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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-11-07 · Heft 45 (7.11.1913) · p. Seite 6

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 45 (7.11.1913)
Date
1913-11-07
Page
Seite 6 (sequence 18)
Language
German
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daß alle Religionen auf dem Mosaismus beruhen, doch sei keine Religion mit dem Judentum so eng verknüpft wie der Katholizismus. Der greise Kirchenfürst erkundigte sich auch nach der Größe und Entwicklung der jüdischen Gemeinde und fragte, ob für den h eb r ä i - scheu Unterricht genügend gesorgt werde. Zugleich erkundigte sich der greise Kardinal beim Rabbiner Dr. Kanter nach seinen literarischen Arbeiten, und auf die Bemerkung des Rabbiners, er habe soeben ein homiletisches Werk „Zeitgemäße Betrachtungen zu allen Wochenabschnitten" in zweiter Auslage veröffentlicht, erbat sich der hohe Kirchenfürst ein Exemplar desselben, welches er mit großem Interesse zu lesen versprach. * England. Z. London, 31. Oktober. Der vorige Woche ernannte Oberrichter Sir Rusus Jsaacs in London hat seinen Amtseid mit dem Alten Testament in der Hand abgelegt. Sir Rusus ist aber nicht nur dem Namen nach Jude, er hat, so oft es ihm seine, in des Wortes buchstäblichem Sinne, teure Zeit gestattete, sich den jüdischen sozialen Arbeiten der Londoner Judenschaft mit Freuden gewidmet. Er hat wiederholt bei den großen Veranstaltungen der Maccabeans Präsidiert und auch die Festrede gehalten. Ebenso arbeitete er an der Hebung der jüdischen Schulen mit, und wie sehr er sich als Jude fühlte, geht aus einer Rede hervor, die er einmal bei der Preisverteilung in den Schulerkursen der Hamstead-Shnagoge an die Schüler hielt, indem er ihnen zurief, daß sie stets stolz sein müßten, einer der ältesten und edelsten unter den heute bestehenden Rassen anzugehören. Auch das jüdische Waisenhaus und das jüdische Spital erfreuen sich seit jeher seiner aktiven Förderung. Ebenso hat er an dein Entstehen und der Entwicklung der heute in so hohem Ansehen stehenden „Jews Ladbridge" mitgearbeitet. Bezeichnend für sein jüdisches Selbstbewußtsein ist es, daß er gerade am letzten Jom-Kippur noch als Generalanwalt an dem Leichenbegängnisse eines hohen richterlichen Funktionärs hätte teilnehmen sollen. Er entschuldigte jedoch in einem Schreiben an die Familie sein Fernbleiben damit,, daß er wegen des Bersöhnungstages nicht an dem Leichenbegängnisse teilnehmen könne' * Von Sah und Sern. — Der bekannte Augenarzt Dr. Bernhard Pollack gab vor kurzen: im Beethovensaal zum Besten der Witwen und Waisen Berliner Aerzte ein Konzert. Dr. P o l l a ck, der als ausgezeichneter Musiker längst bekannt ist, bot, unterstützt von den Aerzten DDr. Singer, S a l a m o n s k i, Pick, L a u t e n s ch l ä g e r , Hervorragendes. Die Veranstaltung war in allen Teilen wohlgelungen. — Geheimer Kommerzienrat Philipp F r e u d e n b e r g, der Seniorchef der Firma Herrmann Gerson, feierte am 20. Oktober seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar hatte sich durch eine Reise allen ihm zugedachten Ehrungen entzogen. Im Hause des Achtzigjährigen liefen aber im Laufe des Tages zahlreiche Glückwunschtelegramme von Behörden, kaufmännischen Korporationen und Freunden ein. — Die seltene Feier eines 150jährigen G e s ch ä s t s j n -! biläums beging am 26. Oktober die Bankfirma Lazarus in Brandenburg a. H. Am 26. Oktober 1763 erteilte Friedrich der Große dem I. Lazarus die erbetene Konzession zum Etablissement seines ältesten Sohnes in der Chur- und Hauptstadt Brandenburg a. H. Die Urkunde, die vom König eigenhändig vollzogen und vom Vizepräsidenten v. Massow und dem Minister v. Bonin kontrafigmert ist, befindet sich noch heute im Archiv der Familie Lazarus. — Dein i Sänitätsrat Dr. Warschauer in Hohensalza ist der Charakter! als Geheimer Sanitätsrat verliehen worden. — Aus Lissa i. P. Karlsruher Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit. Ende 1912 Bestand: 785 Millionen Mark. Alle Ueberschüsse den Versicherten. Unanfechtbarkeit, Unverfallbarkeit, Weltpolic e. *1^3 Kudowa „Zur Krone“ Restaurant und Ijogierlians unter Aufsicht des Breslauer Rabbinats. Ottilie Heyöemann. PILSATOR EIN GUTER TRUNK AM STAMMTISCH UND IM HAUSE Ueberall zu haben in Flaschen, Kannen und Siphons BÖHMISCHES BRAUHAUS NO 18. Tcleph.: Amt Königstadt 8088,4088/90 .uutt nay Kronprinz-Rudolf daroh die Firm» Dr. CARL SCMMDLER-BARNAY, BERLIN WIEN rSas vorstehende Warenzeichen ist auf Grund des Gesetzes zum Schutz der Warenbezeichnungen vom 12. Mai 1894, gemäss der Anmeldung vom 24. April 1908 für Firma Dr. Carl Schindler-Barnay, Berlin, Weinstrasse 20a, am 17. August 1908 unter 109996 in die Zeichenrolle eingetragen. — Aktenzeichen Sch. 10 444 Klasse 2. — Geschäftsbetrieb, in welchem das Zeichen verwendet werden soll: Fabrik pharmazeutischer Präparate. Waren, für welche das Zeichen bestimmt ist: Marienbader Reduktionspillen. Kaiserliches Patentamt. (Stempel des Kaiserlichen Paten'amte9.) 665996

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