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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-04-07 · Heft 14 (7.4.1893) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 14 (7.4.1893)
Date
1893-04-07
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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6 S n & Mrscellen. P. K. Nosegger Hai dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus auf seine Ernennung zum Ehrenmitgliede Folgendes geantwortet: „Verehrliches Präsidium! Den: Verein zur Abwehr des Antisemitismus danke ich für die Auszeichnung, deren er durch Ernennung zu seinem Ehrenmitgliede mich gewürdigt hat. Bei rechtzeitiger Kenntniß dieser Absicht hätte ich aber gebeten, davon abzustehen. Ein Schriftsteller soll sich nach meiner Meinung mit keiner Partei offiziell verbinden, damit die Freiheit seiner persönlichen Ueberzeugung vollkommen gewahrt bleibe. Was die Judenfrage angeht, so bin ich nicht der Freund einer volkswirthschaftlichen Richtung, die so wesentlich von dem Judenthum beeinflußt wird. Im klebrigen aber verbieten es mir Geschichte, Philosophie und Ehristenthum, zwischen Menschen und Menschen einen Unterschied grundsätzlich zu machen, und glühend hasse ich die heute besonders in großen Städten so gewissenlos und abscheulich betriebene Judenhetze. In diesem Sinne nehme ich die von Ihren: Verein mir zugedachte Auszeichnung an." — Ueber die Aufschneidereien Ahlwardts macht sich Herr Böckel im „Reichsherold" lustig. Herr Böckel erwähnt folgendes interessante Beispiel: Am 1. November 1891 hielt Ahlwardt in Mülheim a. d. Ruhr einen Vortrag, der stenographirt wurde und in: Druck erschienen ist. Da heißt es S. 12: „In Berlin sind unter 194 Rechtsanwälten allein 162 Juden." (Große Bewegung.) Genau sieben Monate später sprach Ahlwardt in Dresden. Auch diese Rede ist stenographirt und im Druck erschienen unter dem Titel: „Meine Verhaftung." Da heißt es Seite 8: „Sie werden das begreifen, wenn ich Ihnen sage, daß unter den 600 Rechtsanwälten Berlins 590 echte Juden sind und die übrigen zum großen Theil aus unechten, sogenannten getauften, bestehen." (Sensation.) $ Das Wort Canape ist jüdischen Ursprunges. Wie Dr. Max Friedländer jüngst in einem Vortrag nachgewiesen, ist es von alten Ahnen und hohem Einflüsse auf die Litteratur des vorigen Jahrhunderts gewesen. „Canapc" kommt vom griechischen xovonetov (vgl. xovwy Mücke), also: „Bett mit Mückennetz." Das Wort steht zuerst in der Septuaginta; das mittellateinische curmpeurri ging in das Französische canape über, und dieses kam im vorigen Jahrhundert zu uns. Hildebrand- Grimm meint, das Wort finde sich zuerst 1768 in einem Gedicht von Uz. Der Vortragende hat das Wort aber schon in einem „Jägerliede" von Hanke (1724) gefunden. Die Nr. 14 der „Mittheilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus" (Expedition Magdeburgerstraße 13, Zeitungsliste 4173) hat folgenden Inhalt: Religion und Religionsschriften. — Franz Liszt und der Antisemitismus. — Die Juden in Baiern vor 1860. — Semiten. — Zur Abwehr. — Aus den antisemitischen Parteien. — Aus Frankreich. — Aus Rußland. — Vom Büchertisch. — Briefkasten.? Geschäftliche Notizen. * Salzbrunner Oberbrunnen. Der Versandt der Fürstlichen Mineralwasser von Ober-Salzbrunn, Furbach uno Strieboll versendet an Jedermann kostenfrei eine Broschüre über den Gebrauch und die Wirkung des Oberbrunnens mit zahlreichen Attesten und legt derselben einen Sonderabdruck aus der „Allgemeinen Medizinischen Central-Zeitung" bei. \ Ä >' 1 4 iP if ni Neu! Cantoren-Schule Neu! In meinem Conservatorium für Musik habe ich eine Abtheilung zur Ausbildung jüdischer Cantoren gegründet. Durch diese noch nicht existirende Lehranstalt ist ein längst empfundenes Bedürfniß erfüllt. Näheres Prospekt, welcher gratis versandt wird. Berlin SW., Lindenstraße 33 Direktor M. Wigodzki. Bei Waltlier Xiemann in Magdeburg erschien soeben und wird für 30 Pfg. sranco versandt: Die „Israelitische Wochenschrift" «. ihr Rath an die Juden betreffs der _Militärvorlage. *"1^.3 Fleiscbextrakt von Dr. Pa pilski, Posen, empf. Breslauers Fleisch hdlg., Kloster-. 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