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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-01-11 · Heft 5 (11.1.1838) · p. Seite 20

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 5 (11.1.1838)
Date
1838-01-11
Page
Seite 20 (sequence 4)
Language
German
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20 Transport 768 Thlr. 103 Fl. 30 Kr. 40) Herr Mor. Schönmann a. Neubsch. 2 - - 41) - A.-Stern a. Thallia in Ungarn 2 - - 42) - Ignatz Wolf aus Beneschan.. . 2 - - 43) und 44) Zwei Ungenannte. 8 - - lT7 Fl. 30 Kr. Mit nachstehendem 1'rnnspout betragend 841 Thlr. 8 Gr. 45) Herr Elias Aron Salomon, Kaufmann in Berlin, (mit dem Zusatze: „Vorläufigsollte der bestimmte Fonds nicht hinreichen, so. ist er bereit, nachzusteuern.").10 Thlr. Gr. 46) - I. H. Friedländer, Kaufmann, in Berlin.20 - - 47) - Z. A. Grünthal, Kaufmann und Stickmusterverleger, in Be-rlin . 20 * **) * 48) Mad. Dorothea verw. Wolffstein in Osterburg (Altmark).50 - - 49) Herr Salomon Frank, Kaufmann in Klötze (Altmark).50 - - 50) - Pintus Mendel, Kfm. in Witt st. 50 - - Summa 1041 - 8 c (Fortsetzung folgt.) Correspondenzen, Auszüge, Repliken. (Die jüdischen Frauen in Aegypten. *) Die jüdischen Frauen in Aegypten leben im Allgemeinen in noch ungezwungenen Verhältnissen, als die Frauen der Kopten und Armenier. Sie pflegen zwar gleich den Mohamedanerinnen den Schleier bei öffentlichen Auögängen zu tragen und ffch so zurückhaltend, wie diese, zu benehmen; allein im Innern ihrer Wohnungen stehen sse beinahe mit den Männern gleich. Sie verwalten die Hauöwirthschaft wie die europäischen Frauen und find wenigsten eher als die Gefährtinnen ihrer Gatten, denn als ihre Sklavinnen zu betrachten. *°) Auf mercantile Geschäfte verstehen sich die jüdischen Frauen sehr gut und ihr haupsachlichstes Bestreben ist, sich von der ihnen anvertrauten WirthschaftScasse so viel zu erübrigen, um sich Putz- und Schmuckwaaren einzukaufen , auf die sie einen hohen Werth legen. Keine Frau in der Welt ist so besorgt für ihre Garderobe als die ägyptische Jüdin; daher kommt es, daß man sie öfters in ihren beinahe armseligen Wohnungen auf das prächtigste gekleidet findet, in einem von Kaschemirschawlö, *) Wir geben diesen Aussatz wörtlich auS den Blättern f. lit. Unt. No. 277. D. Redact. **) Da dies Lerhältniß zwischen jüdischen Frauen und Männern in der Mitte von Völkern statt sinket, welche die Frauen nur alö ihre Sclavinnen anseben: so ist dies wolein unlaugbarer Beweis gegen den Verfasser des Aufsatzes: ,,die Stellung der Frauen unter den Juden,'' bau Herr David Caro in No. 87. auf so gründliche Weise entgegenattreten. D. Redact. Goldstoffen und Edelsteinen überladenen Anzuge. Dieser gleich eine- Sultanin aufgeputzten Dame steht ihr Gatte zur Seite, ein vollkommenes Bild des Elends und der übermäßigen Arbeit.' Mit eingefallenen Wangen, gelben abgemagertcn Händen, in einem fchmuzigen, oft zerrissenem Gewände; unter einem schwarzen Turban quillt sein Haar in ziemlicher Unordnung hervor. Seine Leibwäsche zeichnet sich durch Schmuz und Unordnung in hohem Grade aus. Nichts kann für den Fremden auffallender sein als dieser schneidende Gegensatz vom höchsten Luxus und dem Schein der niedrigsten Armuth. Allein dieser Schein der Letztem ist nur eine List der Juden selbst, durch welche sie sich den Erpressungen von Seiten der Regierung zu entziehen denken. Die Kostbarkeiten der Frauen sind unangreifbar und weder die Gläubiger des Mannes noch die Regierung selbst kann sie mit Beschlag belegen. Deshalb bleiben sie immer das sicherste Eigenthum, während die in dem Lande geschlagenen Münzen ihrem Werthe nach dem größten Wechsel unterworfen sind. Auch findet eö sich wol, daß besonders reiche Juden noch außerdem ihren heimlichen Schatz an Gold- und Silberstangen-besitzen, welche sie an den verstecktesten Orten ihrer Wohnungen vergraben.