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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-05-06 · Heft 3 (6.5.1837) · p. Seite 12

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 3 (6.5.1837)
Article
Predigtentwürfe
Date
1837-05-06
Page
Seite 12 (sequence 1)
Language
German
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12 Predigtentwürfe. (Zu jeglichem Sabbath Einer.) 1. irwri ras Einleitung: Mal. 3, 14.15. (Haphtora). Ueber die Verblendung des Menschen in. Bezug auf Selbsterkenntnis. Text: Mal. 3, 18. Thema: Ueber.den Unterschied des Gerechten und Frevler. 1. Aeußcrc'Haltung. Antlitz. Stellung. Sprache und Sprechweise. 2. Innere Geistes Welt. Liebe für oder Gleichgültigkeit gegen das Gute. Verschiedenheit der Lebensansichren in niederer und höherer Sphäre. - - 3. Handlung. Werke mit dem Auge nach oben (der Gerechte), hingegen mir dem Auge nach unten (der Frevler). Höhere Zwecke mit nur erlaubten Mitteln (der Gerechte), hingegen niedere Zwecke durch jeglichcs Mittel (der Frevler). Schluß: Ueber die Hoffnung des Gercchrm. , Eorrespondenzen, Auszüge, Repliken. (Cassel) — Als das dringendste Bedürfniß für das ganze israelitische Schulwesen stellt stch immer mehr die Errichtung von Scminaricn heraus. Soll auf die aufwachscndc Generation nur irgend israelitisch gewirkt werden, soll die Liebe zur Religion Israels in ihr geweckt und erhalten werden, so kann dies nur von gebildeten Lehrern ausachcn, die, als Repräsentanten ihrer Religion, schon purch stch Achtung zu erwecken vermögen. ■ Daß ober alle israelitischen Gemeinden studirrc Lehrer haben können, ist weder nach der Zahl Dieser möglich, noch können die crsteren, meist aus geringer Familicnzahl bestehend, die höhere Besoldung eines studieren Lehrers aufbringcn. Woher sollen daher tüchtige Subjccrc zu Haus - und Gcmcindclchrcrn kommen ’t Nur aus Anstalten, die zu der Ausbildung solcher bestimmt sind, und ihre Schüler mir den nothwcndigcn Kenntnissen versehen, entlasten. Diese Anstalten müssen aber von ganzen Provinzen erhalten werden, da sic zugleich zur Subsistenz der Seminaristen bcizutraarn dörren, indem in der Regel.Unbemittelte nirr sich zü diesem Stande bestimmen. Auch hier besitzen wir seit einigen Jahren ein Seminar, dessen Vorstand, l)r. Büd ingcr, mit wahrem Interesse und aufopfernder Eigennutzlosigkcir zu Werke geht — leider aber fehlt es noch immer "an gehörigen Mitteln, um cs zu einer gewissen Großartigkeit und zu größerem Umfange zu bringen. Ich berichte Ihnen, über dasselbe, nach Kenntnisnahme gegen Ende vorigen Jahres, Folgendes. Früher (1825) machte dasselbe eine obere Abthcilüng.der obcrn Klasse der Knabenschule aus; wurde aber noch in demselben Jahre, bei der Zunahme der Zöglinge, dem Lehrpläne nach von derselben getrennt: seitdem ist die Organisation geblieben, wie sie ist. Die Lehrgegenstände sind: Hebräische Sprache- und Bibelkunde mir hcbr. Commentarien, mit besonderer Rücksicht auf Grammatik und hcbr. Styl; deutsche Sprache und Stylsibungcn; Methodik und Dialektik;- Arithmctis nebst den Elementen der Geometrie und Algebra; jüdische und Weltgeschichte; Geographie, Naturgeschichte und Naturlchrc, Zeichnen, Musik und Gesang; endlich Rituallehre, Rclrgions - und Pflichtenlehre mit besonderer Rücksicht auf das Lesen hebr. dogmatischer Schriften (Maimom'des, Dechai, Aldo rc.). Der Cursus ist'zu drei Jähren bestimmt, reicht aber bei den wenigsten zur völligen Ausbildung hin, weil die Schüler gewöhnlich zü wenig Dorkenntnisse mitbringen, und müssen die Meisten auch wohl 4 Jahre dableiben. In dem letzten halben Jahre geben die Seminaristen in den Elementarklassen wöchentlich 6 Stunden, um ihre Lehrergabe zu wecken und zu prüfen. Das Seminar ist