Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 10 (23.1.1838)
- Date
- 1838-01-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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* II. Jahrgang. MiMMeMk No. IO. Zcitung -es Judcnthums. Sin unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Königl. Sächsischer allergnä'digster Concession.) Leipzig, den 23. Zanuar 1838. Zeitungsnachrichten Hamburg, 1. Jan, (Privatmitth.) Die hiesigen Register ergeben für das verflossene Zahr: Geburten: Total 4629, worunter Uneheliche: 746 davon Israelitische: 219,worunter Uneheliche: 2 Todesfälle': Total 5450, davon Israelitische 284. G eschl oss.Ehen: Total 1419, davon Israelitische: 79, letztere ind 7, die bereits aufgeboten, aber noch nicht vollzogen sind. Unter diesen Zahlen befinden sich von der portugiesischen Gemeinde: 6 Geburten, 4 Todesfälle und 5 Ehen. Von den 72 Coputationen wurden vollzogen: 57 unter Assistenz des Herrn Chacham Bernays, 3 des Hrn. Suppleanten-Rabbiners Sat. Dreyfuß, 2 des Predigers Hrn. lh. Kley, 5 des Pred. Hr. Dr. Salomon, und 5 (portug.) des Hrn. Chasans Cassuto. Stuttgart, 24. Decemb. Nach dem Gesetze' vom Jahre 1828 über die öffentlichen Verhältnisse der Israeliten sollte für die israelitische Kirche des Königreiches Würtemberg ein Centralfonds gegründet werden, welcher unter der Aufsicht und Leitung der israelitischen Ober-Kirchen-Behörde steht. > Die Quelle dieses Fonds war bis jetzt nur hauptsächlich die durch das obenerwähnte Gesetz ekngeführse Personal-Steuer der Israeliten, welche von jeder selbstständig lebenden israelitischen Mannsperson jährlich mit 6 Fl., und von jeder Wittwe jährlich mit 3 Fl. zu bezahlen ist. Diese Steuer floß bis nach vollzogener Organisation des israelitischen Kirchenwesens gänzlich in die Central-Kirchen- Casse, theilweise in die der betreffenden israelitischen Kirchen- Gemeinden. Ferner haben die verschiedenen Kirchen-Gemeinden ihre Beiträge zu den Rabbinats-Besoldungen an die Central-Kirchencasse ejnzusenden, von welcher die Rabbinen ihre Gehalte vierteljährlich beziehen. Aus diesen Mitteln und den jeweiligen Zuschüssen der Staats-Casse hat die Central-Kirchen-Cafle ferner zu bestreiten : die Kosten der Ober-Kirchenbehörde und der Cassen-Verwaltung, die Unterstützungen der israelitischen Kandidaten der Theologie oder des Lehrfachs, Lehrgelder für arme Jünglinge, welche Handwerke u. s. w. erlernen, die Reisekostenentschädigungen an die Bezirks-Rabbinen, für deren Reisen bei dem ordentlichen Turnus zur Leitung des Gottesdienstes in, den verschiedenen Kirchengemeinden ihres Bezirks, die Kosten für Einberufung der Rabbinen bei besonders wichtigen Berathungen und bei Prüfungen, Anschaffung von Religions-, Gesang- und Spruchbüchern für arme Jsraelitenkinder im Lande, Beitrage zu Armen-Versorgungskosten an unvermögende Gemeinden, endlich für jetzt und mit besonderer Leistung aus Staatsmitteln für diesen Zweck die nöthigen Unterstützungen für die wegen nicht erstandener Prüfung von ihren Stellen entfernten alten Rabbiner und Vorsänger. Das Rechnungs-Ergebniß der Central-Kirchen-Casse ist nun für 1835 und 1836 zum erstenmal öffentlich bekannt gemacht worden. Hienach beliefen sich die Einnahmen aus26,172Fl. 33^Kr. und die Ausgaben auf 24,973 Fl. 59| Kr., der Fonds selbst aber auf 46,888 Fl. 24 Kr. Die Rabbinats-Besoldungen betragen 5387 Ft. 30 Kr. Die Unterstützungen für vormalige Rabbinen und Vorsänger 1450 Ft., Reisekostenentschädigung 1896 Fl. 45 Kr., Beiträge an arme Rabbinats- und Schulamts-Zöglinge 681Ft. 17 Kr., Unterstützungen an .arme Gewerblehrlinge und Gcwerbgehülfen 1196 Fl. 16 Kr., Beiträge an Armen-Versorgungs-Anstalten 24 Ft. 49 Kr. u. s. w. Warschau, 29. Dec. Se. Majestät der Kaiser haben den hiesigen Banquiers Anton Frankel und Alexander Laski den erblichen Adel verliehen. St. Petersburg, 24. Dec. I. Maj. die Kaiserin hatte zur Unterstützung von 28 höchst armen israelitischen Familien in Grodnd, die in Folge einerFeuersbrunft ihre ganze Habseligkeil verloren hatten, ein Geschenk von 5600 Rubeln bestimmt. Mit Hilfe dieser Summe und mehren Privat- und obrigkeitlichen Unterstützungen ward der Ort durch einen neuen Stadttheil vergrößert, und dieser zur Erinnerung an die erhabene Wohtthaterin „Alexandra-Slobodi" genannt. In diesem neuen Stadttheile, wurden die genannten armen Familien in 14 freundlichen hölzernen Hausern ausgenommen. Hamburg, 4. Jan. Es befinden sich jetzt „die optischen Rundgemalde des H. Prof. Suhr" hier,, die sich sehr vorteilhaft auszeichnen. Unter Anderem geben diese eine Ansicht von Jerusalem, wie es nach so vielen Zerstörungen jetzt dasteht. Außerdem führt uns der Künstler amSabbath-Abend in den neuen israelitischen Tempel unsrer Nachbarstadt, wo die betende Gemeinde, bei dem Scheine zahlloser Kerzen einen imposanten und feierlichen Anblick gewahrt. Paris, 27. Dec. Es war ein Jrrthum, daß Herr Lebois des Guays Großpriester der neuen Secte: Ja nouvelle Jerusalem sei. Die Neu-Jerusalemisten erkennen keinen Großpriester. Ihre Religion, ganz Liebe, d. h. Hingebung, läßt weder einen Ersten noch Letzten, in dem gewöhnlichen