Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 41 (13.10.1893)
- Date
- 1893-10-13
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3227986-3228028--50237-3271841- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Miscellen. * Der Talmud gegen Nachdruck. Der Korrespondent Jsachar Bär Sokolski der Zeitschrift „Hazefirah" führt darüber Beschwerde, daß das hebräisch-litterarische Gebiet schon wiederholt zum Felde des Diebstahls geworden ist. Auch Zeitungskorrespondenten stehlen, er selbst sei um verschiedene Korrespondenzen von einem gewissen „Nachum Chariza" (so zeichnet stets der Betreffende) bestohlen worden. Er bittet die Redaktion des „Hazefirah" um Abdruck des von ihm verfaßten darüber handelnden Talmudtraktats „Uk'zin". Derselbe lautet: Mi tnitin: „Wer Zeitungskorrespondent werden will und nicht kann.was soll er thun? — Er soll von dem Bereitliegenden nehmen." G'emarah: „Wie ist daß zu verstehen, von dem Bereitliegenden?" — Darauf sagt Reb Safro (Schreiber): „Er nimrut von dem, was in einer Zeitschrift bereit liegt (gedruckt) und giebt es einer anderen Zeitschrift und unterzeichnet seinen Namen. So trug es sich zu mit einem galizischen Schreiber mit Namen Nachum Charizah, welcher Zeitungskorrespondent sein wollte, und welchem nichts glückte; so nahm er einen Artikel, der abgedruckt war im „Jbri" der neuen Welt und sandte ihn an die Zeitschrift „Magid, neuer" und Unterzeichnete seinen Namen. — Wie konnte er jedoch so thun, die Sache könnte doch leicht an den Tag kommen!? — Darauf sagt Reb Schlaumeier, Nachum Charizah ist der Ansicht, daß das Anziehen von Schriftstücken dieselben erwerbe. Darauf sagt Reb Safro: „Darum heißt es auch in der Schrift: .ch'moselledim 1j8eti6rvet sefar.“ Die Spielerei sei an dieser Stelle, weil sie gegen literarisches Piratenthum unter Juden Front macht, wiedergegeben! 9 Geschäftsantisemitismus. Ein Hamburger Antisemit beschwert sich in dem hiesigen „Volk" über Ahlwardt, der in Altona aufgetreten war, indem er schreibt: „Nur gegen 50 Pfennig Entree konnten wir uns den Genuß verschaffen. Schon an und für sich ein starkes Stück. Daß aber schließlich Ahlwardt die 1000 Mark Einnahme, nach Abzug der nicht großen Unkosten, in die Tasche steckte und erklärte, er habe die Arbeit gehabt, ihm gehöre auch das Geld, das ist wirklich — nicht sauber Dabei hatte er noch die Kühnheit, einem unserer tüchtigsten Vorstandsmitglieder, Herrn Irrwahn, elenden Geschäftsantisemitismus vorzuwerfen als derselbe den Antrag einbrachte, die Abendeinnahme der Altonaer Partei kaffe zukommen zu lassen. Wir aber haben den Eindruck bekommen, das Herr Ahlwardt ein Geschäftsantisemit ersten Ranges ist." - Hierzu be merkt die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung": „So lange die „Vorträge' des Herrn Ahlwardt für 10 und 20 Pf. Entree gehalten wurden, schein, man sich über deren geschäftsantisemitischen Zweck nid)t klar geworden zr sein. Bedurfte es erst der Tarissteigerung auf 50 Pf, um das einzu sehen?" — Und wir fügen noch die Frage hinzu: Bedarfes noch weiterem Beweise, daß der Antisemitismus überhaupt lediglich „Geschäft" ist': Denn