Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 48 (25.11.1892)
- Date
- 1892-11-25
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
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3 igliche Reaie spektoren ordert, wei h, e Anfrage ai ) der Itrfodi den. In! io Aschen Schul :b der Unter ix vom Gr,'.,! Gymnasi i> Die Oberau' r Herr Ruh lls Jnspel^u tigionsschuiei üsspnagog. ,i letzterer Ic nt;etcn BeriH cheri darare, ls bisher um mit Freuden die Revision : „Reform," iuli, welche« eidigung d « Parteilichem »rden war. der Geheime Gebnrtsbu. entlich nicku ends vor!,er erachte. D ie en eine hohe Industrie n )eten verlieii selbst zeigten mn mit den, m-Gemeinu ninsche darrt währen re neselbe. T.r Dankbar tut tde zum E rvorragene ) auswärl e, ichen GlüU trte in allen l, Depeschen und niedr n ie Geradhr t der Familie i können. t r j ü d i s d e ii'be gestern. : der fcftli:, de, nahmui Stadlschu' )as Lehren ertreter duglinge dc > Hauses m i . ohne Ur iZenfep, air dann mit Anstalt er arre, meine >rt, um ui l entwerfen iese Zwerte l -willigt waren, mit sieben Zöglingen unter der Leitung des Professors Frensdorfs zunächst in dessen Wohnung eröffnet. 1867 wurde das bis dahin lnutzte Gebäude an der Gerberstraße für 7000 Thaler erworben, 1869 wurde eine Uebungsschule mit dem Seminar verbunden. Nach Frensdorfs n hrte in dessen Geiste Dr. Prager die Leitung der Anstalt, am 1. Oktober H85 trat der jetzige Direktor Herr Dr. Kroner an die Spitze derselben. Hn Jahre 1887 wurde die Anstalt mit der Michael David'schen Freiluplle verbunden. Anschließend an den geschichtlichen Rückblick, dankte ur Redner Allen, welche der Anstalt soweit geholfen, daß der Neubau 'i r dieselbe errichtet werden konnte, und berührte zum Schluß die Auf- U'.ben des Seminars. Herr Landesrabbiner Dr. Gronemann sprach hierauf e-enfalls über die Aufgabe des Instituts und legte seinen Ausführungen biblische Gleichniß von dem mit Oelzweigen zugedeckten Leuchter zu runde. Die Anstalt solle eine Pflegestätte sein für bürgerliche und rckerländische Gesinnung, eine Pflegestätte der Religion, welche um so ie ichtiger sei, als die hier vorgebildeten Lehrer nicht nur Religions lewer, sondern auch Religionsdiener sein müßten. Hingebende Treue r Gott, König und Vaterland werde in den Zöglingen gepflegt n erden. Herr Direktor Dr. Kroner gedachte der mit der Anstalt in d n'bindung gestandenen Verstorbenen, worauf von einem Zöglinge uv Anstalt ein Gebet für das Seelenheil derselben gesprochen wurde. Herr Dr. Kroner fuhr darauf fort, daß sein Bemühen darauf gerichtet ,v wesen, den Schülern das zu geben, was ihnen noth thue; die Aufgabe U'$ Seminars sei nicht nur darauf zu richten, die Zöglinge mit reichern Hissen auszustatten, sondern auch darauf, daß sie Herren der Methode iuen; die Anstalt dürfe nicht nur theoretische, sondern müsse auch prak- N'che Ziele verfolgen. Er schloß mit dem Wunsche des fernern guten Gedeihens der Anstalt. Mit dem hierauf vom Seminaristenchor gesune. neu Liede: „Lobe den Herrn", schloß die feierliche Veranstaltung. 