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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-08-13 · Heft 33 (13.8.1915) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 33 (13.8.1915)
Date
1915-08-13
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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#f.a- 2 Tr. W o j > w b c x iv Er warf in ihr zunächst einen Rückblick auf die Zeit vor einem Jahr ur;b auf den bisherigen siegreichen Verlauf des Krieges, um dann die Herzen mit Tankesempfindungen gegen die Waltnng Gottes und mit Vertrauen auf seinen ferneren Beistand zu erfüllen. Nach Ausheben der Thorarolle wurde das Gebet für den Kaiser verrichtet und Gott um seine weitere Hilfe angefleht. Etwa 60 70 Soldaten und eine große Anzahl Gemeindemitglieder wohnten der stimmungsvollen Jyeicr bei. W. 2lus der Provinz Posen, 6. August. Posen. Am vergangene!: Sonnabend, dem Jahrestage des Kriegsbeginns, fanden Andachten mit Predigten in den Synagogen unserer Gemeinde statK Ansprachen hielten in der Synagoge A Gemeinderabbiner Tr. Frei m a n n, Synagoge 6, Brüdergemeinde, Gemeinderabbiner Professor Tr. B l o ch und im Tempel ,,Verein der wohltätigen Freunde" Rabbiner Tr. Silberberg. Kaisergebet und Psalmen- Vorträge füllten den übrigen Teil der Festandacht aus. Eine große Anzahl Mitglieder der Gemeinde und auch vereinzelte Militärmannschaf en nahmen an den: Gottesdienst teil. Zur Roten-Kreuz- Lotterie des Provinzialvereins vom Noten Kreuz Posen stiftete auch Herr Geheimer Kommerzienrat Aron lohn in Bromberg einen wertvollen großen Gewinn. — Ter hiesige praktische Arzt Herr Tr. Hugo Ehrlich hat sich dem Lazarettzug der Bne-Brith- Leae zu: Verfügung gestellt und gedenkt sechs Wochen hindurch dem patriotisch wohltätigen Zweck sich zu widmen. — Kurz vor der Beförderung zum Offizier fiel am 18. Juli in treuer Pflichterfüllung für sein Vaterland, für das er von Anfang an voller Begeisterung gekämpft hat, der Vizefeldwebel der Reserve in: Grenadierregiment Nr. 6 Mar Salomonski, Ritter des Eisernen Kreuzes, im 29. Lebensjahr, Sohn der verwitweten Frau Hulda Salomonfki in Pinne. - Tie Aktiengesellschaft Hartwig K antorowicz zu Posen hat anläßlich des Jahrestages des Kriegsausbruchs 5000 M a r k zur Verfügung gestellt, welche an die verschiedenen Komitees, die sich mit der Kriegsfürsorge befassen, zur Verteilung gekommen sind. Es erhielten der Wohlfahrtsausschuß für die Kriegsinvaliden des 5. Armeekorps 1000 Mark, das Note Kreuz für erblindete Krieger 100o Mark, für Hinterbliebene von Kriegern aus dem Bezirk des 5. Armeekorps 1000 Mark, das Soldatenheim 000 Mark, die Soldatenkaffeeküche 200 Mark, die Liebesgabensammelsteile des 5. Armeekorps 200 Mark, die Verpflegnngsstation auf den: hiesigen.Bahnhof 000 Mark, das Säuglingsheim 200 Mark nno. Hierbei mag erwähnt werden, daß die genannte Firma im Lause des verflossenen Geschäftsjahres bereits über 1 0 0 0 0 M a r k für ähnliche Z:necke gestiftet hat. - W r e s ch e n. Ter Großpferdelieferant Herr Moritz Brummer in Gnwen, ein hier Geborener, hat unserer Synagogengemeinde 5 5 0 0 Mark zur Fertigstellung und weiteren Instandhaltung