Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 79 (1915)
- Issue
- Heft 14 (2.4.1915)
- Date
- 1915-04-02
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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2 L2 Berlin, 29. März. Im Schwefler nheim des Berlins für jüdische Krankenpflegerinnen, Exerziers;ratze 11t), fand am 21. d. M. eine Trauerfeier für den langjährigen Vorsitzenden des Vereins, den eifrigsten Förderer der Schwesternsache, Herrn Louis Sachs statt. Neben dem Vorstand des Vereins, den dirigierenden Aerzten des Krankenhauses, den Herren Professoren Dr. Israel und Dr. Strauß, den Vertretern des Vorstandes der jüdischen Gemeinde und der Repräsentanten war die Familie und der engere Freundeskreis des Verstorbenen zugegen. In dein stimmungsvoll geschmückten Saal, vor der Büste des Verewigten, hielt nach einleitendem Cellospiel Herr Rabbiner Dr. W a r s ch a u e r eine tief empfundene Gedächtnisrede, der Gesang folgte. Dann würdigte Frau Dr. Frankl, die langjährige Mitarbeiterin des Verstorbenen, das unvergeßliche Verdienst desselben um die Entwicklung des Vereins und schloß mit einem Appell an die Schwestern, das Wahrzeichen ihres Standes, das Schild Davids, hochzuhalten. Gesang der Schwestcrnschar schloß die würdige, eindrucksvolle Feier. Berlin, 29. März. Das Eiserne Kreuz erhielten: Sanitätsrat Dr. Lev Silber st ein, Garnisonarzt Dr. Arthur Meyer, Oberarzt Dr. Gustav E m anuel, Snnitätsrat Dr. Ludwig H a h n, Rechtsanwalt Tr. Fritz S i m o n , Feldrabbiner Dr. Arthur L e v y, Schwiegersohn des verstorbenen Geheimen Regierungsrats Professor Jacob Barth, Oberarzt Dr. Erloin F r e und, Augenarzt Nr. I s a k o w i tz, Tierarzt Dr. Ludwig Simon, Zivilingenieur Ernst N e u b c r g, Stabsarzt Dr. Siegfried R osenbe r g, Gefreiter Oskar Loe lv e n t h a l, Unteroffizier Rabbiuatskandidat Dr. Siegfried Klein, Offizierstellvertreter Georg L a ch s, Dizefeldwebel Kurt H i r s ch s e l d , Spezialarzt Dr. R a p h a e l, Oberarzt Dr. Erich S e l i g.nt a n »•, der Arzt Dr. Hugo K a n n, Vizewachtmeister Leopold N e n lb erg von der Firma Hennigson u. Neuberg, Feldunterarzt Ntartin Me her, Sohn des Justizrats Georg Meyer, Freiwilliger Sanitütsrat Hugo Rechelm a n n, Unterarzt Leo Lauter, Offizierstellvertreter Karl Hauser, Unterarzt Werner Solmitz, Frauenarzt Dr. Georg K n tz, der Beamte eines Kriegsgerichts Dr. Otto Schneid e r, Sohn des Justizrats Dr. Victor Schneider-Grotz-Berlin. Der Sohn des Herrn Max Mecklenburg, Berlin, Kurfürstenstraße 126. — Der Vizewachtmeister im Leibdragouerregiment des Königs von Württeinberg Nr. 26, Herr stud. rer. techn. Fritz Mecklen b u r g ist zum Reserveleutnant befördert worden (er ist der erste bürgerliche Offizier in diesem Regiment). Der 18jährige, als Kriegsfreiwilliger im Felde stehende L e o n Stein, Sohn des Direktors der Aktiengesellschaft für Biervertrieb vorm. M. Stein u. Co., ist zum Leutnant befördert worden. — Das Eiserne Kreuz erhielten ferner: Sergeant Ludwig A u e r b a ch und Oberarzt Dr. P i n n e r - Königsberg i. Pr., Unteroffizier Rudolf Cohn- Witkölvo, Unteroffizier Paul Mosess