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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-09-30 · Heft 39 (30.9.1910) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 39 (30.9.1910)
Date
1910-09-30
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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mi ' ri UWWRD^WWWWMMMK WWUM'ffVMHNM Lediseha Herr Lehrer Baruch Strauß sowie Herr . Gustav Gümbel, als ehemaliger Schüler, sprachen dem Scheidenden Anerkennung und Dank aus. Namens der Rhenusloge übermittelte Herr Rechtsanwalt Dr. Mattes aus Mainz Herrn Dr. Grünfeld den Dank der Loge für seine eifrige Tätigkeit als Logenbruder. Sichtbar gerührt dankte Herr Rabbiner Dr. Grünfeld für die ihm dargebrachten, liebevollen und freundschaftlichen Ehrenbezeugungen, und gedachte mit herzlichen Worten aller derjenigen, die ihn in seinem Wirken so liebevoll, treu und anhänglich unterstützt haben. Musikalische und Gesangsvorträge verherrlichten die schön verlaufene Feier. ^. W. Straßbnrg^ 23. September. Bekanntlich soll demnächst die Verfassungsreform der Kirche Augsburgischer Konfession in Elsaß- Lothringen durchgeführt werden. Sobald dies geschehen ist, wird sich die Negierung mit der Reform der israelitischen Kultusverfassung beschäftigen. Daher ist es von Interesse zu erfahren, daß die Regierung sich in einer Denkschrift an das Direktorium dahin geäußert, daß sie . entgegen dem Wunsche des Oberkonsistoriums an der Kirchenhoheit des Staates, an dem selbständigen Eefetzgebungsrecht in kirchlichen Dingen nicht gerüttelt wissen will, da sie dasselbe auch den übrigen anerkannten Relegionsgesellschaften gegenüber beansprucht. Die Kirchenordnung soll demnach nicht als Anlage zu einem Staatsgesetz, sondern als Staatsgesetz erlassen. werden, wenn auch tatsächlich der Inhalt desselben vorher mit der kirchlichen Vertretung vereinbart worden ist. Es soll aber nicht die Kirchenordnung in der vorliegenden Fassung mit ihren 157 Paragraphen als Gesetzesvorlage eingebracht werden, sondern in das Gesetz sollen nur die grundlegenden Bestimmungen ausgenommen werden, die Regelung der Einzelheiten dagegen teils dem Ministerium, teils dem Oberkonsistorinm überlassen werden. Die Shnodalordnung für die Reformierte Kirche ist ebenfalls in Gesetzesform erlassen worden, wobei die Regelung aller Einzelheiten den Aussührungsbestimmungen des Ministerums Vorbehalten worden ist. So wird es daher auch mit der . israelitischen Verfassungsreform gehalten werden, woraus sich ergibtdaß den im kommenden Jahre stattfindenden Konsisto,rialwahlen eine, ganz besondere Wichtigkeit, zukommt. . Gesterretch-Nnsarn. K. Wien, 23.September. Die jüdische Greislerin Ester.Frisch in Grzegorzki bei Krakau war vom Landesgericht Krakau ,, zu sieben Tagen Arrest, verurteilt worden, weil. sie von .einem,nn°- bekannten Burschen eine Anzahl Umschlagblätter des.' -,Herz-Jesu- Boten", einer .polnischen Jesuitenzeitung gekauft upd zürn .Verpacken von Zucker und Kaffee verwendet hatte.. Eine Seite dieser Umschlagbogen zeigte ein Christusbild, .und in der Perwendung, dieses Bildes erblickte das Gericht die Herabwürdigung einer Einrichtung der katholischen Kirche. Der oberste Gerichtshof.'bestätigte das Urteil der ersten Instanz, . obgleich der Verteidiger der angeklagten Ester Frisch, Dr.. Chmurski, nachwies,- daß. das erwähnte Bild nicht geweiht und zu seiner Herstellung auch keine bischöfliche Befugnis eingeholt worden wqr. Der Oberste Gerichtshof erklärte den. Umschlag einer Jesuitenzeitung für eine kirchliche Einrichtung und die arme Greislerin, welcher gewiß jede Verspottung,oder Herabsetzung des kath.olischenGlaubensserngelegen war, für eine Religionsschänderin. Das Urteil wäre damit rechtskräftig gewesen. Die.' österreichische israelitische „Union" ließ es jedoch dabei nicht bewenden. Dr. Chmurski brachte ein Gnadengesuch ein, und Seine Majestät der Kaiser hat diesem Gesuche Folge gegeben und das Urteil im. Gnadenweg aufgehoben. Diese Begnadigung legt aufs neue Zeugnis ab von der Hochherzigkeit und Vorurteilslosigkeit unseres geliebten. Monarchen und ist in. diesem Falle im wahrsten Sinne des Wortes ein Akt ausgleichender GereHtigkeit. Ihre hohe Bedeutung wird hoffentlich auch von den polnischen Raten des Obersten Gerichtshofes verstanden werden. — Jtn Dorfe Delejow, neben. Mariampol befinden sich die Juden seit geraumer Zeit in förmlicher Lebensgefahr vor den dortigen ruthenischen Bauern. Die Ursache der Erregung ist folgende:. Beim dortigen ruthenischen. Geistlichen hielt sich seit einiger Zeit ein ..fremdes Mädchen auf. . Zufällig haben jüdische :. %I! Pflanzen-Margarine mit süsser Mandelmilch unter dem Schutze des Deutschen Reichspatentes Nr. 100922 hergestellt, ist der vollkommenste H SÜ D Butter-Ersatz der Gegen-- wart. Pflanzen-Margarine mit Mandelmilch darf nur von uns,hergestellt werden. Die Herstellung erfolgt unter ständiger Anwesenheit und Leitung eines von Sr. Ehrw. Herrn Rahb. Dr.-B. Wolf, Köln, angestellten und inspizierten streng religiösen Aufsichtsbeamten. *1 Alleinige Patent-Inhaber: _ "Gesellschaft m. b. tl., Cleve. 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