der Umwährung des jüdischen Friedhofes zur Verfügung gestellt. Herr B. hat zu wiederholten Malen n:it größeren Spenden unsere Gemeinde bedacht. W. Schroda, 6. August. Ter Kaufmann Mar Mendel und seine Gattin Marie geb. Braun begingen in diesen Tagen das seltene Fest ihrer goldenen Hochzeit. Beide Eheleute, 70 bzw. 08 Jahre att, sind geistig und körperlich frisch. Ter Kriegszeit wegen wurde vor: einer äußeren Feier abgesehen, nur die Kinder und die nächsten Angehörigen waren versammelt, den: Faunlienoberhaupte gebührende Achtung und Liebe zu erweisen. Herr Mendel wirkt feit Anbeginn ehrenamtlich in der Gemeindeverwaltung und in den verschiedener: Bereinen. -- Rawitsch, 0. August. Hier verschied nach langjähriger Krankheit Kaufmann Adolph N. Wittenberg, der länger als 00 Jahre seine unermüdliche Schaffenskraft und reiche Erfahrung als Repräsentant, daun als Mitglied des Borstandes dessen stellvertretender Vorsitzender er eine Zeit gewesen -- in den Dienst nuferer Ge inen: de gestellt hatte. Mit seltener Hingebung und treuem Fleiß hat er selbst während seines schweren Leids die Interessen der Gemeinde vertreten, bis die tückische Krankheit seinen: edlen Streben Halt gebot.. Lein Beispiel wird uns als ein steter Ansporn zur Nacheiferung bienen und sein Andenken in unserer Gemeinde wach erhalte::. Breslau, 0. August. Ten: kürzlich erschienenen Rechenschaftsbericht der I s r a e l i t i s ch e n A l t e r s v e r s o r g u ngsanstatt zu Breslau für die Jahre 1012, 1010 und 1014 entnehmen Nur folgende Taten: An: Schlüsse des Jahres 1911 betrug die Zahl der Inquilinen 60, während der letzten drei Jahre wurden 18 ausgenommen. Turch den Tod schieden 22 aus, so daß am 01. Dezember 1014 56 Inquilinen in der Anstalt verblieben. Am 15. Juli 1914 starb Frau Klara Rosenberg geb. Blumenfeld, die seit vielen Jahren dem Kollegium der Ehrendauren angehört hatte, und solange es ihr Gesundheitszustand erlaubte, stets bestrebt war, den Insassen der Altersversorgungsanstalt mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. In der Leitung der Altersversorgnngsanstalt wurde die Verwaltung auch während des verflossenen Triennimns durch die hingebende Tätigkeit der Ehrendamen wirkungsvoll unterstützt. In dem Bericht wird den Ehrendamen Frau Rabbiner Professor Tr. G u t t m ann , Frau Klara G o l d s ch m i d t, Frau Sanitütsrat Tr. Julie Reich, Frau Rmdolsine Haber, Frau Anna L e i p z i g e r , Frau Hedwig Engel und Frau Rofalie Breslauer für ihre verdienstvolle Tätigkeit zum Wohl der Anstaltsinsassen der Tank der Verwaltung ausgesprochen. Durch den am 21. November 1914 erfolgten Tod des Vorstandsmitgliedes, Herrn Herrmann Neustadt, wurde auch die Altersversorgungsanstalt schwer betroffen. Ter Dahingeschiedene war jedem einzelnen Insassen mit liebevoller Fürsorge zugetan und hat sein Wohlwollen für die Anstalt auch letztwillig durch die Errichtung einer hochherzigen Stiftung von 12 000 Mark in edelster Weife zum Ausdruck gebracht. Die Anstalt bietet Raum für 80 Insassen. Danach könnte noch über 24 Stellen verfügt werden. Allein aus Mangel an Mitteln ist die Verwaltung nicht imstande, weitere Personen