Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 53 (3.5.1838)
- Date
- 1838-05-03
- Page
- Seite 216 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Iranspnrt 6188 Thlr. 4 Gr. 837) - Julius Barasch, Rabb.-Cand. 3 --- 838) - D. L. Gutstein, Commis. . 3 . - - 839) - S. Gordon, Kaufmann . . 5 - - - 840) - F. Mühlfelder,' Stud. Tlieol. aus Bauerbach . .. 5 - ' - - 841) Mad. Zerline Fürst in Zerkow . . 842) Herr Livius Fürst, in Neustadt 5 843) «. b. SS. - L. Wolssohn, Stud. nwd. 5 844) aus Odessa . . .. - I. Nachod, Handlungsdiener 3 aus Dresden . .. 5 - - - 845) - Moses Kohner, a. Schweifing 1 - — - 8un>m<r 6218 (Fortsetzung folgt.) - 4 - Literarischer Salon: (Fortsetzung.) Denksteine (Fortsetzung°). Moses Mendelssohn, bei de» hebräischen Schriftstellern auch Ben - Mcnachem oder M ose Dessau, wurde zu Deffau am 6. September (12. Elul) .1729 geboren, und starb den 4. Januar 1786, im 57. Jahre seines Alkers. — Salomvn Maimon, der berühmte skeptische Philosoph, in der hebräischen Literatur durch seinen Morc-Comme.ntar, betitelt Gibaat Ha-More, bekannt, wurde 1753 zu Nießwitz in Litauen geboren, und. starb bei dem Grafen von Kalkreuth, auf dessen Gute Nieder-SiegerSdorf bei Freisiadt in Schlesien, im November 1800. Ueber sein Leben vergleiche: Salomvn Maimon's LebcnSgeschichte, von ihm selbst geschrieben, und herausgegeben von A. P. Moritz. Berlin, 1792, in zwei Bänden. Maimoniana, oder Rhapsodien zur Karakteristik Maimon'S, gesammelt von I. S. Wolf. Berlin, 1814. — Mose Efraim Kuh, der als deutscher Dichter bekannte erste Jude, wurde zu Breslau 1731 geboren, und starb daselbst den 3. April 1790. Eine treffliche Karakteristik uud ein Lebenrgemalde diese- Dichters lieferte Berthold Auerbach, der Verfaß er des Spinoza, im Jahrgang 1836 der Zeitung für die elegante Welt. — Simon Bondi, Verfasser des Or-Esther, oder: erklärendes Glossar über die lateinischen Fremdwörter in den talmudischen Schriften, wurde Den 16. Mai 1774 zu Dresden geboren, und starb den 19. December 1816. — Der deutsche und' hebräische Dichter Lippmann Büschenthal, starb in Berlin den 7. December 1818, in noch nicht vollendetem 34. Jahre seines Lebens. — Josef Haltern, ein Schüler Mendelssohn's, Mitarbeiter an der ersten hebräischen Monatsschrift Measef, und Uebersetzcr des Drama's „Esther" von Racine ins Hebräische (noch nicht gedruckt), starb in Berlin 1817. — Giacomo Saraval aus Venedig,, wo er zuerst ein Rabbrnenamt bekleidete, zuletzt Rabbine zu Mantua, starb in letzterer Stadt im April 1782, im 75. Jahre seines Lebens. Dieser Gelehrte gab, außer vielen schätzbaren hebräischen Werken, noch die bekannte italienische Schrift heraus, betitelt: Lettera apologetica al Marchese N. N. Mantua, 1775, in welchem er die von Benedetti di Ferrara herausgegebene Schrift „über die Religion und den Eid der Juden" widerlegte. — Efraim Salm an Margalio t, der größte talmudische Schriftsteller der Neuzeit, starb den 24. Ab 1828 zu Brody, und der junge Gelehrte daselbst Mordechai Strelisker setzte ihm in einer schönen Elegie, eingerückt in dem Jahrbuch Bikurc-Jtim, eiu ehrendes Denkmal. — Jsacco Lampro nti, Arzt und Rabbine zu Ferrara jm vorigen Jahrhundert, der berühmte Ver- - *) Vergl. No. 112 vorigen Jahrganges. fasser des rabbinischen Real-Wörterbuches Pachad-Jizchak, starb 1756 zu Ferrara. Von seinem Riesenwerke erschien der erste Band in Folio zu Venedig 1750, beim Leben des Verfassers; der zweite hingegen erschien erst daselbst 1798, ebenfalls in. Folio, und jetzt, fast ein Jahrhundert, nach der Abfassung, ist das treffliche, schöne Werk noch nicht über den Buchstaben Mem hinaus gedruckt; so schwach sind die Mittel für hebräische Literatur, und so indifferent sind die Gemürher auch in Italien geworden! „Mit geflügelten Schritten, schreibt