v h u - Brandenburg a. H., Oberarzt Dr. I. S a n d e l o w f k y, Unteroffizier Alfred Cohn, Gefreiter Kaufmann Siegfried Ruß- Breslan, Gefreiter Siegfried Hertz-Borghorst (Westfalen), Unterosfizier Ernst Ganz, Offizierstellvertreter Bernhard Trier, Kriegsfreiwilliger Adolf Schiller-Frankfurt a. M., Einjährigfreiwilliger Leo Mendel-Hamburg (ein Urenkel des berühmten Samson Raphael Hirsch s. A.), Gefreiter Alfred L ö lv e n st e i n, z. Zt. Bad Hoinburg, Unteroffizier Mar Cohn, Sohn des Destillateurs Samuel Cohn-Posen. W. Posen, 26. Äcärz. Der Verein Auschei Chessed (Verein der liebenden Brüder) hielt in diesen Tagen im Sitzungssaale der Synagogengememde seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Herr Max Ehrenwert eröffnest die Sitzung mit einigen Begrüßungsworten und gedachte sodann der im Vereinsjahre verstorbenen Mitglieder Isidor Gabriel, Louis Glaser, Theodor Rosenbanm, Wilhelm Schwarz und Frau Ryczywol in ehrenwerter Weise. - Das Geschäftsjahr 1914 ist vorüber, und wenn der Verein in Betracht zieht, daß dieses Jahr unserem Vaterlande den Krieg gebracht, so fiitb in Anbetracht der allgemeinen schweren Zeiten die Erfolge trotzdem zufriedenstellend. Als Aerzte für den Verein fungierten die Herren Dr. Calvarh intb Tr. Nenmark. Beide Herren wurden in zirka 260 Fällen in Anspruch genommen. Die Ausgabe für Medikamente erreichte fast dieselbe Höhe wie im Borjahr. Kurz nach Beginn des Krieges trat der Vorstand zusammen, um 31t beraten, was vorn Verein für die zur Fahne einberufeuen Mitglieder getan werden soll. Bei dieser Beratung wurde der einmütige Beschluß gefaßt, sowohl: Frauen, deren Männer in dcn Krieg gezogen sind, ab auch Mitglieder, deren Erwerb durch den Krieg sehr zuri'ui gegangen ist, zu unterstützensoweit die Mittel es gestatte;. -- Der Verein zählte Ende 1914 275 Mitglieder. De. Kassenbestanb ergab folgendes: Bestand aut 1. Januar 191; 10 078,68 Mark, laufende Beiträge 2001 Mark, Sammelbüchsen 197,4, Mark ufw., int ganzen 13 511,08 Mark. Die Ausgaben beliefen sib auf 10 040,88 Vcark, mithin verblieb eilt Bestand von 3470,20 Mar. Die beantragte Decharge für den Kassierer wurde erteilt. — Bei bv: Neuwahl für die ausscheideuden sechs Vorstandsmitglieder wurde : die Herreit Samuel Goldschmidt, Ludwig Grült, Alfons Kurz, Natha>: Markus, Louis Meyer wieder- und Herr Rechtsanwalt Dr. Schm: : uellgewählt. Zu Rechnungsführeru wurden die Herren Michael Flatai. Leo Warszawski, Philipp Roseuthal und Herrmaun Wollheim g> wählt. Nach Erledigung einiger Anträge wurde die Sitzung m Hiinjeit Dantesworten für die Mühewaltung des Vorstandes g: schlossen. — Ter Verein besteht nunmehr 68 Jahre und zählt zll dl: größten Vereinigungen innerhalb der Synagogengemeinde. L. M. Breslau, 26. März. Am Donnerstag, den 1. April, gehör der Kaufmann L v u 4s L 0 e w e n t h a l in Breslau 30 Jahre als Mi: glied der Arutenkontmission der Syuagogengeuteiltde Breslau ar. Seit einer Reihe von Jahrell ist er immer wieder aufs ttcuc zuut Vor sitzenden dieser Komlnission gewühlt worben. Ebeilsv gehört de Jubilar nächst jenem Ehrenamt vor allem u. a. bellt Vorstande