der Hamburger Antisemit ist doch auch nur ärgerlich, weil das Geld nicht in Altona geblieben ist! $ — Die Nr. 41 der „Mittheilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus" (Expedition Magdeburgerstraße 13, Zeitungsliste 4173) hat folgenden Inhalt: Im Ceutrum der deutschsozialen Partei. — Jüdische Religionsbücher. — Deutsche Landsknechte in slavischen Diensten. — Antisemiten und Polen. — „Polen und Juden." — Zur Abwehr. — Aus dem antisemitischen Lager. — Vermischtes. — Briefkasten. — Arier und Semiten. Von A. Leroy-Beaulieu. Verehrliche Redaktion! In dem Bericht der letzten Nummer aus Osterode (Ostpr.) betreffs Spnagogen-Einweichung, ist mein Name irrthümlich als „Bleichröder" angegeben Mit vorzüglichster Hochachtung Berlin, 6. Oktober. Jenny Bleichrode Otto Schoening Berlin, Alexanderpl. am Stadtbahnh. n. Oranienstrasse 52 am Moritzplatz. Beste Bezugsquelle für Kaffee, flies, Qacao. Kaflee-Röstung mit Dampfbetrieb nach neuester Methode. KaflVe’s werden stündlich frisch geröstet und gestampft. Sämmtliche Colonialwaaren engros u. detail zu billigst. Tagespreisen. Telephon Amt V.3I59 Telephon Amt IV, 336 dcckt und servirt mau ein Diner, 11/ ein Dejeuner, ein Pic-Nic? Wie arrangirt man ein Buffet, einen Ball? Wie behandelt man Wein und in welcher Neihenfolge kommt derselbe zur Tafel? Wie viele Nahrungsmittel braucht man zu einem Diner per Kopf, von welcher Beschaffenheit müssen dieselben sein? Wie stellt man ein Menn zusammen? rc. rc. lieber alle diese und ähnliche Fragen in dem byesammt-Gebiete der Gastronomie giebt ein so eben in unserem Verlage erschienenes, reich ausgestattetes und prächtig illustrirtes Buch DaK Diner von Robert Stutzenbacher erschopsenden und fachmännischen Aufschluß. Das Werkchen enthält ferner eine reiche (Sammlung von hervorragenden historischen und launigen Original-Menns aus allen Welttheilen. von Diners fürstlicher H5fe und geselliger Vereinigungen, reicher Privatleute rc., wohlgeordnete Speise-Uebersehungs- Tabellen, sowie interessante gastronomische Abhandlung nebst vielem Andern. Der Preis des in elegantem Nococoband gebundenen, reizend ansgestarteten Werts, das sich vorzüglich zu einem seinen Präsent für Damen eignet, ist auf Mk. 4.— festgesetzt. Zn beziehen durch jede Buchhandlung oder gegen Einsendung des Betrages direct von der Verlagsbuchhandlung Rudolf Mosse, Berlin SW., Jerusalemerstraße 48/49. Für den Fonds zur Begründung von jüdischen Litteraturvereinen sind bisher eingegangen: A. I. in L. 300 Ai. — Prof. Dr. Senator 2u M. — Geh. Sanitätsrath Ör. Kirstein 20 M. — Geh. Sanitätsrath Dr. Boas 20 M. — Sanitätsrath Dr. Blmrienthal 20 M. — W. Hagelberg 20 M. — I. Nächstem 20 M. - S. Brünn 20 M. - Rudolf Moste 100 Ai. — Stadtrath Dr. Weigert 20 M. — Theodor Marcus 20 M. — A. Rust 20 M. - Joses Frankel 20 M. — Moriß Levv 20 M. — Benas Levy 20 M. — Frau Dorothea Ebrlicb 20 M. — E. Ncstnstiel 20 M. — I. Weinberg 20 M. — L. B. Bamberger 20 M. — Kommerzienrat!) Berthold Simon 20 Ai. — Martin Simon 20 Ti. — M. Adler 20 M. Zusammen 800 M. I)r. Gustav Karpeles. Zu einem lukrativ - buchhändleriscben Unternehmen, -atz in