Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 10 (10.3.1911)
- Date
- 1911-03-10
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
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Herr Dr. Kaelter, Danzig, sprach als Delegierter der liberalen Ver-, einigung und feierte den Jubilar als deren Begründer und standhafteste Stütze. Zugleich dankte er ihm im Namen der Kandidaten, die hier vor einer Kommission, deren Vorsitzender Herr Dr. Vogelstein ist, die Rabbinatsprüfung ablegten. Eine sehr große Anzahl von Depeschen und Briefen aus allen Windrichtungen und Zonen sind.angelangt.'sogar aus der Wüste Sahara kam ein herzliches Schreiben eines augenblicklich dort weilenden Herrn. Eine überaus große Menge der herrlichsten Palmen und Blumenarrangements, sowie viele kostbare und sinnige Geschenke, die von Freunden und Gönnern ihm verehrt wurden, füllten fast alle Zimmer seiner Wohnung. Eine besondere Freude und Ehrung ist dem Jubilar durch den Besuch des Herrn Professor Sch echt er, Direktor des Rabbiner-Seminars zu New 2)ork, zuteil geworden. Möge es Herrn Tr. Vogel stein noch lange vergönnt sein, in Frische des Geistes und des Körpers seines heiligen Amtes zu walten, seiner Familie zur Freude, seiner Ge' meinde zum Segen, dem Judentum zum Heile. ----- Alts Westfale«, I. März. Mit dem in Dortmund .verstorbenen Herrn Sally Flörsheim ist ein Mann von ungewöhnlicher Begabung und seltener Arbeitskraft dahingegängen. In der Geschichte der westfälischen Judenheit wird sein Name fortleben; denn das, was er als Vorsitzender des Verbandes der Synagogen Westfalens geleistet hat, geht weit über den Nahmen des Alltäglichen hinaus. Er hat den Verband durch seine uneigennützige, aufopfernde Tätigkeit zu einer Blüte gebracht, die ihm einen der allerersten Plätze unter den preußischen Gemeindeverbänden zuweist. Nicht nur die Zahl der ihm abgeschlossenen 58 Gemeinden bestätigt das, sondetn mehr noch die materielle und ideelle Unterstützung, die durch Herrn Flörsheims tatkräftige Initiative den kleinen, leistungsunfähigen westfälischen Gemeinden zuteil wurde. Für die Hebung des Religionsunterrichtes in diesen Gemeinden hat er geradezu Vorbildliches geleistet. Auch das Israelitische Kinderheim in Sassendorf verdankt seine Entstehung nur der werbenden Kraft des Herrn Flörsheim. Der von dem Verstorbenen geleitete Schwesternverein ist von dex Dortmunder Stadtvertretung als mustergültig anerkannt worden. Auch in den großen Verbünden der ' deutschen Judenheit war Herr Flörsheim als Mitarbeiter außerordentlich 'geschätzt. Welch' seltne Tatkraft dem Entschlafenen eigen war,, das. beweist wohl am besten die Tatsache, daß er neben seiner umfangreichen geschäftlichen Tätigkeit und seinem Wirken für die jüdischen Interessen' noch Zeit fand für andere gemeinnützige Bestrebungen. So gehörte er dem'Vorstand des Dortmunder Verkehrsvereins als führendes.Mitglied an und es liegt eine gewisse Tragik darin, daß an ' dem Tage, an dem :bie Ueberführung seiner Leiche nach Mainz erfolgte, in einer Versammlung des Verbandes der Verkehrsvereine Westfalens und der augren? zenden Gebiete, die im Rathaussaale zu Bielefeld. stattfand, noch zwei Referate von ih'm auf der Tagesordnung standen. Vor Eintritt in die Tagesordnung widmete der Vertreter Dortmunds, dem „für die Verkehrsvereinssache viel zu früh Verstorbenen" .einen ehrenden Nachruf. Sein gemeinnütziges Wirken wurde, vor etwa zwei Jahren durch Verleihung des Roten Adlerordens auch von .der Behörde anerkannt. Westfalen hat an dem Entschlafenen viel verloren. LuszlÄNd. L: A. T. Petersburg, 2. März. Der Petersburger Stadthaupt mann beauftragte durch Zirkular die Beamten der. Polizeibezirke, in kürzester Zeit seiner Kanzlei ausführliche Mitteilungen über die Zähl der Synagogen und Bethäuser, ebenfalls über die Zahl „der geistlichen Personen, Vorsteher und Leiter derjü dischen Konfession und über die von den Rechtgläubigen (Prawoslawmy) abgesonderten Sekten züzustellen. — Die „Rjetsch" schreibt: Infolge des großen Erfolges, welchen überall die Konzerte der jüdischen Volksmusik erzielen, organisiert die „Gesellschaft der jüdischen Volksmusik in Petersburg" eine .Konzerttournee nach den Baltischen Provinzen, den Zentralgouvernements und nach Polen. An dieser Tournee, beteiligen 'sich folgende Künstler: Janowsky. Altschuler, Jakobson, Kopat, und Noch mehrere andere. — In einer der letzten Nummern der „Rjetsch" bespricht diese Petersburger liberale Zeitung die Resultate des vor kurzem' geschlossenen Handwerkerkongresses und sagt unter anderem folgendes: „Schwach waren auch die „nationalistischen" Tendenzen vertreten, und die einzelnen Ausfälle einiger Mitglieder, welche den Wunsch hegten, auch an dem Untergange des Handwerkes die Juden zu beschuldigen — fanden keinen Anklang. Von den veralteten Ansichten sich lossagend, können die Handwerker mit grvßem Erfolg Fabriken: Köln Berlin Pressburg London New York - Stamf ord. ÖU= Beschäftigt über 4500 Personen Dampfkraft 3600 PS. Ess-Schokolade J J in Tafeln zu 25, 50 Pf. und 1 M. Koch-Schokolade V4 u. Vg Pfund-Tafeln zu 50 Pf. und 1 IV1. Um mit meinem Lager ssu räumen, verkaufe ich ’ Pessacli - Kolonialwaren zu enorm billigen Preisen M. J. WEIL, Kolonialwaren en gros, FRANKFURT a. MAIN. 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