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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-01-22 · Heft 4 (22.1.1915) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 4 (22.1.1915)
Date
1915-01-22
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 (vl)reiunitt]lirbc ein ivehmntiges Abschie-dslied, uumutf die edle Jyrau unter dem üblichen Hebet an der Leite ihres Gatten zur letzten Ruhe gebettet wurde. S£2 Bad <?ms, 15. Januar. Am 1. Februar d. I. blickt Herr Bezirksrabbiner Tr. Weingarten, Bad Ems, ans eine 25jährige segensreiche Tätigkeit zurück. Im Hinblick ans die scknveren Zeiten hat er sich jegliche Feier verbeten. Doch wollen es sich seine Freunde nicht nehmen lassen, ihm eine würdige Feier zu veranstalten, und sie haben beschlossen, nach dem Kriege eine seinem ersprießlichen Wirken entsprechende Feier 311 begehen. Wir Hessen, daß anch die anderen ,'yreunbe des Herrn Tr. Weingarten damit einverstanden sein werden. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß unser Herr Bezirksrabbiner auf Bitten des Direktors des hiesigen Realghmnasiums und der städtischen Behörden unentgeltlich die Bertreterstelle eines einbernfenen Mathematiklehrers übernommen hat und seit Beginn des Krieges in der Obertertia Mathematik unterrichtet. 8s. (Söttingen, 15. Januar. Tie hiesige Bl 0 r i tz - L a z a r u s - M 0 g e N. O. B. B. veranstaltete am 13. v. Bl. eine E h a n u k a - seir r für die hicsigen Loldaten und Jandsturmmänner. Eine stattliche Lehar hatte ihrer Einladung Folge geleistet. Tie Logeumitglwder beteiligten sich in großer Zahl, und unsere sangesLmndigeu Schüler sowie Schüler innen stellten ihre Kräfte in den Dienst der guten Lache. Herr Organist Trum Per begleitete am Klavier die religiösen Gesänge, die rn.it dem Anzünden der Lichter verbunden war, und die frischen vaterländischen Weisen, die mit bemerteuswerter Sicherheit zum Bortrag gebracht wurden. Herr Oberlantor F a b i s ch hatte sich um die Einstudierung der musikalischen und deklamatorischen Teile ganz besonders verdient gemacht. Tie Festrede hielt L t a d t r a b b i n e r D r. B e h r e n s. VNachdem der erste, religiöse Teil der Feier verklungen war, wurden die Loldaten reich b.wirtet und beschenkt, jeder erhielt anch die kleine Festschrift des Verbandes der deutschen Inden, die gerade mit ihrem, schönen Gehalt zur rechten Ltunde übersandt worden war. Dem Tank der Soldaten gab Herr Blor. Blatt. Narervselvitsch aus Eschwege in herzlichen Worten Ausdruck. 2/D Gailingen, 15. Januar. Am 8. d. Bl. starb hier der in weiten Kreisen bekannte Borsteher Herr L n d w i g R 0 t h s ch i l d. Welcher Beliebtheit und welch großen Bekanntenkreises er sich erireute, zeigte der ihn zur letzten Ruhestätte begleitende Trauerzug. Tie Trauerfeier wurde unter zahlreichster Beteiligung von nah und fern in der Synagoge abgehalten. Hier sprach Herr Bezirksrabbiner Tr. Spitz von dem überaus segensreichen, vielseitigen Wirken des Berstorbenen. Ter Vertreter des Lhnagogenrntes hob die großen Verdienste um die israelitische Gemeinde hervor, der Borstand des israelitischen Landesashls Friedrichsheim dankte für die Tätigkeit als Anfsichtsratsmitglied, und Bürgermeister Auerbetonte die Verdienste um Gemeinde und Bürger. Zuletzt sprach der Vorstand des K r i e g e r v e r e i n s und dankte dem Verstorbenen, der zu den Alitbegründern des Kriegervereins gehörte und ihn auch lange Jahre Präsidierte, für sein stets reges Interesse für den Verein. Tann bewegte sich der Zug zum Friedhof, Uw dem Veteranen von 18 70/71 eine dreifache Salve znm Abschied über das Grab tönte. Auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens hatte sich d-er seltene Blann betätigt. Er war daher weit über die Grenzen seines Heimatlandes hinaus bekannt und geachtet. Von Sah und fern. Ter Kaiser hat bekanntlich den Wunsch ausgesprochen, daß die Feier seines Geburtstags dem Ernste der Zelt angepaßt wird. Oefsentliehe Feste, die den Eharakter von Vergnügungen haben, wie Festessen, Theatervorstellungen, Tanzbelustigungen, sollen durchweg unterbleiben. Dagegen soll überall da, rvo schon bisher eine kirchliche Feier am 2 7. Januar auch an Wochentagen üblich war, diese auch jetzt stattsiudeu und darüber hinaus allgemein die Veranstaltung kirchlicher Feiern f ü r a l (e K 0 n f e s s io ne n empfohlen werden. Ter Unterrichtsminister hat außerdem angeordnet, daß in allen Schulen sowie an den Universitäten und sonstigen Hochschulen in herkömmlicher Weise ein Festakt stattfindet. — Ter Jüdische Turnverein Bar Kochba verzeichnet den Heldentod seines Vorsitzenden, Rechtsanwalt Willy Gr eisen ha gen und seiner Mitglieder Samuel E a r 0 , Beruh. F r enndli ch , Unterarzt Arthur