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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-06-07 · Heft 23 (7.6.1912) · p. Seite 5

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 23 (7.6.1912)
Date
1912-06-07
Page
Seite 5 (sequence 17)
Language
German
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der unendlich viel gesprochen und zum gemeinsamen Kampf gegen Zionismus mit) Liberalismus angeseuert wurde. Zum Schluß gelangte unter großer Begeisterung der Teilnehmer folgende Resolution zur Annahme: „Die heute in Kattowitz versammelten Vertreter der thoratreuen (orthodoxen) Judenheit aus allen Ländern der Diaspora erklären nach Anhörung des vorgetragenen Referates die „Agudath' Jisroel" für begründet und verpflichten sich für den Aufbau der Organisation mit allen Kräften zu.arbeiten. Die „Agudath Jisroel" dient der Förderung aller jüdischen Interessen auf religiöser Grundlage, unter Ausschluß jeder Politischen Tendenz." — Unter herzlicher Teilnahme weiter Kreise beging vor einigen Tagen das Justizrat Nü r Uber gsche Ehepaar in Lissa das schöne Fest der silbernen Hochzeit. —Der König von Sachsen hat dem Seelsorger der Dresdener jüdischen Gemeinde, Rabbiner' Dr.W i n t e r, den TitelProfessor verliehen.—DieJ ü d i sch eB i b l'i.o« th ek und Lesehalle in H ambur g, Bieberstraße 4, begründet im April 1910, verlieh bisher insgesamt 20 878 Bände. Die Zahl der Besucher betrug im März dieses Jahres 422, im Slpril 343 und im Mai 348 Personen. Im Lesezimmr liegen ständig 32 Zeitungen und Zeitschriften aus. — Etwa 100 jüdische Auswanderer trafen, wie die „Schlesw. Nachr." melden, in sehr notdürftiger Kleidung kürzlich in Kiel ein. Dieselben kamen von Brasilien zurück, wohin sie vor etwa Jahresfrist äusgewandert Waren. Sie begaben sich auf den Postdampfer „Prinz Adalbert", um über Kopenhagen nach Schweden weiterzufahren. — Die jüdische _ Gemeinde in Goch feiert am 7. d. M. das Fest des hundertjährigen Bestehens ihrer Synagoge. Die Synagoge ist mit großem Kostenaufwande neu hergerichtet. Herr Rabbiner Dr. Frank- Köln wird die Weihe vollziehen, — 'Am Sonntag, den 23. Juni, findet in Bochum der 21/ ordentliche Gemeind e tag des Verbandes der Synagogengemernden Westfalens statt, zugleich die Generalversammlung des „Israelitischen Altersheims" und - des „Israelitischen Kinderheims" für Westfalen und angrenzende Bezirke. Die Tagesordnung umfaßt acht Punkte. Punkt 6 lautet: Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. D a di d-Bochurnüber: Die Thora als Grundlage unseresVerbandes. — Der in weiten Kreisen bekannte Fabrikant Sartorius R h e i nh o l d zu Hannover, der Vorsitzender der Israelitischen Erziehungsanstalt Ahlem der Simon-Stiftung zu Hannover ist Und allen Wohlfahrtsbestrebungen auf jüdischem Gebiete ganz besonderes Interesse cntgegenbringt, ist zum königlichen Handelsrichter ernannt worden. — Der Kantor und Religionslehrer der israelitischen Gemeinde -in Freiburg, i. B., Herr Feist, feierte dieser Tage sein 50 jähries Berufsjubiläum. Aus diesem Anlaß wurden dem Jubilar von allen Seiten,' namentlich aber seitens, der israelitischen Gemeinde, bei der er in hohem Ansehen steht, herzliche Glückwünsche und Geschenke dargebracht. Der Großherzog hat den Jubilar durch Verleihung des Verdienstkreuzes vom Zähringer Löwenorden ausgezeichnet. Der Jubelgreis erfreut sich noch geistiger und körperlicher Frische. — Aus Stuttgart wird gemeldet: Das Jsraelitengesetz ist in der Ersten Kammer nach den Anträgen des staatsrechtlichen Ausschusses ohne wesentliche Debatte angenommen worden. — Dr. Jakob Singer in Budapest hat 500 000 Kronen für . jüdische Wohltätigkeitsanstalten gestiftet. — Die Kiewer Staatsanwaltschaft hat die als abgeschlossen erklärte Untersuchung über die Ermordung des Knaben Jufchtschinfki wieder ausgenommen. — Nach einer Meldung.der Petersburger Telegraphenagentur hat wegen häufiger Verletzungen des Gesetzes über den temporären Aufenthalt der Juden-außerhalb der Ansiedlungszone das Ministerium des Innern in Gemeinschaft mit den Ministerien der Finanzen, des Handels und der Justiz neue Regeln über die Registrierung der jüdischen Kaufleute ausgearbeitet. Danach haben' die Polizeiverwaltungen der inneren Gouvernements genau die Zeit des Eintreffens der jüdischen Kaufleute und deren . Kommis in besonderen Büchern zu registrieren. Wie uns mitgeteilt wird, ist am 30. v. M. das Sch ächt verbot, in Finnland aufgehoben worden. — Rabbiner Warsow in Waco (Texas) hat in seiner Gemeinde jüngst die Einrichtung getroffen, welche den Gemeindemitgliedern gestattet, Freitag abend eine Diskussion über die Predigt des Rabbiners in der Synagoge selbst zu eröffnen. Rabbi W a r s o w ist nämlich der Meinung, daß der Rabbiner die Kanzel nicht monopolisieren dürfe und daß solche Diskussionen, an denen allerdings nur die Gemeindemitglieder teilnehmen dürfen, das Interesse der Synagogenbesucher für die Synagoge in hohem Maße steigern werden. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Fkoraltratze 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Fahrnländer, Neukölln. Druck und Verlag von Rudolf Masse in Berlin. Karlsruher Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit Ende 1911 Bestand:. 751 Millionen Mark. Alle Üeberschüsse den Versicherten. 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