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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-05-13 · Heft 6 (13.5.1837) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 6 (13.5.1837)
Article
Madrid
Date
1837-05-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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i. Z-chrgang. ALLgewsrNe No. <8. Zeitung des Zudenthnms. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Coacestiou.) Leipzig, den 13. Mai 1837. Politik. Zeitungsnachrichten. (Uebersicht der Ereignisse vom Januar 1837 an.) Madrid, 7. April. Am 4ten und 5ten April wurde, in den Cortes der Artikel 11 des Constitutionsentwurfes, verhandelt, der bekanntlich ausspricht, daß die Spanier sich zur katholischen Religion bekennen. Es heißt, daß nammtlich der englische Gesandte den Wunsch geäußert, irgmd etwas Bestimmtes über die Verhältnisse der Nichtkatholiken festgesetzt zu sehen; die Herren aber, welche in den Cortes als die Muster der Weisheit gelten wollen, Arguelles, Heros, Samho u. f. w. bekennen zwar die Toleranz mit den Lippm, wagen jedoch nicht, siein's Werk zu setzen. Der Justizministcr erklärte, es müsse der Grundsatz, dem Gewissen keirtd Gewalt anzuthun, und Niemanden aus Gründen der Religion zu verfolgen,, ausdrücklich in der Constitution Eingang finden. »Fern aber'sei es von'mir, setzte er hinzu, Freiheit des Cultus zu verlangen! Nichts von dem! Zeder Spanier muß sich zur katholischm Religion' bekennen, aber kein Spanier darf unter dem Vorwände der Religion verfolgt werden. Dies muß erklärt werdm, denn die Gesetze gegm Ketzer, Judm und Muhamedaner bestehm noch, und es kann jedem Prälatm einfallm, sie einmal in Anwendung ^zu bringen.« Arguelles verlangte dagegm im Namm der Commission, der Artikel solle so bleiben, wie er abgefaßt ist. Mit gänzlicher Verläugnung aller Geschichte behauptete er, bis zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts habe in Spanien mehr Duldung geherrscht, als irgendwo. Cabaltzero sprach gegen den Artikel, weil er zu unbestimmt abgefaßt sei. Er meinte, das Spanische Volk übe religiöse Duldung, ohne dazu aufgefordert zu sein, er verlangte, man solle dm Zusatz machen, daß Niemand (auch Fremde nicht) wegen religiöser Meinungen verfolgt werdm dürfte, erklärte sich aber gegen die Freiheit des Cultus. Der Exminister Lopez hielt einm beredten Vortrag zu Gunstm der Duldung, und wie unpassmd es sei, daß erst noch kürzlich das Gefttz der novissüna recopilacion zum Vorschein wieder gekommen, welches verfügt, daß Juden das Land verlassen, und wmn sie w^erkommen, mit dem Tode bestraft werdm sollten. Bei vek Abstimmung wurde der Artikel in seiner ursprünglichm Gestalt angmommm. London, 15. April. " Die heutigen Zeitungen meldm, daß dem vorjährigm Sheriff Sa lomons von einer Anzahl feiner Glaubmsgmossm aus besonderer Achtung ein prächtiger Candelaber überreicht wordm ist. Hierbei möchtm wir die deutschen Jsraelitm auf den Umstand aufmerksam . machen, daß der, welcher im Namm der Subscribentm sprach, wie der Gefeierte selbst, sich ohne alle Umschreibung, und gewissermaßm mit Stolz, Juden (Jews) nannten; was hier jeder Israelit thut. Je reicher der hiesig« Jude, desto unabhängiger zeigt er sich hierin. So har z. B. der reiche Moses Montefiore zwischm seinem Landhause und der Stadt Ramsgate eine Synagoge bäum lassen, welche er mit pünktlicher. Genauigkeit besucht. Von seinm Mitbürgem und Nachbarn wird er seiner Frömmigkeit wegm nur um so höher geachtet. (A. Z.) Brüssel, 16. April. Der berühmte Künstler auf dem Strohinsirummte, Gusikow, liegt hier so gefährlich nieder , daß man an seinem Aufkommm zweifelt. Paris, 14. April. Hier hat sich eine Philharmonische Gesellschaft gebildet, die lediglich zum Zwecke hat, Concerte für die Armen zu gebm. An der Spitze dieser Gesellschaft stehen die Gräfin Sparre, Merlin und Mad. Dubignon, und die Herren Meyerbeer, Halevy und Habeneck. Das exste Concert findet am 29sim d. M. zum Bestm der Lyoner Arbeiter statt. Karlsruhe, 14. April. In der hmtigm Sitzung der zweiten Kammer kam unter dm Petitionm auch eine für völlige Emancipation der Judm vor. Hannover, 19. April. In der ersten Kammer theilte am 13ten d. M. der Gmeral- Syndikus die Vorschläge der Konfermz (beider Kammern) in Bezug auf dm. Gesetz-Entwurf über die Rechts-Verhältnisse der Judm mit. Mehrere Vorschläge, nammtlich die in Bezug auf die Erwerbung von Grundstückm, gaben zu lebhaften Debattm Anlaß, die auch noch in den beiden folgmdm Sitzungen fortgesetzt und zum Theil mit sehr geringenWajoritätm (17 gegm 16 Stimmen) gmehmigt wurdm. V •— 22.April. Die zweite Kammer, die mehrere Conferenzvorschläge in Bezug auf das Gesetz über die Judm nicht angmommm, hat dm Beschluß gefaßt, bei der erstm Kammer auf eine Fortsetzung der Konferenz und eine Erweiterung derselben um zwei Mitglieder jeder Kammer anzuttagm. ' Prag, 23. April. Am 19tm d. Mts., als am Gebuttstage seiner Majestät des Kaisers,, ist hier Vormittags in Gegmwart Sr. Excellmz des Oberstburggrafen und der höchstm Behörden, eine Kleinkinderbewahranstalt für Israeli-

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