de; S y 1 lago g c nge mein de seit einer Anzahl Jahren als Mitglied an. De also Geehrte ist ein Schmiegeler Kind und Sohtt des ehemalige Kaufmanns, Königlichen preußischen Lotterieeinnehmers und Stad: vcrordnetenvorstehers David Loewenthal, der im Jahre 1895 de selbst verstarb. M. Hamburg, 26. März. Die Leitung des Gemeinschaftsheiw hatte etwa 500 in Hamburger Lazaretten befindliche Soldatelt ohw Unterschied der Konfession zu einer Feier nach beut Logenheim ei: geladen. Der große Saal war dicht gefüllt von unseren verwundete tapserelt Felbgraltelt. Herr Syndikus Tr. Nathan entbot den ei: geladenen Kriegern den Willkontmensgruß. Keine Stätte, so führte r aus, könne den Gedanken der Geschlossenheit aller Stände so herzt: i! veranschaulichen, als gerade das Gemeinschastsheim. Jlt unserer Ze: habe eine vott Begeisterung getragene Einmütigkeit, lvie sie ltüi lttentals eingetreten war, uns alle zu einem einigen Volk von Brüder gemacht. Aber noch etlvas anderes veranlaßte uns, die' lieben Gäs: einzuladeu, die dern Rufe des Kaisers und des Vaterlandes mit all Hingebung gefolgt waren. Es war das Gefühl dankbarer Ergriffe: heit und der Wultfch, ihnen durch eilte heitere Stunde ihre Leidelt z erleichtern und ihrer: Mut zu erfrischen. Hierauf kam die Kunst z Worte. Erstklassige Künstler boten Musikunb Gesangsvorträg Deklamationen uftv. Darauf folgte eine Bewirtungspause, atu wurden den Soldaten Volt jungen Damen Liebesgaben übereicht. El>, man ausemanderging, brachte Herr Dr. Nathan ein Hoch auf unsere Kaiser aus, in das die Artlvesenbelt brausend einstimmten, und bcuv flutete das Lied „Deutschlaltd, Deutschland über alles" von allen u; Chor gesungen durch den Saal. Es herrschte nur eine Stimme h Befriedigung über die gelungene Veranstaltung. H. M. Elberfeld, 26. März. Der I ü d i sch e F ra u enbu n e Elberfeld hat es als seilte felbstverstünbliche, vaterländische Pslicl: betrachtet, auch seinerseits zur Aufklärung über die Kriegsernährullg srage beizutragen und hat zu diesem Zweck drei Vorträge veranstalte. Fräulein Gomy Rotfchild, hauswirtschastliche Lehrerin in Düsse, darf, leitete die Vortragsreihe ein und sprach über die sparsame Eir richtung des Haushalts unter besonderer Berücksichtigung der uns zw > Verfügung stehenden Lebensmittel. Fräulein Rotschild betonte, br.*?! wir heute unter Sparsamkeit kein Sparen an Gelb zu verstehen habe sondern daß wir mit den Lebensmitteln haushälterisch umgehe. muffen, welche Gemeingut des ganzen Volkes sind. Die außerorden lich fesselnden Ausführungen erzielten großen Eindruck, welcher m! durch den folgenden Vortrag verstärkt wurde. Frau Johanna K' atzen st e i n aus Düsseldorf erzählte uns aus ihrem eigenert Hauhalt, welcher scholl seit längerer Zeit kriegslltäßig geführt wird, mb bewies dadurch, daß es für jeden, der es mit seiner vaterländische:! Pflicht ernst lneint, leicht ist, die theoretischen Ausführungen in die Praxis zu übertragen. Am drittelt Abend vermitteltert uns einige Damen die Bekanntschaft der verschiedensten Kochkisten. Da der Kreider Eingeladenen bedelltend erweitert war letzte Frau Joh. Katzensteiu