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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-10-14 · Heft 41 (14.10.1910) · p. Seite 6

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 41 (14.10.1910)
Date
1910-10-14
Page
Seite 6 (sequence 18)
Language
German
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in Galizien. Baron Löwenstein nimmt an - allen. Vorgängen - des galizischen Judentums regen Anteil und ist eifrig bemüht, das Elend der Juden Galiziens zu lindern. — :Dem außerordentlichen Professor des österreichischen Privatrechts an der Universität in Wien Dr. Armin Ehrenzweig wurde vom Kaiser der Titel und Charakter eines ordentlichen Professors verliehen. — Am 26. September ist im israelitischen Versorgungshause in der Seegasse.im 112. Lebensjahre Frau Katharina Lustig gestorben, welche die älteste Bewohnerin- Wiens war. Sie war am 2. Dezember 1.798 zu Szerdahelvi in Ungarn als Tochter eines armen Handelsmanns und. als die achte-von zehn Geschwistern geboren. In der Familie war Langlebigkeit ein Erbstück. Ihre Großmutter mütterlicherseits wurde 113, die Mutter ihres Vaters 110 Jahre alt; von ihren Geschwistern erreichtenein Bruder das 91. und eine. Schwester das 90. Lebensjahr. Im Jahre 1816 heiratete sie einen Schneider in.Tap. Sie hatte zehn Kinder,von denen sechs starben. Die ältesteTochter,die 1822 geboren wurde lebt in Budapest, ein Sohn, 1830 geboren, war Schuster, ein zweiter, 1830 geboren. Zimmermaler. Bei ihrem jüngsten Sohne, dem Handelsagenten Adolf Lustig, Grünetorgasse Nr. 18, hat Frau Lustig bis vor kurzer Zeit gelebt. Ihren Gatten, der 105 Jahre alt wurde, verlor sie nach 75jähriger Ehe. Nach seinem Tode blieb, sie in ärmlichen Verhältnissen in TaP. Sie hatte schon früher Schirme verfertigt und betrieb das Geschäft dann fort und brachte sich von 1891 bis 1904. selbst fort, dann erst hörte die 1O3jährige Frau zu arbeiten auf und lebte von den Unterstützungen ihrer Kinder. Im Frühjahr 1907 kam sie nach Wien. Bis in die letzte Zeit war Frau Lustig von großer Rüstigkeit. Stets bei gutem Humor erzählte die Frau ihren Enkeln Geschichten und. Erinnerungen aus älter Zeit, nicht selten stimmte sie ein ungarisches Lied an. Sie. nähte bis in. ihre letzten Lebensjahre ohne Brille, selbst das Einfädeln brachte sie noch zuwege. Sie war eine Frühaufsteherin, stets bei gutem Appetit und zu allen . Mahlzeiten trank sie ein Glas Bier. Zur. Nachtruhe begab sich die alte'Frau ziemlich , spät, selten vor 10 Uhr. Ihre .Leiche 1 wurde am 27. v. M: unter großer Beteiligung auf den israelitischen Abteilung des Zentralfriehofs bestattet. Von MH und Lern. — Innerhalb der Berliner Ortsgruppe der, Organisation für hebräische Sprache und Kulturhat sich eine Abteilung gebildet, n i 4 I i i umm hergestellt unter streng ritueller Aufsicht des EhrMr. Hamburger ' Oberrabbinats und Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Kohn in Ansbach. —- Palmin sowohl -wie auch Palmonn (Pflarizen-Butter- Margarine) sind gänzlich frei von tierischen Fetten, daher gemäss Riabbinatsattest für Milch- und Fleischspeisen verwendbar, i . . Alleinige Produzenten.: '.!£ Sdilinch & Cie. A.-6., Hamburg-Mannheim. General-Depot für-Berlin: - - Ad.6olds«hmldt, Berlin C 2, Neue Friedrichs! r. 45. die am 1. November, d. -J.^ ihre Tätigkeitdamit beginnt/ in verschiedenen Stadtteilen Berlins-hebräische Kurse einzurichten. Anmeldungen sind möglichst- - umgehend an den , .Schriftführer, Herrn Paul Michaelis. Berlin-. Metzerstraße 19, zu richten. — Mit dem Tode des Sanitätsrats Dr. Julius Stern in Wilmersdorf hat der Verein gegen Verarmung einen herben Verlust, erfahren^ Dr. Stern war viele Jahre lang Mitglied des Vereins und gehörte seit dem Jahre 1902 dem Vorstande an. — Geheimer Sanitätsrat Dr. Julius Hirschseid in Charlottenburg ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Der Heimgegangene war Stabsarzt a. D. und Inhaber des Eisernen Kreuzes. — Durch Herrn I lia B er in Berlin, Elsasser-Str. 93, ist der Herberge des jüdischen Volksvcreins von einem anonymen Wohltäter zur Errichtung eiyes eisernen Fonds die Summe von 1OO0 Mark zugegangen. — Herr 'Ferdinand Neu mann in Berlin ist zum Kommerzienrat ernannt worden. — Dem seit 1875 an der städtischen israelitischen Volksschule in Beuthen (O.-S.) als Lehrer wirkenden > .Herrn Arnold Braun wurde aus Anlaß seines Uebertritts in den Ruhestand in feierlicher Kollektiv-Amtseutlassung, mit noch zwei -anderen städtischen Lehrpersonen der ihm allerhöchst verliehene Adler der Inhaber des Königlichen Hausordens von Hohenzollern überreicht. — In Bromberg hat sich ein „Verein zur Gründung eines jüdischen Alterheims* gebildet. Nach einem mit beifälliger Zustimmung aufgenommenen Referat des Fabrikbesitzers Aron,wurde ein vorläufiger Vorstand gewählt, der vorerst die Satzungen vorberaten wird, worauf dann die weiteren Schritte in Sachen der Vereinsarbeit erfolgen sollen. — Die Nepräsentantenversammlung der jüdischen Gemeinde in Posen beschloß, für das jüdische Krankenhaus einen Jnfektionspavillon gemäß dem vom Vorstand der Gemeinde vorgelegten Plane zu bauen und hat einstimmig die dafür vorgesehenen Kosten bewilligt. — Im Prozeß gegen den antisemitischen Redakteur Fritsch in Leipzig wegen der von ihm gegen die jüdische Religion geäußerten Schmähungen ist Termin zur Hauptverhandlung am 14. d. M. mittags 12 Uhr vor der 2. Strafkammerdes Land gerichts Leipzig .anberaumt. — Der Inhaber . der. weltbekannten Konservenfabrik in Firma G. Brentke in Ger wisch bei Magdeburg, Königlicher Hoflieferant Herr Martin Lehmann in Magdeburg, ist zum Handelsrichter beim dortigen Königlichen Landgericht ernannt worden, eine Auszeichnung, die unseres Wissens in der Provinz Sachsen zum erstenmal einem Juden verliehen worden bei Wildbad. W. Schwarzwald - 650 Meter ü/dL M. —- - Sommer- und Winterkuren Prospekte durch die Direktion Leitender Arzt: Dr. Koch. Sanatorium SchSmberg »für lungenkranke MILKA VELMA NOISETTINE 'IVUV' -Ttttwi/. ALLEI IM IG ER FABRIKANT.

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