Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 3 (6.5.1837)
- Article
- Paris [Nachricht]
- Date
- 1837-05-06
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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I-Jahrgang. ULkgsMeiNe No. 3. Zeitung des Zu-enthmus. Ein unpartheilsches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concesstoa.) Leipzig, den 6.Mai 1837. Zeitungsnachrichten. (Uebcrsichr dcr Ereignisse vom Januar 1837 an.) Paris, 23. Mar;. Herr James ».Rothschild ist diesen Morgen in Paris angekommcn, von Frankfurt kommend: seine Gegenwart ist ein wichtiges Ereigniß in den Umständen, in denen sich die Börse befindet. Gleich nach seiner Ankunft hatte derselbe eine Conferen; mit dem Finanzminister. j — 27: Mac;.. Heute,wird in dem Saale der Conccrre! zu Sc. Honore bei Gelegenheit des Carncvals der Israeliten! -(Purim), .ein Maskenball gegeben, der an Glan; alle bisher! gegebenen Überwerfen wird. Das Orchester wird aus 100 Mu-! sikern bestehen, die Erleuchtung durch Gas geschehen. Außerj dem werden 30 Kroncnlenchrer. mit Wachslichren zur Erleuch- > tung dienen. Der Saal wird ganz mir Spiegeln verziert sein. (Cour, fr.) ] Brüssel, 2. April. ' Es ist eine in ihrer Art einzige Erscheinung, daß dcr ncugeborne Prinz, Sohn eines protestantischen Königs, der über ein katholisches Landherrscht, von einem Israeliten, dem Bürgermeister Debie von Lacken, in den Civilstand ausgenommen worden. Aus dcr Schwei;, 6. April. - Eine/von den vielen wunden Stellen in der Gesetzgebung der Schwei; — man har dieselben lange zugcdeckt gehalten, und mir den gewaltsamen -Aenderungcn im Scaatsleben kommen sie alle an den Tag — ist die Judcnfragc. Der Kamen Basel-Landschaft hat das Fortbestehen der alten ungnädigen Gesetzgebung gegen die Juden in dem Streite, mit Frankreich schon rheucr bezahlt; bei den übrigen ist noch nichts cingerreccn, was entschiedene Erklärungen nöchig. gemacht hatte; man laßt die Sache ihren Gang gehen, bis man nicht mehr umhinkann, sie abzurbun. Am strengsten ist in alter Zeit Zürich mit -Juden verfahren, cs hat sie im Laufe des Mittelalters alle auf einmal vertrieben, und die Nachkommen sind damit st einverstanden, daß Juden nur höchst selten im Lande geduldet werden. Der Stadtrath von Zürich hat nach und nach Mehreren die Niederlassung bewilligt, wollte nun aber, um dem starker werdenden Zudrang Einhalt zu thun, einmal ein Beispiel aufstellen, und verweigerte die Nioderlassungs-Bewilligung- Einem absichtlich, damit der Grundsatz kund würde, geachrettn, wohl empfohlenen Manne, und zwar mit -orrufilng auf das Gesetz, daß man von Jedem , der sich nrcderlassen wolle, einen Taufschein verlangen soll; dcr Bezirksrath und Regierungsrach aber , schlugen die Maßregel nieder, weil keine Gründe vorhanden seien, hier von dem Gesetze, das Taufscheine verlangt, Gebrauch zu machen. (Hamb. Eorr.) Frankfurt a. M., 22. Marz. Wegen dcr Krankheit des Baron A. M. v. Rothschild waren jetzr sämmrliche vier Brüder hier anwesend. Dcr Großherzog von Hessen hatte seinen Leibarzt, Dr. Hesserr, hierhcrgcsandt. Dcr regierende Landgraf von Hrssen- Homburg fuhr am Garten des Barons vor, um sich nach dessen Befinden zu erkundigen. Die Acrzre haben übvigcns den Kranken außer Gefahr erklärt. — Derselbe har vor Kurzem die sogenannte Grüneburg bei Frankfurt für 70,000 Fl. gekauft,, um eine Meierei in großartigem >Lrple daselbst zu errichten. . r Hannover, 16. Frbr. In der Sitzung der erstenKam- I* 1 mcr unserer Stande - Versammlung vom 7. d. erfolgte eine Mitrhcilung dcr zweiten Kammer hinsichtlich des Gesetz-Entwurfs über die Rechtsverhältnisse dcr Juden. Nach dieser Mittheilung hatte die zweite Kammer die meisten Beschlüsse.! der ersten Kammer zu dem Gesetz-Entwürfe abgelehnt, und beanrragre nun, zur Ausgleichung der, auch durch die Ablebnung dcr meisten Beschlüsse dcr zweiten Kammer, entstandenen Differenzen eine Conferen; von zwei Mitgliedern jeder Kammer. Die erste Kämmer ging ohne Weircres auf diesen Antrag ein. Sollten diese bedeutenden Diffcrmzrn durch die Konferenzen nicke ausgeglickrn werden, so würde entweder ein Königl. Eommissarius gefordert,, oder der ganze Entwurf abgelehnc werden können. Karlsrube, Mär;. Unter Anderm ward in der sechsten Sitzung der zweiten Kammer eine Petition des Herrn von Humbold in Aschaffmburg über die Emanciparion der Juden übergeben. Breslau, 29. Marz. Was für jetzt zu erwarten stände, wenn die bcrarhende Stimme dcr Landstände in eine beschließende verwandelt würde, wäre einerseits möglichste Steuerfteiheir, Wiedereinführung aller Feudal-Herrlichkeiten, ausschließliches Vorrecht auf alle hochbesoldeten'Staatsämter; ' anderseits: Zunftzwang, Patrizier-Wirthschaft in den Städten und Judenverfolgungen. ‘ (Allg. Zeit.) - Dresden. (Die sächsischen Angelegenheiten bis zum. 17. März, sehe man in der ausführlichen Abhandlung; darüber weiter unten.) -r- 14. März. Prof. K.ru g hat auf das ungehobelte, i Schreiben einiger der'Emanciparion dcr Juden, höchst abgr-! n.igten Dresdener Bürger, worin sie ihn zum »König der'