mir jüngst Luzzatto, durcheilt der Jndifferentismus gegenwärtig auch, die jüdischen Gemeinden Italiens. Die sonst so berühmten hebräischen Buchdruckereien sind verschwunden oder verwaist; nur hin und wieder werden noch zuweilen rituale oder talmudische Bücher gedruckt.", Also derselbe kulturgeschichtliche Prozeß, den unsere Glaubensbrüdet unter den Slaven durchmachen. — Der durch sein Geschick berühmte Jakob Kohen Bakri aus Algier, wo er unter der Restauration französischer Consul war, starb in Paris am 23. November 1836, im 73. Jahre seines Alters. Unter Karl X. hatte Herr Bakri, in der Eigenschaft eines franz. Consulö, mit dem Dey wegen einer Forderung zu unterhandeln, undo als in Folge eines hitzigen Wettstreites der Consul vom Dey eine Ohrfeige bekam, und die französische Regierung solches als nationale Beschimpfung ansah, entspann sich bekanntlich daraus die Eroberung Algiers und die Vertreibung des Dev. Unter der Juli-Dynastie lebte Herr Bakri reich und unglücklich in Paris, gedrängt von Gläubigern, während Spanien ihm 35 Millionen schuldete.— Mose Chajim Luzzatto, der berühmte Dichter des Le-Jescharim Tehila und Migdal-Oz, wurde in Padua 1710 geboren, und starb 1750 den 26. Jjar zu Ptolmais in Palästina, im 40. Jahre seines Lebens. — Iehuda Myses in Lemberg, bekannt alS Verfasser des religionSphilosophischen Werkes Kinat Ha-Emet (s. darüber No. 84 v. I.) und als abermaliger Herausgeber deS Berit-Emet von Dav. Caro, unter dem Titel Techunat ha- Rabbanim mir eigenen Anmerkungen (Wien 1823), starb 1831 in seiner Vaterstadt an der Cholera, in den Dreißigern seines Lebens.— Der berühmteste Rabbine, in Posen, Asiba Eger, Verfasser einer Sammlung von Rechtsgutachten (Teschubot Rabbi .Akiba, in Folio), wurde zu Eisenstadt in Ungarn am 14. Marcheschwan 1752 geboren', und^ starb den 13. Tischri (12. Oktober) 1837, im 85. Jahre seines Alters (s. No. 96 v. I.). Seinen Tod besang in rührenden Trauerweisen, in lieblichen ergreifenden Ottaven, sein Schüler RafaelFürsten thal, unter dem Namen Ebel-Jachid in Breslau 1837 (bei Sulzbach) gedruckt, und auch diesen Denkstein setzt seinen Manen ein dankbarer.Schüler.— Bär Günz b urg, Secretär der jüdischen Gemeinde in Brody, der 1810 Mose Vita Luzzatto' s trcffuche Merkchen Leschon Li um bi m mit gediegenen Anmerkungen und mit einer ausgezeichneten Einleitung herauSgegcben, wurde geboren in Brody 1776, und ftarb daselbst*1821. — Jakob Samuel Bit, ein thäriger Mitarbeiter für die Bikure Jtim, so wie für die Zefira, und von dem auch Briefe im Kerem Chemed abgedruckt sind, starb 1831 an der Cholera in Brody. Seinen sehr wichtigen Nachlaß beabsichtigte S. L. Goldenberg herauszugeben; er wurde aber bei dem fpdtcrn Brand in Brody vernichtet. — Der berühmte hebräische Dichter Sansone bi Modena, bekannt durch seine trefflichen poetischen Werke, wurde zu Mantua den 6. Ab 1679 geboren und starb den 21. Sivan 1727. Er schrieb! a) einen Divan iy fünfzig Pforten, betitelt Kol Müsar" (gedr. Mantua, 1725), wozu sein Freund, der mantuaner Rabbine David Finzi die Aufmunterung gab; 1>) eine ergreifende Hymne, unter dem Titel Scbigajon Simson, aus 300 CvD) Wörtern bestehend, die fämmtlich mit Schin anfangen; endlich c) Elegie auf seinen Lehrer, den Grammatiker und Dichter Giuda Briete, den bekannten Uebersetzcr der Briefe Seneca'S inS Hebräische, unter dem Titel Zir ha-Zirim. (gedr. Venedig, 1712), von welchem die italienische Uebertragung vom Verfasser selbst bei della Volta in Mantua handschriftlich vorhanden ist; d) Sefer Sikronot, ein rabbinischeö Reallexicon in alfabetischerOrdnung, in welchem sehr viele Artikel mit ausgezeichnetem Sammlerfieiße gearbeitet sind. — (Fortsetzung folgt). Mdacteur: vr. L. Philippsov. — Verlag von Baumgärtners Buchhandlung. — Druck von Z. B. Hirschfeld.