L ö w e n st e i n , Leop. B r i s g e lsky, Ca m i n e r , Artur F e i b n s ch, Karl G 0 ttlieb, Eduard Jose p> h und Georg Bios es. -- Ans Posen wird uns berichtet: Die israelitische K r a n k c n verpfleg n n g s - und B e e r d i g it n g sgesell - schaft beging ihre diesjährige Feier in der Synagoge im Anschluß au die Abendandacht. Das Gotteshaus war bis ans den letzten Platz gefüllt. Anch eine Anzahl von Soldaten nahm an der Feier teil. Kalltor N e i n a r d und der Shnagogen-chor sangen abwechselnd verschiedene Psalmen. Tie Festpredigt hielt der Oberrabbiner Tr. Frei mann. Das Gebet für die verstorbenen Mitglieder mit Verlesung der Namen und das Aw Horachaniini wurde vom Kantor Neinard stimmungsvoll vorgetragen. - - Ans Benthen O.S. wird uns geschrieben: Im ehrenvollen Alter von 83 Jahren verschied hier der Kriegsveteran Herr Heinrich Löbinger, eine in allen Kreisen der Bürgerschaft hoch gachtete Persönlichkeit. Er hat sich als Mitbegründer der hiesigen freiwilligen Feuerwehr sowie als eifriger Förderer des Kriegervereins und Tnrnwesens sehr verdient gemacht. — Geheimer Sanitätsrat Tr. Sandb e r g in Breslau beging kürzlich das Jubiläum seiner 25jährigen Tätigkeit als Primärarzt der inneren Abteilung am jüdischen Krankenhanse, an welchem er am selben Tage 41 Jahre lang als Arzt tätigt ist. — Dem Musketier Sally B 00 s ans Bonn wurde vom Großherzog von Oldenburg das Peter-Friedrich-Lndlvig-Kreuz 2. Klasse verliehen. Boos wird seit dem 31. Oktober v. I. vermißt, weshalb bie Auszeichnung an seine Eltern kam. — Ans Wiesbaden wird geschrieben: Der achtjährige hiesige Violinist Theo Rainer, Sohn des Arztes .und Schriftstellers Dr. Natn-er, wurde aw 7. Januar zu der Fran Prinzessin Elisabeth 31t Schanmbnrg-Lippe ein geladen, wo er das Adagio ans dem nennten Konzert von Beriot und die Mazurka von Wieniawski spielte. Ter kleine Künstler fand vielen Beifall: die Prinzessin sprach dem Wunsch ans, ihn bald in einem großen Wohltätigkeitskonzert spielen zn hören. — Ter großherzogliche Oberrat der Israeliten hat für die Bezirkssynagoge Heidelberg ans die Dauer von fünf Jahren zn Bezirksältesten ernannt: Stadtrat und Shnagogenrat Max Liebh 0 l d in Heidelberg und Synagogenvorsteher Nechtsawvalt Tr. Pfälzer-Weinheim. — Das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds im Haag (Adresse: Keren Kajemeth, per Adresse I. H. Kann, Bierkade 8a, Ten Haag) teilt uns mit: Die Spendeneinnahmen des Jüdischen Nativnalfonds im Monat Dezember haben 4 6 2 7 4,20 Bi a r k betragen. Hiervon entfallen ans Nordamerika 18985,78 Mark, Rußland 9314,50 Mark, Deutschland 5550,83 Mark, Oesterreich 3333,48 Mark, Rumänien 3288,80 Mark, Bulgarien l376,64 Mark, Holland 1213,98 Mark, England 975,29 Mark, südslawische Länder 473,35 Mark, Aegypten 446,40 Mart, Ungarn 442,65 Mark, Griechenland 407,47 Mark, Dänemark 210,40 Mark,; Australien 195,33 Mark, Italien 55,40 Mark. — Nach Mitteilungen von! Flüchtlingen haben die Russen C z e r n 0 w i tz nach der zweiten Besetzung I vollständig geplündert. Es herrscht großer Mangel an Lebensmitteln,! weshalb die russischen Biilitärbehörden Brok verteilen lassen. Bei! der Verteilung ist die jüdische Bevölkerung a u s g e - i schlossen, so daß Hungertyphus herrscht. — Eine heftige! antisemitische Bewegung greift in Bulgarien um sich, und die jüdische j Bevölkerung ist sehr beunruhigt. Täglich werden in der Presse Berj leum düngen und Anklagen gegen die Inden veröffentlicht. Noch nie i zuvor hat bk judenseindliche Agitation einen derartigen Umfang in! Bulgarien erreicht. Tie Regierung verurteilt zwar die antisemitische! Kampagne, hat aber bisher nichts Wirksames zn ihrer Eindämmung unternommen. — Im griechischen Parlament richtete vor kurzem der griechische Premierminister sehr heftige Angriffe gegen die griechische Presse in Saloniki, die bestrebt sei, Zwietracht zwischen den verschiedenem Bevölkernllgselementen der Stadt zu säen. Die Inden, sagte er, sind ein höchst wertvoller Faktor für die Entwicklung der griechischen Industrie in Saloniki, itnb ihre Ergebenheit für Griechenland kann nicht bezweifelt werden. Er appellierte an alle Hellenen in den neu erworbenen Gebieten, sich mit den Inden ans freundschaftlichen Fuß zn stellen und den gestörten Frieden wiederherzustellen. — In Johannisbnrg ist vor kurzem eine neue Synagoge eingeweilst lvooden, wohl eine der größten nnd schönsten, die es in Afrika gibt. Tie Festrede hielt Rabbiner Tr. Land an. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin - Pankow. Florastraße 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Fahrnländer, Neukölln. Druck und Verlag von Rudols Mosse in Berlin-

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