Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 59 (1895)
- Issue
- Heft 22 (31.5.1895)
- Date
- 1895-05-31
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Sie erzieht jetzt 50 Knaben und 26 Mädchen und hat im ganzen fast fünfhundert Waisen eine das Elternhaus annähreud ersetzende Heimstätte geboten. Indem sie ferner die Zöglinge mit ihrer Fürsorge noch ins Leben hinaus begleitete, hat sie ihnen den Weg gebahnt, gleichviel welchen Berus sie erwählten, fast ausnahmslos zu achtbarer, zum Teil sogar zu angesehener Stellung sich emporzuarbeiten. Wir verdauten dieses Ergebnis nächst der den Zöglingen gewährten sorgfältigen Bildung und Erziehung den hochherzigen Stiftungen, die für das Wohl derselben auch nach ihrer Entlassung in ausgiebigem Maße zu sorgen bestimmt sind. Wenn diese nun auch unseren Anstalten den Namen der Wohlhabenheit verschaffen, — für deren unmittelbare Zwecke bleiben sie unantastbar. Wir sahen uns deshalb, als die Notwendigkeit einer Verlegung und eines Neubaues der Anstalten sich immer zwingender uns anfdrängte, bereits vor Jahren veranlaßt, eineu besonderen' Baufonds 31t schaffen, welcher' es ermöglichen sollte, das längst nicht mehr genügende Heim durch ein solches zu ersetzen, das, ohne die notwendigsten Erfordernisse der Pflege unbemittelter Waisen zu übersteigen, doch den Grundsätzen der Pädagogik und Hygiene zu entsprechen und zugleich einer etwa UM die Hälfte des jetzigen Bestandes erhöhten'Zahl von Zöglingen Raum zu bieten geeignet wäre. Denn immer wieder mußte bei der Unzulänglichkeit der gegenwärtigen Anstaltsräume eine große Zahl höchst dringender und berücksichtigenswerter Gesuche um Aufnahme von Waisen abgelehnt werden. Nachdem wir inzwischen auch durch hohe Verfügung der Ministerien des Innern und des Cnltus vom 28. Dezember v. I. in unserer Absicht bestärkt worden sind und jener Fonds, den die hohe Protektorin unserer Waisen-Anstalteu Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich huldvoll gestattete mit dem Namen unseres unvergehlicheu Protektors, des hochseligen Kaisers Friedrich zu ehren, von Fünftausend auf Hnndertvierzigtausend Mark angewachsen ist, sind wir, durch den Wohlthäter-Ansschuß ermächtigt, dazu geschritten, ein in jeder Hinsicht zweckentsprechendes, das bisherige nahezu viermal au Große übertreffendes Grundstück zu erwerben und die Vorbereitungen zu eiuem Neubau zu treffen. Die Kosten desselben werden aber durch den vorhandenen Baufonds, auch im Verein mit den sonst verfügbaren Mitteln, noch bei weitem nicht gedeckt, und ebenso wenig reichen die jährlichen Einnahmen jetzt schon zu einer Erlveiterung der Anstalten aus. Wir haben jedoch das durch die Rücksicht auf eine gedeihliche Fortentwickelung unserer Anstalten gebotene Unternehmen in der zuversichtlichen Hoffnung begonnen, daß die denselben seither bewiesene hilfreiche Teilnahme bei einem so verheißungsvollen Werke nicht ausbleiben und uns zu deni ersehnten Ziele fördern werde. So rufen wir denn zum Besten der Anstalten, die wie das älteste, so dereinst auch das größte jüdische Waisenhaus Deutschlands sein sotten, die oft bewährte Mildherzigkeit unserer Glaubensgenossen in doppelter Richtung aus: Gewährt uns die nötige Hilfe zn dem nnerlästlichen Neubau! Spendet nns jährliche Beiträge zum Unterhalt einer größeren Zahl von Waisen! Ein einmaliges Geschenk von mindestells 600 Mark verleiht die immerwährende Mitgliedschaft, unserer Anstalten. Durch einen Jahresbeitrag von 30 Mark und darüber wird das auch den immerwährenden Mitgliedern zustehende Recht der „Wohlthüter der Anstalten," d. h. das der aktiven und passiven Wahl zum Wohlthäter-Ausschuß und Vorstand, erlvorben. Ein jede Gabe wird dazu beitragen, das Unglück unbemittelter eltern- oder vaterloser Kinder zn lindern, sie zu tüchtigen, pflichtgetreuen Menschen heranzubilden. Sei denn im voraus unser innigster, herzlichster Dank allen Freunden unseres Liebeswerkes dargebracht! Berlin N., Oranienburgerstr. 38, im Mai 1895. Der Vorstand der Karnch Anertmchschen Waisen-Erziehnngs-Anstaiten. Berthold Marckwald, Eouis Gradenwity. Emanuel Eolinstein. Eugen Eandau. Dr. F. Eiebermann. Hermann X. Israel. Dr. Strelitz. Wurst. la. Kochwurst ä Pfd. 65 Pfg. Ia. Rauchfleisch. Pökelfleisch. Rouladen. Ia. Nauchbrüste. Pökelu Rauchzungen, 1a. geschm. 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