Berlin noch nicht vertreten ist, und dilrch sein in den Weltcentren blühendes Bestehen auch für hier ein sicheres Emporblühen verspricht. wird von einem auf diesem Gebiete erfahrenen Fachmanne ein g: Äocins gesucht, 45 dem ein Kapital von 20-30,000 Mark zur Verfügung steht. Näheres unter J. A. 8511 nit Rudolf Mosse, Berlin SW., erbeten. Höherer Beamter, Israelit, übernimmt die Verwaltung eines größeren Vermögens ooer Grundbesistes in Berlin und Umgegend im ''Nebenamt. Allerbeste dienstliche und private Empfehlungen. Nur aus Vertrauenestelle wird reflektirt, strengste Diskretion zunächst verlangt. Mittheilungen unter K. Al. 2381 an Rudolf Mosse, Berlin <1., Konmstraste 5657. Commis-Gesuch. In meinem Holz- und Landesprodukten-Geschäft, Sonnabend geschlossen. findet ein mit der Holzbranche und Buchführung vertrauter jung. Mann (Israelit) dauernde Stellung. Offerten unter J. ]tf. 8451 mit Photographie an Rudolf Mosse, Berlin SW., erbet. Zur Erlernung des Haushaltes und zur Ausbildung im geseMgen Berkehr findet zu Dezember noch ein junges Mädchen in einem feinen jüdischen Hause in Detmold freundliche Aufnahme. Offerten unter J. E. 8563 an Rudolf Mosse, Berlin SW. Gelegenheitskau f! Sacher-Masoch. Jüdisches Leben in Wort und Bild. Jllustr. Prachtwerk in hocheleg. Einband. Statt M. 3« nur M. 15, wie neu! Leo Waldau, Antiquariat, Berlin, Rossstrasse 20. Hebräisches Verlagsgeschält Wien sucht behufs Ausdehnung d. Berlages eine Kapitalskraft. -T- Anträge an - Santo's Buchdruckerei, Wien 11. Maurer- und Zimmermeifter mos Konf.. 26 I. alt, unverb.. sucht zur Begründung eines Baugeschäftes u. Holz Handlung einen stillen oder thätiger- T |t «>i I h rr h fr mit ca. 30-50,000 Nb Fachtenntniß nicht er forderlich. Offerten unter J. ». 8*756 an Rudolf Mosse, Berlin SW. Suche für meinen Sohn, welcher 3 Jahr in meinem Geschäfte thätig Nolontair-Ätelle in Getreide-, Kolonialod. Eisenhandlung E. Back, liiclitenau (Westfalen) Suche für meinen Sohn, welcher Berechtigung zum einjährigen Dienst außerdem auch gutes Zeugniß der nachträglich besuchten Handels-Akademie hat. 19 Jahre alt ist, Stellung als Nolontair in einer größeren Dampfmahlmühli unter der Bedingung. Sonnabend und an Feiertaaen nicht thätig zu sein. Adressen unt. J. M. 8596 mt Rudolf Mosse, Berlin SW. Suche per sofort eine geprüfte Erzieherin aufs Land für 2 Kinder von 6 und 9 Jahren. Offerten mit Photographie unter 3. B. 8*706 an Rudolf Mosse Berlin SW._ Ein zuverlässiges Wl ndchen welches selbstständig kochen kann, per sofort gesucht. Zeugnisse, sowie nähert Angaben bitte einzusenden. 8. Saul, Aachen. Gin Bild, israel. pfrdp ans achtbarer Familie sucht Stelle zur spez. Bedienung einer einzelnen Dame, Gefl. Offerten unter T. 1847 an Rudolf Mosse, Nürnberg. Für meine Schwester gebildet und geschäftlich, sowie im Haus' halt sehr erfahrenes Mädchen, Jsr., Ende 20er. stattliche Erscheinung mit 5—6Mille Mitgift nebst schöner Ausstattung, suche eine passende Parthie. Wittwer nickt ausgeschlossen. Gefl. Mitteilungen unter gegenseitiger strengster Diskretion erbitte unter J. J. 8713 an die Expedition dieses Blattes, Berlin SW.