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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-08-13 · Heft 33 (13.8.1915) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 33 (13.8.1915)
Date
1915-08-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
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79 Jahrgang Nr. 33 Berlin, 13. August 1915 Der Gemetndebote. Beilage zur „Allgemeinen Leitung des 'Judentums". korrrlpLndm?m und Aachrichten. Deutschland. Berlin, 10. August. Die durch den Krieg hervorgernfene Not in Palästina, die noch dazu durch eine furchtbare H e u s ch r e ck e n p l a g e gesteigert worden ist, hat überall zur Organisierung großer Hilfsaktionen für Palästina geführt. Jüdische Kreise, die in engster Verbindung mit der jüdischen Kolonisation in Palästina und der gesamten jüdischen Bevölkerung im Heiligen Lande stehen, haben diese Organisation in ollen Ländern durchgeführt. Von A m e r i k a sind die ersten großen Unterstützungen nach Palästina abgegangen, unter anderem auch schon vor längerer Zeit ein Lebensmitteltransport aus einem amerikanischen Negierungsdampfer. Der bekannte amerikanische Philanthrop Na th a n Straus, der Bruder des früheren amerikanischen Botschafters in Konstantinopel, der sich schon bisher an der jüdischen Hilfsaktion für Palästina beteiligt hatte, tat sich auch diesmal durch eine großherzige spende hervor, indem er dem Hilfswerk für Palästina seine kostbare Privatjacht zum Geschenk machte. In einem Schreiben an Herrn Louis Brand eis, den Vorsitzenden des provisorischen Komitees für z i o n i st i s ch e A n g e l e g e n h e i t e n in Amerika, bemerkte er: „In diesen Tagen der Finsternis für alle Menschlichkeit und für unsere Brüder im besonderen hat die Frage der Hilfeleistung für die allgemeine Not, insbesondere im Heiligen, Lande, eine unvergleichliche Bedeutung erlangt. Es ist zur zwingenden Pflicht für jeden einzelnen geworden, Opfer zu bringen oder wenigstens auf manchen Luxus zu verzichten, um dort Hilfe zu leisten, wo sie am meisten not tut. Ich habe mich darum entschlossen, dem provisorischen Komitee für allgemeine zionistische Angelegenheiten meine Jacht, die „Sicilina", zum Geschenk zu machen, von der ich eine Beschreibung mitschicke. Ich habe diese Jacht Maklern zum Verkauf übergeben, so daß das erlöste Geld so schnell wie möglich zur Hilfeleistung für die dringende Not zur Verfügung steht. Die Verkaufsverhandlungen werden Sie selbst in der Ihnen am geeignetsten Weise zu Ende führen können. Ich habe einen tiefen Eindruck von der Art der Haltung, in der Sie immer in erster Linie für Recht und Gerechtigkeit gestanden haben, und darum nehme ich mir die Freiheit, Sie zu bitten, diese Gelder zu verteilen, denn ich bin sicher, daß Ihre Kenntnis der Dinge Ihnen ermöglicht, den besten Gebrauch davon zu machen." Ln Deutschland haben sich, wie von uns bereits mitgeteilt, zum H i l f s w e r k für P a l ä st i n a sieben jüdische Organisationen zusammengeschlossen, deren Sammlung schon über 5 2 000 Mark ergeben hat. Das Verteil ungskomit-ee i n P a l ä st i n a, dem sowohl die aus Amerika als auch aus Deutschland, Oesterreich usw. zugehenden Gelder überwiesen werden, besteht aus Vertretern aller jüdischen Richtungen. An seiner Spitze steht Herr Dr. Arthur R u p p i n in Jaffa. Weitere Spenden werden an das Hilfswerk für Palästina, Berlin W15, Sächsische Str. 8, Postscheckkonto Berlin 4192 erbeten. Berlin, 10. August. Das Kuratori u m der L e h r - a n st a l t f ü r d i e W i s s e n s ch a f t des I u d e n t u m s kündigt für das Wintersemester 1915/16 folgende Vorlesungen an: Herr Tr. Baneth wird lesen: 1. Talmud bab.- Ketubot X, 6 Stunden. 2. Talmud jer. Sukka III bis Ende, 1 Stunde. 3. Orach chajjim Hit. Peßach, 1 Stunde. 4. Jore dcka Hil. Schechita, 2 Stunden. 5. Eben harzer Hil. Gittin, 1 Stunde. 6. Mischne Tora, 12. Buch, 2 Stunden. 7. Der jüdische Kalender, 1 Stunde. Herr Dr. El bogen wird lesen: 1. Bibel kursorisch, 2 Stunden. 2. Bibel mit alten Kommentaren, 2 Stunden. 3. Kulturgeschichte der Juden in Deutschland (1350—1750), 2 Stunden. 4. Erklärung hebräischer Geschichtsquellen, 2 Stunden. Herr Dr. Tä übler wird lesen: 1. Jüdische Geschichte, 1. Teil: Von den Anfängen bis zu der Reichsteilung, 2 Stunden. 2. Das geschichtliche Verhältnis der Kirche zum Judentum, 2 Stunden. 3. Hebungen über die Vorgeschichte der Judenemanzipation in Preußen, 2 Stunden. Herr Dr. Freund wird lesen: 1. Die Emanzipation der Juden in Deutschland (Abendvorlesung), 1 Stunde. 