Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 33 (18.8.1893)
- Date
- 1893-08-18
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Misoellen. — Von den Juden in Jemen erzählt der bekannte Reisende Dr Eduard Glaser folgende Einzelheiten: Die Juden sind zahlreich in Jemen. Unr's Jahr 500 n. Ehr. gab es jüdische Könige über das Land. Die Juden sind jetzt vielfach Handwerker und ihr Verdienst ist oft blos 10 bis 20 Pf. pro Tag nach unserem Geld, auch 3 Pfg. Ta behelfen sie sich bei zahlreicher Familie damit, daß sie einen oder mehrere Knaben zum Islam übertreten lassen, dann nehmen sich die Mohammedaner um die Kinder an. Um einen Bettelnden hatten sich bald andere kleine Araber gesammelt und einer sagte dem Fremden, der jüdische Knabe sei auch Mohammedaner geworden. Darauf fragte Dr. Glaser den Kleinen, ob er nun seinen jüdischen Vater noch besuchen dürfe. Ter Junge getraute sich vor den Andern nicht, eine Antwort zu geben. Da rief eines der Kinder: „Nein, er darf ihn nicht besuchen, denn sein Vater ist Jude." Ein größerer Knabe, der schon die Schule besuchte, trat aber vor und sagte: „Ja, er muß seinen Vater besuchen, sonst kommt er in die Hölle. Wir müssen unsere Eltern lieben und ihnen alle Tage die Hand küssen und uns nicht darum kümmern, was sie sonst sind!" Die andern Knaben stimmten bei. Auf Befragen, wer ihnen das vorgeschrieben, sagten sie: „Unser Lehrer." Erfreut reichte der Reisende jedem der Knaben ein Kupferstück für die richtige Antwort. Einer sagte: „Ich braucht nicht, mein Vater hat Geld, aber diesem Kameraden kannst Du dafür zwei geben, der ist arm." d — Tie Nr. 34 der „Mittheilungen aus dein Verein zur Abwehr des Antisemitismus" (Expedition Magdeburgerstraße 13, Zeitungsliste 4L73) hat folgenden Inhalt: Der nächste Schritt. I. — Jüdische Soldaten. — Zum Bruderzwist im antisemitischen Lager. — Zur Abwehr. — Von den antisemitischen Führern. — Vermischtes. — Briefkasten. O Geschäftliche Notizen. * „Germania", Lebens-Versicherungs-Aktien-Gesellschaft zu Stettin. Ende Juli dieses Jahres blieben versichert 173,052 Personen mit 471,232,015 M. Kapital und 1,659,095 M Jahresrente. In den verflossenen sieben Monaten dieses Jahres wurden neu beantragt 7493 Versicherungen mit 28,630,293 M. Kapital und 94,411 M. Jahresrente. Seit dem Bestehen der „Germania" (1857) wurden für fällig gewordene Versicherungsbeträge 131.i Millionen Mark ausgezahlt und seit 1871 den mit Gewinnantheil Versicherten 26,302,512 M. als Dividende überwiesen. Von dem Gesammtvermögen der Gesellschaft, das Ende 1892:144,265,530 M. betrug, entfallen M. 133,461,609 auf die Prämerienreserve und die sonstigen Sicherheitsfonds der „Germania" und M. 9,180,978 auf die Dividenden-Reserve der mit Gewinnantheil Versicherten. Diese erhalten die erste Dividende bei Zahlung der 3. Jahresprämie, die zweite Dividende bei Zahlung der 4. Jahresprämie u. s. f. und beziehen nicht nur den vollen Gewinn aus ihren eigenen Versicherungen, sondern sind statutenmäßig auch Theilhaber an dem Reingewinne aus allen übrigen Geschäftszweigen der Gesellschaft. — Die nach Dividendenplan B Versicherten der „Germania" erhielten bisher eine mit jedem Jahre um 3% der vollen Jahresprämie -steigende Dividende - im Jahre 1893 bis zu 39% der vollen Jahresprämie, während denselben 1894 bis zu 42% der vollen Jahresprämie als Dividende zufließen. Die „Germania" hat für diese Abtheilung einen besonderen Dividenden-Reservefonds gebildet, der dazu dient, den nach Plan B Versicherten auch für die Zukunft eine gleichmäßig steigende Dividende zu gewährleisten und Ende 1892 sich bereits auf M. 7,496,351 belief. Grfiestevin. Eine staatlich geprüfte. süddeutsche isr. Lehrerin, der englischen und französischen Sprache mächtig, musikalisch gebild.. sucht bald Stelle als Erzieherin in feinem Haufe des In- oder Auslandes. 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