Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 6 (10.2.1893)
- Date
- 1893-02-10
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3227986-3227993--49520-3271089- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
* Ein sonderbarer Wunsch. In den „Sittensprüchen der Philosophen" findet sich folgende Erzählung: Alexander der Große kam einst in ein Land, dessen Könige nach und nach aus dem Leben geschieden waren. Er erkundigte sich, ob nicht ein Sproß jener Könige noch aufzufinden wäre. Ja, berichtete man ihm, ein einziger lebe noch, aber er weile zwischen Gräbern. Der Macedonier König ließ diesen Sonderling zu sich bescheiden und frug ihn: „Warum weilst Du zwischen den Gräbern?" Ich wollte," antwortete er, „den Unterschied zwischen den Knochen der Sklaven und denen der Könige wahrnehmen; aber ich fand, daß sie sämmtlich gleich sind." „Würdest Du Dich vielleicht," fuhr der König fort, „mir und meinem Gefolge anschließen? Du sollst mit der Dir und Deiner Abstammung gebührenden Achtung behandelt werden. Hast Du aber vielleicht einen anderen Wunsch, so bitte, sprich denselben nur aus." „Ja," erwiederte Jener, „ich habe einen Wunsch." „Und der wäre?" „Ich wünsche: „Leben ohne Tod, Jugend ohne Alter, Reichthum ohne Armuth, Freude ohne Sorge, Gesundheit ohne Krankheit." Alexander bewunderte die Weisheit dieses Sonderlings. Letzterer aber kehrte zu den Gräbern zurück, zwischen denen er so lange weilte, bis er selbst ein Grab unter ihnen gefunden hatte. O * Rassen-Antisemitismus. Hiesige Blätter bringen folgende Mittheilung, die wir hier natürlich nur wegen der antisemitischen Motivirung registriren, obwohl wir selbstredend mit den Thatsachen selbst und mit derartigen Ehen nicht im Entferntesten einverstanden sind: „Daß der „Rassen-Antisemitismus" jetzt auch die Fäden Cupido's zerreißt, die sich vom Heere in unsere Bürgerkreise schlingen, ist eine betrübende Thatsache, welche mit den Traditionen einer edleren Zeit in Widerspruch steht und unserer glorreichen Ahlwardt-Periode den bezeichnenden Stempel aufdrückt. Früher, als das Standesbewußtsein der prevt^ifd)eu Offiziere nicht minder feinfühlig war als heute, fiel es durchaus nicht auf, wenn ein Offizier ein (zum Christenthum übergetretenes) Mädchen jüdischer Abstammung heirathete und niemals wurde in solchen Fällen der Konsens verweigert. Solche Ehen sind zu Hunderten geschlossen worden und nicht zum Nachtheile der betreffenden Offiziersfamilien, denn Offiziersfrauen dieser Art brachten gemeinhin mehr Geist und Bildung mit, als die etwa aus den Kreisen der „Millionenbauern" in die „fremden" Kreise hineingewachsenen. Jetzt scheint man auch auf diesem Gebiete dem krassen Ahlwardtismus, der Rassenriecherei, huldigen zu wollen. Die Tochter eines in hiesigen kommerziellen Kreisen hochangesehenen Mannes, der zwar selber noch Jude, dessen Kinder aber der christlichen Religion angehören, war mit einem Lieutenant verlobt, der bei dem Umstande, daß seine Braut, ein feingebildetes Mädchen, einem geachteten makellosen Handelshause entstammt und überdies ja Christin, keinen Moment zweifeln zu dürfen glaubte, daß ihm der Ehe-Konsens seitens seiner Vorgesetzten ertheilt werden würde. Aber der Rassenhaß siegte auch in diesem Falle. Der Konsens wurde verweigert, weil die Braut jüdischer Abstammung sei." 4äci der Redaktion eingegangene Kücher. (Ein näheres Eingeben auf einzelne Werke bleibt Vorbehalten. > M. Grünwald. Ueber den Einfluß der Psalmen auf die christliche Liturgie und Hymnologie. Heft IV. Frankfurt a. Main. 1892. I. Kauffmann. Ad. Jellinek. Weihfest und Verfassungsfeier. Rede. Wien 1893.j Selbstverlag. M. Aschkanaza. Festschrift zum Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm II. Riedersept vorigen Jahres. Verlag des Krieger-Vereins. The Activities of the Rabbi. A Course of Lectures deliveredf unther the auspices of the Jewish Theological Seminary. New-Iork^ 1892. J. Th. S. Association. Strebsamer Kaufmann, 29 Jahre alt. hat die Absicht, in ein Geschäft, gleich welche Branche, einzuheirathen. Gesl. schritten vertrauend unter O postlagernd Posen. Antoine Zuschrift unberücksichtigt Phrtogr. erw..Diskretion. besucht wiro zum 1. April eine gebildete israelitische Dame in mittleren Jahren zur Führung des Haushaltes von elternlosen erwachsenen Mädchen, '.'iteldungen unter J. R. 549 befördert Rudolf Mosse, Berlin SW._ Eine achtbare junge Frau, Jüdin, mit bester Referenz. wünscht als Mepräsentantin oder pi Führung der MrtlMft Stellung. Adressen beliebe man unter 4. 