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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-05-02 · Heft 1 (2.5.1837) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 1 (2.5.1837)
Article
Kurze geschichtliche Darstellung der religiösen und bürgerlichen Verhältnisse der israelitischen Gemeinde zu Dresden
Date
1837-05-02
Page
Seite 4 (sequence 2)
Language
German
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4 dem Darleiher dadurch das Recht nicht erwachse, das Grundstück auf dem Licitarionswege zu erstehen, wurden gesetzlich gestattet, so wie nicht minder öffentliche Wechselcomptoire den jüdischen Glaubensgenoffcn eonivenäo erlaubt, auch die Gemeinde zum -Ankauf eines Hauses zur Rabbinerwohnung rc. vermittelst Königl. Rescripts förmlich berechtigt, und dadurch also die Heimathlichkeit der Israeliten in Sachsen gewissermaßen anerkannt. — Hierauf ward anu 10. Septbr. 1829, j als dem hundertjährigen Geburtstage Moses Mendels- - sohn's, ein Verein gestiftet, welcher »Handwerke, Künste und Wissenschaften, so wie jede-nützliche Thätigkcit bei der hiesigen israelitischen Jugend zu befördern, und überhaupt verbesserte Gesinnungen über Israeliten und Jfraelitenthum zu verbreiten« bezweckt. Aus den gedruckten Statuten und Uebersichten des Vereins sind die näheren Verhältnisse desselben zu ersehen. Man wird leicht ermessen, daß, bei der damaligen Verfassung, unsägliche Schwierigkeiten m überwinden waren und die Ausdauer und Thätigkcit der Verwaltung nicht wenig in Anspruch genommen wurde, um das Unternehmen mit günstigem Erfolge zu krönen. Jetzt, nach mehr als /jährigem Bestehen des Vereins) sind bereits 18 hülfsbedürftige Knaben als Tischler, Messerschmiede, chirurgische Instrumentenmacher, Holzbildhauer, Buchbinder, Schuhmacher, Schneider, Gürtler und andere Handwerker aufgedungen worden, wofür über 500 Thlr. Pr. Cour, an Aufdingungs- und Lossprechungskostcn gezahlt wurden. Mehrere Jünglinge wurden zum Behuf des Studiums einer-Facultatswissenschaft unterstützt, und sind hiefür so wie für Erlernung technischer Künste an 300 Tblr. aus der Vcreinskasse verausgabt worden. — Außerdem hat die Vereins-Verwaltung sowohl nach Innen auf Verbesserung des religiös-moralischen Unterrichts, durch Abhaltung von Rcligionsweihen, von Vortragen in deutscher Sprache und ähnliche Veranstaltungen, als auch nach Außen durch Verständigung mit den Behörden und Belehrung der christlichen Mitbürger über die eigentlichen Verhälmisse der Israeliten in jeder Hinsicht vottheilhaft zu wirken sich bestrebt.! Der Verein, der, als der einzige zum Andenken des unstcrb- > lichen Mendelsohn in Deutschland bestehende Verein, auch! in auswärtigen Staaten Theilnehmcr fand, zählt dermalen'! Se. Majestät unfern allergnädigsten König Frie-r 'j drich August, Jhro Majestät die Königin,! sämmtliche Prinzen und mehrere hohe Staatsbeamte i zu seinen Mitgliedern, die sogar um die Details der Verwaltung zuweilen sich zu kümmern geruhen. (Fortsetzung folgt.) Belletristik. 3Cnra. Diese Rubrik wird eben so sehr Originaldichtungen, als Auszüge und Bruchstücke aus allen belletristischen Schriften, die unser Gebiet berühren, enthalten. Die crsteren werden mit einem *, die letzteren mit einem (j) bezeichnet werden. Israelitische Lebensbilder. 1. Das Kind. Der Mutter Gebet an der Wieget) Der Du Schlafes Bande Um die Augen senkst, Der Du sanften Schlummer Auf die Lieder lenkst, . Unter Deinem Schatten Ruh' es sicher aus. Unter Deinen Flügeln, Bor der Nächte Graus. Don der Mutter Busen In der Wiege Schooß, Unter Mutter Augen Werd' cs stark und groß. Aber Friedens Hütte Breitet aus der Herr, Stellt die heil'gen Wächter Um sein Lager her. Engel ihm zur-Rechten, Und zur Linken auch, , Für der Augen Sttahlen, Für des Mundes Hauch. Alten Stammes-Sprößling, Alten Segens Frucht, Sei dir leicht des Lebens . Drückend ehrne Wucht. Mag Verachtung harren Auf des Juden Sohn, Bis zu Kindleins Wiege Dttnget nicht der Hohn. Nur der Schlummer wehe Säuselnd um mein Kind, Während Freudenthräne Muttcraug' enttinnt. Vergl. das hebe. Abendgebet der Juden. Druck von W- Haack.

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