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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-04-28 · Heft 17 (28.4.1893) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 17 (28.4.1893)
Date
1893-04-28
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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Mtsoetten. ----- Ein Autograph Ahlwardts. Die „Freisinnige Zeitung" veröffentlich folgende Enthüllungen, die in einem vom 25. Januar 188$ datirten Briefe Ahlwardts an Herrn Oberinspektor Crohn enthalten sind: Es heißt da u. A. „Die antisemitische Bewegung habe ich von Anfang an verdammt, weites ein unerhörter Unsinn ist, einen Menschen seiner Religion wegen zu loben oder zu tadeln. Das metaphysische Bedürfniß hat überall Religionen geschaffen, die schließlich für die gegebenen Verhältnisse überall die besten sind. Im Grunde ist es überall dieselbe Macht, zu der wir unseren Blick erheben. Mag diese Macht nun Gott oder Allah oder Brahma heißen. Ich verdamme es daher, und habe es von jeher verdammt, einen Menschen seines religiösen Bekenntnisses halber anzufechten." Ahlwardt schildert alsdann, daß ihn seitdem die konservative Partei habe fallen lassen. Er hoffe aber, daß ein Theil der liberalen Partei sich allmälig zu Grundsätzen bekehren werde, die es ihm möglich machen würden, sich ihr anzuschließen. Der Brief fährt alsdann wörtlich fort wie folgt: „Wer mich aber einen Antisemiten nennt, spricht aus Unkenntniß oder mit der Absicht, mich zu verleumden. Gerade unter Juden habe ich seit Jahren meine besten Freunde. Auchdie Wucherer, die mich rninirt haben, sind nur zum kleinsten Theil Juden. 2. Herr. W. und Herr P. sind katholisch, K. war evangelischer Lehrer, M. ist Schwiegervater eines evangelischen Pastors und schreibt selbst theologische Bücher, H., R., E., H., B. sind evangelisch, P., H. sind jüdisch. Wohl kenne ich unter jüdischen Leuten Hallunken, ebenso wie unter! christlichen, und über beide habe ich mich gelegentlich wohl scharf genug! ausgelassen, aber mich zum Antisemiten stempeln wollen, , kann nur Dummheit oder Bosheit wollen. > Sollten Sie mir helfen, so werden Sie doch nicht von mir verlangen, daß ick) das Geringste gegen meine Ueberzeugüng thun soll, aber das verspreche ich Ihnen auf Ehrenwort, und das halte ich auch, wenn Sie sich von mir wenden, jede religiöse Intoleranz bekämpfe ich bis zum letzten Athemzuge! Wie Ihre Entschließung auch ausfallen möge, die Versicherung kann ich Ihnen geben, daß Ihre Freundschaft, ■- wie ich sie seit 8 Jahren genoß, einer der schönsten Lichtblicke in meinem .j sonst ziemlich düstern Leben sein wird. Besten Gruß H. Ahlwardt." Aus den vorliegenden Schriftstücken und Briefen der Folgezeit ergiebt l sich, daß Herr Crohn zusammen mit fünf anderen Herren christlicher und! jüdischer Konfession ein Komitee bildete, um durch „vertrauliche Bitte an edle Menschenfreunde" (dieser Aufruf datirt vom 3. Februar 1888) eine! Summe zusammenzubringen zu dem Zweck, Ahlwardt von Wucherschulden zu befreien. In einem späteren Briefe vom 14. Oktober 1885 bekundet Ahlwardt den Adressaten, daß „jetzt Gott sei Dank!" seine Angelegenheiten definitiv ihre Erledigung finden. Er ruft in dem Brief die Verwendung des Adressaten für einen Freund an. Denn es sei ihm ja mehr als ausreichend bekannt, daß für den Adressaten das Leben nur insofern Werth habe, als er seinen Mitmenschen nützen könne. „Ist doch meine und der Meinigen Rettung auch Dein Werk." Der Brief schließt: „Ich hoffe, daß Du bald in Berlin sein wirst, um Dich an dem Glück, das ich durch Dich bereits erlangt habe, und was ich für meinen Freund durch Dich erhoffe, zu erfreuen, da ja die Freude an einem vollbrachten guten Werke von jeher Dein einziger Lebensgenuß gewesen ist. Mit herzlichem Gruß Dein H. Ahlwardt. In dem Briefe vom 25. Januar 1885 hatte also Ahlwardt sein Ehrenwort gegeben, jede religiöse Intoleranz zu bekämpfen bis zum letzten Athemzuge. Wie Ahlwardt dieses sein Ehrenwort gehalten hat, beweist seine Agitation an der Spitze des Antisemitismus. ( Strengste Reellität | “4 Für* Verlobte *- § Garantie 5 Jahr | Möbel-Ausstattungs-Magazin Societät Berl. Möbel-Tisohler Aeltestes und grösstes Magazin vereinigter Meister An der Jerusalemer Kirche 3 BERLIN SW. An der Jerusalemer Kirche 3 Verkauf zu "Werkstattpreisen ohne Zwischenhandel. Empfehlenswerte erste Bezugsquelle für alle Möbelergänzungen, complette Zimmer- und Wohnungs-Einrichtungen. 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