4. <»§69 bei Rudolf Mosse, Merlin SW., niederzulegen. Für m. Schwester. Jnd.. M. d. 20.. suche Paffende Parthie. Mitgift 6—8000 M. Handwerker oder Wittwer nicht ausgeschlossen. Offerten unter 4. M. 7113 des. die Exp. d. Berl.Tgbl Berlin SW. Ein an Sauberkelt gewöhntes, leistungsfähiges indisches Mädchen, das mit der Küche vertraut ist, wird zum 1. April gegen gutes Gebalt als Stütze der Hausfrau gesucht. Adr. mit Zeugniß-Abschrift unt. 4. 8.742 an d. Exp, d. Ztg.8>V. erb. Große Restanratiorislokalitäten in Karlsbad. Die in der freguentesten Strafe Karlsbads vis-a-vis dem Sprudel, im Hause „Kronprinz" befindl. Restaurationslokaütäten (früher Glattauer's u. nachher durch eine lange Reihe von Jahren Reichl's Israel. Restaurant) sind sof. zu vermiethen u. Pr. 15. März er. zu beziehen. Anfr. sind zu richten an Otto Moser, Karlsbad. Sehr hoher Preis wird gezahlt für gestempelte Briefmarken ganze und ausgeschnittene Couverts von Prenssen, Sachsen, Hannover, te Braunscliwefg, Oldenburg ». s.«. aus Scripturen der Jahre 1850—68. Berliner Briefmarken-Bazar G. Lublin, Berlin W., Friedrichstr. 661. -A “iketufsbedingrung gratis und franko. - QSCHIlliklG Eine perfekte aus guter Familie, welche im Hauswesen auch bewandert sein muß. suchen zum 1. April Gehr. Nordheimei*, Marsherg. Suche für ein junges, hübsches Mädchen mit einer haaren Mitgift von 50 000 Mark «ne paffende Parthie. Vermittler ausgeschlossen. Gell. Off. unter F. M. an Rudolf Mosse in Gieffen. nebst ..täglichem Familienblatt" mit fesselnden Romanen: — der beste Beweis dafür, daß die Berliner Morgen-Zeitung die berechtigten Ansprüche an eine volksthümliche, sorgfältig geleitete Zeitung befriedigt, abonnirt man bei allen Reichs-Postanstalten und Landbriesträgern sür ßrsitfc erhalten alle neuen Abonnenten den bereits erschienenen Theil des Ul CHIP hochinteressanten Romans von Wald-Zedtwitz: „Wer ffegt". Für März 34 Pf.!! Als ärztlich geprüfter, sehr tüchtiges Mo hei empfiehlt sich H. 8. Gelhart, Mägdebürg, Bahnhofstr. 18._ Eine junge Dame, geprüfte Lehreriß im Besitze guter Zeugnisse, sucht Stellt»» in einem seinen Haufe. Offerten un> J. M. 7040 bef. die Erped. dies. Blatt! Vorzügl. Pension s. einige Knaben. Gute Pflege, sorgf. Ueberwachung d. Schularbeiten. Nachhülfe, stete Beaufsichtigung, gute Res. Näh. d. H. Plaut, Zehdenickerstraße2 (v. 16. März: A. Schönhauserstr.5) Ein Fräulein aus achtbarem Hause, welche jüngst das Lehrerinnen- Examen gut bestanden hat, sucht per bald oder später geeignetes Engagement. Offerten unter J. X. 6993 befördert Rudolf Mosse, Merlin SW. Entöltes Maisproduct. Zu Puddings, Milchspeisen, Sandtorten, zur Verdickung v. Suppen, Saucen, Cacao vortrefflich. Ueberall vorräthig. Mehr als 145,000 Alwimente»!! b. h. eine so große Auflage, wie sie noch keine andere deutsche Zeitung jemals erlangt hat, besitzt die täglich in 8 gr. Seiten erscheinende liberale ssterliner Morgen-Leitung Eine geprüfte Erzieherin, Israelitin, der beste Empfehlungen übe4 langjährige Thätigkeit zur Seite stebM und die auch Musikunterricht ertheiüU, kann, sucht per bald oder später dauernde Stellung. Offerten unter J. <*. 7107] beförd. Rudolf Mosse, Berlin SW. Heir ath sgesuch. Für ein hübsches, junges Mädchen. 22 Jahre alt, geschäftlich und wirthschaftlich tüchtig, sehr musikalisch (Mitgift vorläufiö 6000 M.). wird paffende Parthie gesucht. Herrn in gesicherter Lebensstellung. auch Beamter, gleichviel welcher Stadt, mögen Off. unt. F. P. 1516 nicht anonvm an die Exp. des Berliner Tage, blatts W., friedrichstr. 66, einsenden.1 Für ein junges, gebildetes Mädchen! 26 Jahre alt. aus seiner Familie, wiris eine paffende Parthie gesucht. Mitgiff 10000 M. Nur solche Herren, welche flui Existenz haben, wollen sich melden untl? J. R. 6934 an die Expedition des Berliner Tageblatt» Berlin SW. Für meine Tochter. 19 Jahre alt. schöh» Erscheinung, gebildet, wirthschaftlich m 1 bescheiden erzogen, mit einer Mitg.,1 von 12 Mille Mark. suche einen solidem israelitischen jungen Mann aus guteA Familie, in gesicherter Stellung behufs! Berheirathung. Meldung zur Weiter-! beförderung unter J. R. 6733 an dies Expedition dieses Blattes._ Israelitische Deirath. Für e. Verwandten, Kausm., 28 Jahrel alt. Mitinh. e. lukrativen en gros-@e.| schästes in Berlin, vermögend. repräsZ Persönl., sehr gebildet und von vornehm! Charakter, suche ich pass. Heirathspartbiel Man reflekt. auf e. j. 'ansehnl. u. gebildl Dame aus gut. Familie m. e. Mitgift vom 40-60 Mille Mark. Gefl. Off. - nickt anonvm — unter 3. <|u. 6708 an die Expedition des Berliner Tageblatt, Berlin SW. erb. Discret. aus Ehrenwort.