poetische der Idee und durch einzelne Schönheiten der Ausführung hat es die Aufmerksamkeit der Kenner erregt. (Journal des Debats 3. Mars, Cour fr. 10. Mars u. öfter.) Meyerbeer steigt jeden Tag höher in der Gunst des frans zöfischen Publikums, und hat seinen Ruf unwiderruflich neben Rossini genommen, dessen gefährlicher Nebenbuhler er genannt werden darf, dessen verdrängender Nachfolger er bereits wäre, bliebe jenem nicht die unbestrittene und verdiente. Herrschaft an der italienischen Oper, während Meyerbeer an der großen Oper glänzt. ' (Allg. Zeit.) Den ftanzöstschen Blättern zufolge haben die beiden Opern Meyevbeer's, »Robert der Teufel« und »die Hugenotten« der Verwaltung der großen Oper bis jetzt die Summe von zwei' Millionen Franks eingetragen. Leipzig, 12. April. Ein zahlreich versammeltes Publikum von Einheimischen und Fremden rpohnte am lOten d. M. der ersten Aufführung von Meyerbeer's »Hugenotten« bei. Dieses Meisterwerk, mit Fleiß dargestellt und prachtvoll ausgestattct, hat dem deutschen Meister die vollgültigste Anerkennung erworben. Es ist deutsche Musik in ihrer würdigen Kraft und sinnigen Gemüthlichkeit, und fteuen muß es den Deutschen, wie der Genius'des .Landsmannes siegreich neben den Franzosen und Italienern das Repertorium von Paris beherrscht. Jede Nummer ärndtete, rauschenden 'Applaus. (Leipz. Zeit.) In Danzig ist gegenwärtig die zweite Kunstausstellung eröffnet. Unter den ausgestellten Gemälden wird auch von einem jüdischen Künstler eines ausgezeichnet: die ersten Menschen von Isaak Jakob. Gegenstände aus dem A.T. sind besonders noch: die Tochter Jephtäs von Ehrhardt, der sterbende Moses von Mengelberg, Israel segnet seine Söhne von Aug. Richter. Nekrolog. (Fortsetzung.) Im November 1821, nach dem Ablebe» des um das Gemeindeleben mehrfach verdienten Moses Meyer"), zum Aeltesten der hiesigen israelitischen Gemeinde'erwählt, suchte Hirsch Beer während seiner 15jährigen amtlichenWirsamkeit, wozu auch die Leitung des israelitischen Armenschulwesens gehörte, manches Gute zu fördern, Vorgefundene ältere Institutionen, wo es anging, von Mißbräuchen möglichst zu reinigen und das bessere Neue wenigstens vorzubereiten. Man muß die eigenthümlichen Verhältnisse der jüdsschen Gemeinde zu Dresden kennen, um'die. unsäglichen Schwierigkeiten zu ermessen, welche einem öffentlichen Wirken zeither dort entgegenstanden. Vom Staate in Gemäßheit der bis in die neueste Zeit herab noch in Kraft bestandenen Gesetzgebung nicht etwa als Corporation , als Religionsgemeinde, sondern vielmehr nur als Aggregat von Individuen, die demselben Glauben zugethan sind, betrachtet, konnten die Gemeindeglieder weder zu zweckmäßigen Einrichtungen, noch zu verhältnißmäßigen Leistungen in Betreff des Cultus und. Schulwesens veranlaßt werden. Der Cultus war, wenige Ausnahmen bei gemeinsamen feierlichen Gelegenheiten abgerechnet, der Aufsicht der Gemeiüdevorsteher ganz entzogen und seufzte unter der Willkür der sogenannten Synagogen Herren oder deren Stellvertreter. Im Schulwesen kam Alles auf den guten Willen einzelner Eltern und Lehrer au, da den Gemeindeältesten hierin zwar die Aufsicht und die Verwaltung der hauptsächlich auf freiwillige Beiträge hingrwiesenen Einnahme, aber kein Iwangsrecht zustand. — Die von dem Verewigten gleich nach seinem Amtsantritte beabsichtigte Bereinigung der sogenannten Thalmudthorafchulen in eine zweckmäßige Anstalt ' unter der Benennung »Chinuch Neorim,« wozu Plan und Unterrichtsschema von Sachkundigen unter seiner Leitung bereits ausgearbeitet waren, mußte daher bei der Unzulänglichkeit der damals zu Gebote stehenden Mittel und dem Mangel allseitigen Einverständnisses'unterbleiben/ Doch kam er mehrmals wieder aus dieses Project zurück und suchte dessen Verwirklichung durch weise Verwaltung des ihm anvertrauten Armenschulfonds, Herbeiziehung vieler neuer fteiwilliger Contribuenten und sichere zinsbare Anlegung der eingehenden Gelder, wenigstens für die nahe Zukunft , die bereits in den letzten Monaten seines Lebens zur Gegenwart gedieh, zu ermöglichen. — So lange eine neue Organisation nun einmal nicht ia's Leben treten konnte, wirkte er dahin, daß die ältere Lehrweise möglichst verbessert werde, wachte unermüdlich über den Fleiß der Lehrer und Schüler und ließ sich von dem dringendsten Geschäfte kaum abhalten, wenn er eine Schulrevision oder die Ueberraschung in den Unterrichtsstunden v'orhatte. — »Kannman keinen Neubau unternehmen, so muß man seine Kraft anwenden, das alte Gebäude zu stützen, damit es nicht gänzlich sinke,« pflegte er häufig zu sagen. — So ward in den Jahren 1831 und 32 neben der sortbestehenden Erlernung der heil. Schrift in der Ursprache sammt Commentare und des SchulchanAruch's, ein katechetischer Religions - Unterpicht in deutscher Sprache nach den Lehrbüchern Johlsohn's, Herzheim er'src. eingeführt, auch die Veranstaltung getroffen, daß mehrere Knaben, .die von Thalmudthora Unterricht erhielten, nach zurückgelegtem 13ten Lebenchahre in der Synagoge öffentlich geprüft wurden und dann die Religionsweihe, empfingen, welche Feierlichkeiten sehr erhebenden Eindruck auf die Anwesenden mach- .") Denen in einem frühem Jahrgänge der Zeitschrift Sn lamith Erwähnung geschieht. (Schluß folgt.) Redacteur: Dr. L. Philipps»«. — Verlag von Baumgartners Buchhandlung. — Druck von W. Haack.

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