2. Geschichte und Bedeutung des preußischen Judengesetzes vom 23. Juli 1847, 1 Stunde. Herr Dr. Hochfeld wird lesen: Methodik des systematischen Religionsu nierrichts, 2 Stunden. Das Mitglied des Kuratoriums Herr Geheimer Negierungsrat Professor Dr. Herrmann Cohen wird lesen: 1. Die Grundlehren der jüdischen Religion, 2 Stunden. 2. Uebungeu über Maimouides More, Teil I, 2 Stunden. 3. Hebungen über die Jdoenlehre in Platons Dialogen, 1 Stunde. In der Präparandie werden, wie bisher, Kurse über Bibel und Kommentare, hebräische Granunatik, Mischna und das Gebetbuch gehalten werden. ' Näheres wird durch Anschlag am schwarzen Brett bekanntgemacht werden. Die Festsetzung der Stunden wird erst bei der Eröffnung des Wintersemesters erfolgen. Alle Vorlesungen und Hebungen sind unentgeltlich. Die Eröffnung des Wintersemesters erfolgt M o n t a g, 2 5. O k t o b e r, 11 Uhr vormittags. Als Zuhörer für die Vorlesungen sind in erster Linie rite immatrikulierte Studierende der hiesigen Universität — und zwar ohne Unterschied der Fakultät — in Aussicht genommen. Auch andere Personen können auf Grund besonderer Ermächtigung an den Vorlesungen teilnehmen. Die Annreldung erfolgt bei dem derzeitigen Vorsitzenden des Lehrerkollegiums, Herrn Dr. B a n e t h, am Montag, 25. Oktober, 11 Uhr, Mittwoch, 27., und Donnerstag, 28. Oktober, 11—12 Uhr, im Sprechzimmer der Lehranstalt, Artilleriestraße 14. Außerdem ist Herr Dr. Baneth stets nach seinen Vorlesungen zu sprechen. &&& Berlin, 10. August. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielten: Kriegsfreiwilliger Unteroffizier Erich Lewy, Sohn des Direktors Hugo Lewy; Assistenzarzt Martin G u m p e r t - Woltersdorf bei Berlin; Frauenarzt Dr. Edmund H a d r a; der Schöneberger Stadtverordnete Fritz Bamberg, der in Galizien vor dem Feinde steht; Günther Bo deck; Israel Sal ly sohn; Sanitäts vizefeldwebel Ludwig Hanfs; Gefreiter Referendar Alfred H i r s ch b e r g; Kriegsfreiwilliger Gefreiter Kammergerichtsreferendar Martin Pincus, Sohn des Herrn Alfred Pincns, Königin-Augusta-Straße 24; Bataillonsarzt Dr. Paul Frank', Sohn des Herrn Geheimen Negierungsrats Professor Dr. Adolf Frank; Grenadier Kurt B r a u n; Justizrat Rudolf S ch a u e r , zurzeit Justitiar bei der Zivitverwaltung in Belgien; Oberarzt Tr. Bernhard Berliner; Kriegsfreiwilliger Landsturmmann Kaufmann Siegfried Hei mann, Bruder des Herrn Albert Heimann, Luisenstraße 45, Groß-Berlin. Die gleiche Auszeichnung erhielten-. Referendar Richard Schaf e r - Stettin: Siegfried L e i p z i g e r > Musketier Jsmar Herrnstadt - Glogau; Unteroffizier Ludwig M a r x - Landshut; Unteroffizier Richard W e i ß e n b e r g - Beuchen (O.-Schl.); Assistenzarzt Dr. Walter R e d l ich - Breslau; Assessor S u ß m a n n - Liegnitz; Vizewachtmeister Richard C a l v a r y , Unteroffizier Ernst S i m o n s o h n - Posen: Husar Hugo K i r s ch - b a u m - Obornik; Offizierstellvertreter Ignatz Reiß- Meiningen: Gefreiter Alfred.Simons- Düsseldorf; Offizierstellvertreter Albert Horn-Köln; Unteroffizier Kurt Wachsncr- Scharley (Oberschlesien); Kriegsfreiwilliger Professor Dr. phil. Alexander N atha n s o n - Leipzig; Referendar Dr. Hans H o r o w i tz - Breslau; Offizierstellvertreter Arnold L ev y - Friedrichsstadt a. d. Eider; Oberveterinär Hermann Mildenberg ans Rheine in Westfalen: Gefreiter L ewy-Jastrow; Kriegsfreiwilliger Gefreiter Student der Medizin Karl Bernstein-Sommerfeld; Vizefeldwebel Hans Löwenstein - Eisleben; Jsmar H e r m stadt - Lissa i. P.; Unteroffizier Kaufmann Max Frank-Fürth; Gefreiter Egon B r e s l a u e r - Adelnau in Posen; Gefreiter Hellmuth Klee- Frankfurt an der Oder; Unteroffizier Alfred R o s e n t h a l- Neustadt (Westpreußen). Dem Generaldirektor der Hamburg-Amerika-- Linie Albert B a l l i n ist das Eiserne Kreuz zweiter Klasse am weißen Bande für seine Verdienste um die deutsche Kriegsbereitschaft verliehen worden. — Mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse wurde in Königsberg ausgezeichnet: Armoeveterinär Lev in (Njemeuarmee). L2 Thorn, 5. August. Am letzten Sonntag fand hier ein militärischer Dankgottesdienst statt, zu dem die in Thorn garnisonierenden jüdischen Mannschaften durch Paradebefehl beordert waren. Mit Chorgefang wurde die Feier eingeleitet, nnv ihren Mittelpunkt bildete die Festpredigt des Herrn Rabbiners

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