Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-03-05 · Heft 10 (5.3.1915) · p. Seite 119

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 10 (5.3.1915)
Date
1915-03-05
Page
Seite 119 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3229177-3229188--71149-3283472
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

119 Kollürs Tücke. Er machte ans der Sache eine Judenfrage,! um ihn, Littauer, erfolgreicher bekämpfen zu können. Agnes Maria überhäufte ihren Mann mit Vorwürfen. „Da hat man's; das ist die Folge deiner ewigen Jüdelei. j Aber ich wundere mich gar nicht; du bist imstande, mit den | Juden zu fasten." i Die Sonngottschen sprachen dies nicht so offen aus, aber ' auch sie hegten diesen Verdacht. Sie dachten genau so wie die ' Juden von Letöce, daß der Jude wahrlich nur Jude bleibt, auch ivenn er sich tauft. Wenn die christliche Denkart mit der jüdischen auch in gar nichts übereinstimmt, begegnet sie ihr doch in diesem einzigen Punkte, indem sie die jüdische Verstocktheit derart beurteilt, unbedingt. Littauer war über die Sache sehr erbittert. Nicht etwa,; daß es ihn verdrossen hätte, für einen Juden gehalten zu , werden, sondern deshalb, weil man diese Annahme mit , niedrigen Motiven - in Verbindung brachte. Also vergebens; will der Jude ehrlich und gewissenhaft Vorgehen; der Argwohn schleicht wie ein Bluthund hinter ihm her und gräbt die Zähne in sein Fleisch, wenn er es am wenigsten ahnt. (Fvrtsctzin« folgt.) Mchereinlsuk. Besvrechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in! keinem Falle statt. Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben vom! verbände der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur in Deutsch-? laud. Mit Beiträgen von Simon Bernfeld, Hermann Cohen, Ulrich j Frank, Ludwig Geiger, Felix Perles, Martin Philippson. Achtzehnter! Band. Berlin 1915. Verlag von M. Poppelauer. Die Sieger. Roman von Felix Philippi. Ullstein u. Co. Berlin-! Wien 1914. Jüdisches Kriegsgedenkblatt Nr. 1. November 1914. Wien 1915. Berlag von Halm u. Goldmann. Preis 2 Kr. In des Kaisers Seele spiegelt sich des Volkes Seele! (Text: Psalm! 18, 17.) Predigt, gehalten am Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers n der Synagoge Zlt Bielefeld von Rabbiner Tr. Coblenz. Bielefeld 1915. Die 3 Königs Spezl, Schorsch, Peter und Nikl. Von Kunz Stillerich; u Barnberg. Im Selbstverlag des Verfassers. 11. Auflage. Literarischer Ratgeber. Herausgegeben durch Ferd. Avenarius vorn TÜrerbund. Georg D. W. Callweh. München 1914. Krieg dem deutschen Handel. Die englischen Maßnahmen und Vorschläge zur Verdrängung von Deutschlands Handel und Industrie. Übersetzung des Werkes: The War on German Trade, ilints for a plan of campaign. Introduction by Sidney Whitman. Herausgegeben und mit einer Einführung versehen von Anton üirchrath, Chefredakteur der „Magdeburgischen Zeitung". Leipzig; 915, Otto Gustav Zehrfeld, Verlagsbuchhandlung. Unser Kaiser! Festpredigt am Geburtstage Sr. Majestät des . Kaisers Wilhelm II. im Kriegsjahr 1915, gehalten in der Synagoge; w Schwerin i. M. von Dr. S. Silberstein, Großherzoglichem Lanlesrabbiner. Preis 20 Pfennig. Sprechsaal. Aufruf! Durch den weltverheerenden Krieg sind unsere Glaubensj senosien in Osteuropa und dem Orient in eine Notlage geraten,! ie in kürzester Frist zu den schlimmsten Katastrophen führen muß, wenn ihnen nicht schnelle und umfassende Hilfe gebracht wird. Wir laben uns daher entschlossen, den dringenden Aufforderungen, die äglich von nahe und fern an uns ergehen, Folge zu geben und! ns an die stets opferwillige Barmherzigkeit unserer Mitbürger uit der Bitte zu wenden, uns zur Schaffung eines I ü d i s ch e n H i l f s f o n d s 1915 ermittels dessen unseren notleidenden Glallbensgenossen in s o l e n, Galizien und der Türkei, insbesondere in Paj ä st i n a, Unterstützung zuteil iverdert soll, entsprechende Mittel , mzuvertraiien. Wir dürfen hoffen, daß wie so oft vordem auch in der heutigen schweren Zeit die Mildtätigkeit nmerer deutschen Glaubensgenossen nicht an den Grenzen unseres Vaterlandes haltmachen wird. Gütige Spenden bitten wir mit der Bezeichnung „Für den jüdischen Hilfsfonds 1915" zu senden an die Commerz- und D i s c o n t o - B a n k (Berlin, Brandenburg a. d. H., Hamburg, Leipzig, Hannover, Kiel, Altona, Altenburg S.