übrigens bis jetzt nur für die Provinz Nicdersachsen, und diese zahlr für 8 Zöglinge jährlich, für einen Jeden, 20 Thlr.. Stipendium. Die Subsistenz derselbenist daher sehr schwierig, und größtentheils auf Kosten der Wohlthätigkeit- -Hiesiger Einwohner. Die zu entlassenden Zöglinge werden von einer durch die Regierung bestellten Commission -geprüft und dann nach bestandener -Prüfung in den Gemeinden angestellt. —'Als Lehrer sind der vr. Büdinger nebst einem stehenden und vier Hilfslehrern angestellt. Die meisten bisher entlassenen Zöglinge versehen ihr Amt zur Zufriedenheit, einige sind ausgezeichnet und musterhaft. Das Resultat giebt demnach im Allgemeinen, den Umständen nach,'ein völlig befriedigendes Bewußtsein. — < (Juden in Algier.) Der Fürst von Pückl cr-Muskau klagt sehr über die unverschämte Uebertheuerung in. allen Gegenständen, die man in Algier kauft. Er fügt den Rath hinzu: »Da also weiter kein Ausweg übrig zu bleiben scheint, so rathr ich wohlmeinend jedem Fremden in Algier, nie Etwas irgend einer Art zu kaufen, zu micthcn oder zu bestellen, ohne vorher den Betrag genau zu siriren, >'8. wenn er mit Christen zu thun har denn die Muselmänner und Juden übcrtheuern hier entweder gar nicht, oder wenigstens deccnr.« (Scmilasso in Afrika, 2r Theil.) (Israelitische Cameraderie.) In der Abendzeitung läßt'sich gegenwärtig öfters ein Mitarbeiter, Namens Victor Lenz, über israelitische Verhältnisse aus. In einemAuffatzc.über Cameraderie» (Camcradschasrcn, Coterien) bemerkt er: »Die allgcföhrlichstc Cameraderie ist die israelitische, weil unsere Institutionen sic gewissermaßen als ein Bergcltungsrecht naturrechtlich Hervorrufen, zu Repressalien quand mene auffordern. <r Diese Bertheidigung oder Entschuldigung ist eine arge Anklage. Ja, wir bilden, aber im Geiste nur, eine Cameraderie, aber nur um bürgerliche Dollgültigkcir zu erlangen, nachdem wir in Kasten und Bildung eine bürgerliche Stellung eingenommen; es ist eine Camcraderie, des Bedürfnisses, zu fcjgteo, was dem geringsten Tage« löbncr nicht.versagt wird. WcrKMkvir.haben, was wir zu wünschen gezwungen sind, durch alle gegenwärtigen Lcbensvcrhältniffe gezwungen sind: hört unsere Cameradschaft auf. Wo ist der Staat, der, nach der Emancipati^n der Juden, von diesen Etwas cr-! litten 't Im Gcgcntheilc, jede bedrückte Parrhci, sobald sic die! Freiheit erlangt, schließt sich mir Eifer der bestehenden Ordnung; an, die sie sich erkämpft, die ihr thcucr, die ihr zum Lcbcnspriu- . cipe geworden. — (Mainzer Zeitun g.) Seit einiger Zeit ist dieses Blatt! mit Aufsätzen über Emancipation pro 'und contra gefüllt. Dieser; Streit ward durch ein Pamphlet von einem gewissen Stückgrad - erregt, wovon sogar ein Theil als gefährlich unterdrückt worden. -Wir wissen nicht, ob dies die uns zugekommenen »Stimmen der j Minorität von Stückgrad « sind. Es ist genug, das Urthcil eines j 'geachteten Blattes darüber anzugcben, daß dies eines der Bücher ist, die Aufsehen zu erregen und Rohheit zu bewirken bestimmt ' sind. Man sei aber stillschweigend in Deutschland längst -übereini gekommen, solcherlei Schriften— mit Stillschweigen zu übergehen. Anzeige. Diese Zeitschrift sollte mit Anfang Aprils erscheinen, wurde aber durch unvorhergesehene Hindernisse .bis jetzt verzögert- Um deshalb mit der Zeit für die Lieferung der im laufenden-Lahre zu erscheinenden 3 Quartale in Ordnung zu kommen, so werden in denselben zum öftern 2 Nummern an einem Lage erscheinen, so daß mit Ende Decembers-die 12 April-Nummern eingebracht seyn werden. Leipzig, den 6. Mai 1837. Die Derlagshandlurrg. Rcdacreur: Dr. L. Philipps»». — Verlag von Baumgartners Buchhandlung. — Druck von W. HaaS.

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