*) So geschieht es nicht selten, daß Jemand, der ein halbverfallenes HauS an sich gekauft, darin einen reichen Schatz findet. Besonders an den Sonnabenden pflegen die ägyptischen Jüdinnen Alles anzulegen, was sie an Kleidern und Kostbarkeiten besitzen. So angetban, nehmen sie ihren Platz am Fenster ein, um sich die wenigen Vorübergehenden zu betrachten, die sich in die engen und fchmuzigen Winkel der Judenviertel verirrt haben. Die Fenstergitter des gegenüberliegenden Hauses sind kaum drei Fuß weit entfernt, so daß, wenn dre aufgeputzte Schöne einen Blick gen Himmel wirft, sie nur einen schmalen blauen Streifen gewahrt, der zwischen den Dächern hindurchschimmert. Allein dessenungeachtet fühlt sich die Jüdin in dieser fchmuzigen Gefängnißhöhle nicht unglücklich. Eine Eigenschaft, wodurch sich die Jüdinnen vor den übrigen orientalischen Frauen auszeichnen, ist die eheliche Treue. Eine andere ist der große Glaubens- und Nationalstolz, den das Volk der Juden auch in dem Zustande der tiefsten Bedrückung niemals ablegt. ao) Sie erwidern deshalb die Verachtung, die ihnen von den mohamedanischen und christlichen Frauen zu Theil wird, in gleichem Maße, und würden es für eine Unehre hatten, wenn sie sich in einen Umgang mit diesen einlaffen wollten. Deyenungeachtet finden sich wol Veranlassungen, daß' jüdische. Frauen von besonderer Schönheit auf die Bahn des Lasters gerathen. Allein auch in diesem Stünde der Erniedrigung zeichnen sie sich noch durch Anstand von den übrigen Frauen aus. Die Schönheit der orientalischen Jüdinnen ist berühmt und bedarf keiner weitern Bestätigung. Ihre durchaus regelmäßigen Züge, ihre würdevolle, beinahe majestätische Haltung, ihre glänzend schwarzen Augen, ihr schlanker Wuchs und die Grazie ihrer Bewegungen üben auf den Fremden den höchsten Reiz der Anziehung aus. Nur die Eigenschaft theilen sie mit allen übrigen Frauen des Orients, daß ihnen die Farbe abgeht; ein Umstand, der vielleicht hauptsächlich von der zurückgezogenen Lebensweise herrührt. Die Männer bilden auch in der äußern Erscheinung einen schneidenden Gegensatz zu den Frauen. Sie haben fast durchgängig ein. gemeines Aussehen, in dem sich der Druck und die Verfolgung, die ihnen zu Theil wird, deutlich aussprechen. Was man den jüdischen Frauen noch besonders zum Vorwurf machen kann, ist auch hier der Mangel an Ordnung und Reinlichkeit im Innern ihrer Gemächer: sie baden weit seltener alS die mohamedanischen Frauen und lassen ihre Kinder häufig in dem ekelhaftesten Schmuz umherlaufen. •) Fällt dies den J::dcn oder der tyrannischen Reg'erung zur Last, die den Untenhau zwingt, vor ihren räuberischen Händen den Uodn ihrer Arbeit zu verbergen? D. Redact. *») Wodurch anders sollen sie sich erhärten? Was Anderes kann ihre geistige Existenz begründen? Der Mensch ist frei, und war' er in Kette» geboren, sagt Schiller. D. Redact. Rcdacttur: Dr. L. Philippfvtr. — Verlag von Baumgärtners Buchhandlung. — Druck von I. B. Hirschfeld.

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