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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-05-03 · Heft 18 (3.5.1912) · p. Seite 6

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 18 (3.5.1912)
Date
1912-05-03
Page
Seite 6 (sequence 18)
Language
German
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Die „Neichspvst", das Organ der Wiener antisemitisch-klerikalen Partei, glossiert diese Tatsache in denkbar unflätigster Weise. Zunächst verschweigt dieses „fromme" Blatt den Passus, daß diese mildtätige Stiftung zur Errichtung eines Spitals für bedürftige Kinder „ ohne Unterschied der Konfession" bestimmt ist. Dann stellt die „Reichspost" die tiefsinnige Bemerkung an, daß der Testator sein Vermögen. „an Christen" verdient habe und meint, daß man mit dieser Stiftung „die vielen Werke christlicher Charitas vergleichen möge, die in wahrer Toleranz Bedürftigen ohne Unterschied der Konfession gewidmet sind". Dazu bemerkt mit Recht das „Sonn- und Montagsblatt": „Es liegt uns natürlich fern, der wahren christlichen Charitas irgend etwas nachzusagen, aber aus Gründen der historischen Wahrheit und Statistik möchten wir ans die Ereignisse der allerletzten Jahre Hinweisen, in denen mindestens vier jüdische Legate für Kinderspitüter ohne Unterschied der Konfession gestiftet wurden, während kein einziger Fall nachzuweisen ist, in welchem es sich um einen christlichen Testator handelte. Wir fordern die „Reichspost" ans, ein einziges voll den angeblich vielen Werken christlicher Charitas zu nennen, das einen ähnlichen Charakter hat wie die vielen jüdischen Legate der letzten Jahre". Diese kleine Probe dürfte genügen, zu beweisen, mit welch verwerflichen Mitteln das. Hanptorgan der antisemitischen Presse in Wien kämpft. Von Mgh und Fern. — Am 9. Mai, vormittags 1h sthr,. wird der 100. Geburtstag des Reorganisators der Knabenschule-.-der jüdischen Gemeinde und des^. ersten Leiters der. Jüdischen),Lehre ' des^. Rektors Aron H v r w i tz, in der^nladerKimhenschiile durch eine Schul-' feier begangen... — Der Nestor der' Mssenschaft des Judentums, Pros. Dr. A.. B e r l i n e r , beging am 1. d.'M. seinen 79. Gebürtstag. Mit allen seinen Freunden und Verehrern'vereinigen-wir uns in dem ' Wunsche, daß ihm noch viele glückliche Jahre in ungetrübter Gesundheit beschieden sein mögen: - In der Nacht zum 26. April, statteten-. Diebe, der Synagoge „Adaß-Israel", Grenadierstr. 37, einen Besuch ab und stahlen sechsMefsingleuchtcr, eine braune und eine weiße Altarsammctdecke mit Gold- und Silberstickereien sowie > fünf Tischdecken mit ähnlichen Stickereien. Der Gcsamtschaden beträgt etwa 500 M. Von den Dieben fehlt noch jede Spur. — Georg Eugel, der bej kannte Romanschriftsteller, und Dramatiker, hat am 20. April in aller j Stille sein 25 jähriges Schriststellerjubiläum gefeiert. Rektor und! Senat der - Universität seiner Heimatstadt Greifswald schickten eine! Glückwlmschadresse; ebenso gratulierte die Universität Greifswald.! — Der Präsident der Berliner Handelskammer, Geh.. Rat W i l - h e l m H e r z, vollendete am 26. April sein 89. Lebensjahr in großer geistiger und körperlicher Rüstigkeit. — Am 28. April j ist plötzlich nach kurzem Unwohlsein der Stadtverordnete B. Hammerstein im 79. Lebensjahr verschieden. Er gehörte seit dem 1. Januar 1892 der Berliner Stadtverordneten-Versammlung an, war Mitglied der Armendirektion, der Waisenverwältung, Häusknratdr des städtischen Erziehungshauses zu Kleinbeeren und Kurator für die städtischen Hospitäler. In Aner-! kennung seiner Verdienste auf dem Gebiete der Waisenpslege erhielt! er vor zwei Jahrenden Roten Adlerorden IV. Klasse. - -! Aus Stettin wird uns mitgeteilt: Die Einführung und i An trittspredigt des hiesigen Rabbiners Herrn Dr. Wiener erfolgte am Freitag, den 19. d. M., beim Abendgottesdienst. — Die israelitische Gemeinde in F r i e d r i ch st a d t (Schlesi wig) hat bei. der Regierung: darum nachgesncht,^ die: inr eheinaligen f. Herzogtum Schleswig wohnenden, Israeliten zur '-Kirchensteuer heranzieheü. zu-dürseli. Kr--dieM-g'enamtttzr. BeKrst-ist '.keme Shnagoge! rnehr als uu ^Fr.,- die dorll verstorbenen, Israeliten .werden hier beerdigt, wie erst, kürzlich eine Leiche aus'Angeln. Die hiesige israe-! h,Mische Gemeinde hat schtveV -imt. ihre, Existenz-'zw kämpfen,, .-die Mit- j glieder.' müssen,; wenn sie die^Synagoge — also Jauch den ^Kultusbeamten- .behalten wollen, große Mrchensteüere'n zahlen, augenblicklichbeträgt der Zuschlag 230 Prozont. --- Pros. Siegwart' Fried- Bad und IMF f l IT fl olD Chur Kurnaus rhSjÜUII (Schweif) oh Chur 82S M. 0. M. Subalpine Lage. Hotel I; Ranges mit modernem Komfort. 1910 durch Neubau bedeutend erweitert. 220 Betten, Privatsalons, Appartements mit Bädern. — Elektrische Heizung. — Saison: Mai—Oktober. 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