unentgeltlich aufzunehmen. Ter in der Berichtsperiode 1909/11 eingetretene Rückgang der Mitgliederbeiträge setzte sich leider fort. Tie Zahl der beitragenden Mitglieder ist von 048 am Ende des Jahres 1911 auf 306 am Ende des Jahres 1914 zurückgegangen. Tie Einnahmen an Mitgliederbeiträgen sind in dem gleichen Zeitraum von 3259 Mark auf 2805 Mark pro Jahr gesunken. Tie Einnahmen ausschließlich der Beträge für Legate, Stiftungen, Einkaufsgelder und der nach § 7 der Satzungen den: Kapitalvermögen zuzuschreibenden Betrüge waren in der Berichtsperiode 1912/14 141 229,62 Mark, die Ausgaben jedoch 163 602,51 Mark, so daß die Ausgaben um 22 402,89 Mark höher waren als die Einnahmen. Tiefe Mehrausgaben, die zum größten Teile auf dringend erforderliche bauliche Renovationen, :vie die auf Anordnung der Baupolizei ausgeführte Verbesserung der Be- und Entwässerung, die Aufstellung neuer Dampfkessel und dergleichen, zun: Teil jedoch auch auf das Steigen der Preise für alle Lebensmittel und sämtliche Wirtschaftsbedürfnisse zurückzuführen sind, mußten aus dem Anstaltsvermögen bzw. aus solchen Beträgen gedeckt werden, welche sonst diesem Vermögen zugeslossen wären. Daß aber die Erhaltung und Vermehrung des Anstaltsvermögens eine Lebensfrage für die Zukunft des gemeinnützigen Institutes ist, bedarf keiner Darlegung. Hier kann nur die Opferwilligkeit und der oft bewährte Wohltätigkeitssinn unserer Glaubensgenossen helfend eingreisen. Tie Verwaltung richtet deshalb an alle Menschenfreunde, insbesondere an die Mitglieder unserer Gemeinde, die herzliche Bitte, durch zahlreiche Beitrittserklärungen, durch Geschenke und Legate sowie durch Errichtung von Freistellen gemäß § 17 der Satzungen zur Erhaltung und Förderung der segensreich wirkenden Anstalt beizutragen. — München, 6. August. Tie staatliche Genehmigung wurde erteilt der vvi: dem hiesigen Privatier Simon Herrmann mit einen: Kapital von 400 000 Mark errichteten, zur dauernden Altersvcrpflegnng von in: Königreich Bayern wohnhaften, dem dauernden Siechtum verfallenen Israeliten beiderlei Geschlechts ohne Rücksicht auf die Staatsangehörigkeit bestimmten Stiftung „Israelitische Siechenanstalt für Bayern" mit den: Sitz in München unter dem Ausdruck allerhöchst wohlgefälliger Anerkennung des von dem Erblasser in hervorragelwem Maße bekundeten Wohltütigkeits- und Gemeinsinnes. J. A. Nürnberg, 6. August. Das Eis e r n c K r e n z e r h i e l t e n : Mar B a u e r , Ossizierstellvertreter im 8. bayerischen Feldartilleriereaiment, Mitinhaber der Tnchgroßhandlnng Oberndorfer u. Barnberger; Rechtspraktikant Dr. Eismann, Lt. d. R. im 6. bayerischen Reserveinfanterieregiment: Kaufmann Hans H e s s e l b e r g e r , Leutnant im 6. bayerischen Fcldarkillerieregiment; Rechtsanwalt Tr. K a n n, Hanptmann d. L., z. Zt. beim Landsturmbataitlon Maubeuge; Dr. Ferdinand L ö w e n h e i n:, Assistenzarzt beim 6. bayerischen Lnndwehrinsanterieregiment; Robert Köhler, Vizewachtmeister im 1.bayerischen Refervefeldartillerieregiment, Mitinhaber der Firma T. Köhler. Den bayerischen Verdienstorden 4. Klasse mit Krone

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