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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-05-11 · Heft 5 (11.5.1837) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 5 (11.5.1837)
Article
London [Nachricht]
Date
1837-05-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I. Jahrgang. AttHKMeML Nv. S. Zeitung -es Judcnthunw. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Kölligl. Sächstscher allergnädkgker Concession.) Leipzig, den 11. Mai 1837. Politik. Zeitungsnachrichten.^ (Uebersicht der Ereignisse vom Januar 1837 an.) London, 14. April. Die Vermählung der Miß Samuels,. Nichte der Baronesse Rothschild, mit dem reichen Herrn Salomons wird nächste Woche gefeiert werdm. Aus dem Würtembergischen. Unter den 1320 Gesangmen, welche am 30. Juni in dm Strafanstaltm des Königreichs sich befandm, warm 846 Evangelische, 463 Katholische, 11 Juden. Auf die evangelische Bevölkerung kam auf 1287 Einwohner 1 Gefangener, von der katholischen auf 1057, und von der jüdischm auf 980 Einwohner. Hingegen verhielt sich die Zahl der 18ffeingelieferten Gefangenen zur Bevölkerung, bei dm Evangelifchm wie 1 zu 509, bei den Kathol. wie 1 zu 465, und bei dm Judm wie 1 zu 769. (Im neuesten Hefte der würtemberg. Jahrbücher vom Oberfinanz'rarh v. Memmingen.) Politische Kontrole und Abhandlungen. Portugal. Der erste Punkt der nmgemodelten portugiesischm Verfassung ist: »Die römisch-katholische Religion ist die herrschmde, jede andere wird geduldet.« (6. März.) Die jüdische Religion auch? München. Sr. Majestät der König haben den bisherigm St. Michaelsordm in einm Verdienstorden umgewandelt, der ohne Unterschied des Standes, Volkes und der R'eligiow Jedem, der durch Anhänglichkeit, Vaterlandsliebe und ausgezeichnet nützliches Wirken die besondere Zufriedenheit des Königs auf sich gezogen, verliehen werdm soll. (16. Febr.) , »In den blühenden und demokratischen Nordamerikanischm Staatm werdm keinem Mmschm seine religiösm Meinungm ein Hindemiß, im öffmtlichm Dimste vorzurückm, und die höchstm Staatsehren zu erlangen. Jedes Amt, vom Präsidmtm bis zum Schreiber hinab, ist dem Talente und Verdimste zugänglich, und der Staat kann ohne Nebenrücksichten über die Dimsteder fähigsten Männer verfügen. Daher die Uebrrlegmheit, womit in der Union alle Staatsgefchäfte verwaltet werdm; daher auch das Glück und der Aufschwung jenes Landes und seines freim Volkes.« — »In keinem Lande herrscht eine so völlige Gewissensfreiheit. Confessionsverschicdmheit hat in der Union wenig oder gar keinen Einfluß auf die Politik. In neuerer Zeit wurde zwar von einzelnen Sektm, einigemal der Versuch gemacht, religiöse Antipathiem in die öffmtlichm Angelegenheiten einzumischm, aber jedesmal widersetzten sich die übrigen Sektm kräftig solchen fanatischen Bestrebungen.« (Constitional u. New-York Heral'd.) Belletristik. Die Marannen. Novelle aus dem letzten Jahrzehend des sunftehntenJahrhunderts.* (Fortsetzung.) 2. In einer mttegmm mgm Straße der belagerten Stadt faß in ejnem kleinen Zimmer des unterstm Stockes eines alten Hauses der ehrwürdige Nksfa. Ärmlich, aber reinlich und sauber sah es im Gemache aus, so daß der Fremde beim erstm Eintritt die häusliche Sorgfalt eines weiblichm Wesens erkmnm konnte. Das Estrich des Bodms war glänzmd weiß, die Wände des Zimmers schimm mit altem Stuck bedeckt, auf dem man verblichene Figmm in Form von Arabeskm sah, von der Decke hing in der Mitte eine blinkende, metallene, siebmarmige Lampe herab. Der Schrein mit gefchnörkelten Füßm schien die wenige Wasche und Habseligkeitm der Inwohner zu enthaltm, unter ihm warm Pergammtrollm und einige Foliantm aufgestellt, denn die Seltmheit und Kostbarkeit der Bücher zu jmer Zeit machte dm Besitz derselben zu einer Seltmheit. Auf einemDivqn mit rothem Velours bedeckt lag die reizmde achtzWMhrig^D i n a h-, ausruhmd von dm Schreckm und UnruMr' der vergangenen Nacht, doch mit zärtlicher Aufmerksamkeit guf dm geliebten Vater schauend, der im Lehnstuhle vor dem mit Büchern bedecktm Tische faß. Sein Haar hattm die heiligm Uebel des Lebms früh gebleicht, seine Augen warm blöde von emsigen Studien, sorgenvollen Nachtwachm und Thränm des Elmds, und dmnoch die Srim fast ohne Falten, der ganze Ausdruck des Gesichtes innem Seelmftiedm verkündmd, so daß der lang herabhängmde Bart dm Eindruck der Ehrwürde

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