-A.). Bankhaus L. M. Oppe n h e i m e r (Frankfurt a. M., Neue Mainzer Straße 68). H i l f s v e r e i n d e r Deutschen I u d e u. Tr. James Simon. Dr. Paul Nathart. G r o ß l o g e s ü r Deutschland VIII U. O. B. B. B. T i ul e n d o r s e r. Geh. Jnstizrat. H ilfskomitee f ir r d i e notleidend e u o st citro p ä i s che n I u d e n (Frankfurt a. M.) Dr. I. Bla u, Justizrat. T i e Not in Pol en! Kaum ein Land leidet so unter den Kriegswirren wie Russisch- Polen. Das vielfache Hin und Her der kriegerischen Operationen, das Vordrängen und Zurückfluten riesiger Trnppenmassen, mit der unvermeidlichen Zerstörung von Haus, Hof itrtb Gut, der Unbrauchbarmachung von Wegen und Eisenbahnen im Gefolge, hat nicht nur zu einer völligen Stillegung des wirtschaftlichen Lebens geführt, sondern auch die nach Millionen zählende Zivilbevölkerung des Landes, namentlich in den Städten, in größte Not gebracht. Es fehlt fast an allem, insbesondere an Kohlen und Nahrungsmitteln. Der ärmeren Bevölkerung drohen daher, infolge von Hunger und Entbehrungen, die schwersten Seuchen. Diese aber wären von einer nicht zu unterschätzenden Gefahr auch für die benachbarten Landesteile, namentlich aber auch für unsere tapferen dort kämpfenden Truppen, deren ständige Berührung mit der Bevölkerung unvermeidlich ist. Es ist darum nicht nur ein Gebot jener Menschlichkeit, die beim Deutschen nicht an der Landesgrenze haltmacht und die ja aitcf) in so hervorragender Weise gegenüber den verwundeten und gegangenen Feinden zum Ausdruck kommt, sondern auch in gleichem Maße eine Pflicht der Selbsterhaltnng, der in Polen herrschenden Not mit allen Mitteln zu steuern, Millionen von Menschen vor den Folgen des Hungers zu retten und Seuchen, die auch uns gefährlich werden könnten, nicht erst ausbrechen zu lassen. Es hat sich deshalb eine internationale Kommission gebildet, die durch den Aufkauf von Nahrungsmitteln im Ausland und ihre Iteberführung nach Polen rasch Hilfe bringen will. In Deutschland hat sich zu dem gleichen Zweck unter dem Präsidium Seiner Durchlaucht des Fürsten von Hatzfeldt, Herzog zu Trachenberg, des Direktors im Reichsamt des Innern, Herrn Dr. Lewald, und des Direktors der Dresdner Bank, Herrn Herbert M. Gutmann, ein Zentralhilsskomitee mit dem Sich in Berlin \V 8, Behrenstraße 38, gebildet, dem angesehenste Persönlichkeiten aus allen Teilen Deutschlands beigetreten sind. Tie Hilfe wird ehne Rücksicht ans das Glaubensbekenntnis allen Bedürftigen in gleicher Weise zuteil werden. Das Komitee wendet sich jetzt mit einein Ausruf an die weitesten Kreise des deutschen Volkes mit der Bitte um Beiträge. Auch die k l e i n st e G n b e i st w i l l k o m nt e n. Zahlungen können bei sämtlichen Reichsbankanstalten sowie bei den Niederlassungen einer großen Zahl anderer im Aufruf namhaft gemachter Banken geleistet werden. Es ist beabsichtigt, über die Spenden, falls von den Gebern nichts anderes bestimmt wird, öffentlich zu quittieren. * Der Jüdische Frauenbund veröffentlicht folgenden Aufruf: Achtet das Brot! Die jüdische Religion gebietet es. Sie verlangt, den Genuß des Brotes durch einen Segeusspruch zu heiligen. Es ist den Juden verboten, auf Brot und Getreide zu treten, es gedankenlos oder gar absichtlich zu verderben. Weihebrote gehören zur Heiligung des Sabbats unb der Feiertage. Diese Vorschriften kennzeichnen den sozialen Geist unserer Gesetzgebung, den wir, den Forderungen der Zeit angemessen, als höchste

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.