0. Steele a. Rhur, 14. November. Bezugnehmend auf die Korreii ondenz in Nr. 46 dieser Zeitung aus Liegnitz, bringe zu Ihrer Kenntniß, ub von der Königl. Regierung :n Düsseldorf durch Vermittelung des Herrn Kreisschulinspektors auch an mich die "Aufforderung ergangen ist, e in der hiesigen öffentlichen jüdischen Schule beim Religionsunterrichte l achten Lehrbücher einzureichen nebst Angabe, wann die Einführung ' cser Bücher von der Vorgesetzten Behörde genehmigt sei. dach sollte angegeben werden, ob außer in der Volksschule auch noch den u. höheren Lehranstalten besuchenden Kindern von mir Religionsunterricht ct heilt würde, resp. welche Lehrmittel dabei gebraucht würden. Oesterreich-Ungarn. * Wien, 11. November. Wie wir vernehmen, hat der Vorstand m' israelitische!: Kultusgemeinde beschlossen, den Gottesdienst am H eitag Abend im israelitischen Tempel der Seitenstetteugasse mit v er größeren Feierlichkeit auszugestalten. Nicht blos der gesangliche T eil soll eine erhöhte "Ausbildung und Ausweitung erfahren; es werden iv i) bei diesem Gottesdienste Erhörten, Borträge über die Mission und v schichte des Judenthums abgehalten werden Der Präses der israet' scheu Kultusgemeinde Herr Wilhelm Ritter von Gutmann unternimmt et e Propaganda, um die Damen der besten Kreise aus der jüdischen |v sellschaft zu bestimmen, am Freitag Abend nicht Bälle und Theater, 'der:: den Gottesdienst zu besuchen, und hofft es zu erreichen, daß auch Ehefs der großen Handlungshäuser ihren "Angestellten am Freitag - end die freie Zeit gewähren, den Gottesdienst zu besuchen. Es gilt, d religiösen Jndifferentismus entgegen zu arbeiten. * Budapest, 8. November. Der gelehrte Prediger der Pester t' ulitischen Religionsgemeinde, Herr Dr. M. Kupferling, hat heute ' rmals eine mehrmonatliche Studienreise angetreten. Kayserliug be- 'u!}t vorerst Italien und geht sodann nach Spanien und nach Portugal, d i meisten dürfte er sich in Madrid anfhalten, und wenn es die Zeit attet, will er auch Lissabon besuchen. 4s Brünn, 18. November. Die hiesige Handelskammer hielt anl lich der Berufung ihres Präsidenten, Julius Ritter von Gomperz, ' >e Festsitzung Vizepräsident Gustav Ritter von Schöller hielt an den P räsidenten eine Ansprache, in welcher er dessen hervorragende Verdienste '-wohl um die Kammer, wie um Handel, Industrie und Gewerbe her- - rhob und ihn namens der Kammer herzlich beglückwünschte. Der A 'gierungsvertreter Ministerialrath Baron Hein hob in seiner "Ansprache . die vorzügliche Wirksamkeit, die Präsident Gomperz in der von ihm stets j mit der größten Unparteilichkeit geleiteten Kammer entfaltete, hervor und > sagte, daß er sich glücklich fühle, den Präsidenten anläßlich seiner Berufung in das Herrenhaus beglückwünschen zu können. Präsident Gomperz dankte zunächst dem Regierungs-Vertreter, dann in längerer Rede der Kammer und erklärte, daß, wenn er auch als ihr Abgeordneter Abschied nehme, er dennoch, wie bisher, unentwegt derjenigen großen Partei angehören werde, welcher er sich in lieberem stimmung mit der Kammer seinerzeit angeschlossen habe. Er schloß seine oft von Beifall unterbrochene Rede mit einem stürnnsch anfgenonnnenen Hoch auf den i Kaiser. Holland. Cjj} Amsterdam, 14. November. Kürzlich meldeten die polizeilichen - Nachrichten als vermißt den 16jährigen israelitisch-portugiesischen Knaben Abrah. Santeroos. Zwölf lange Jahre schwebten die Eltern! zwischen Gingst und Hoffnung, bis der Zufall die Auffindung des j Jünglings veranlaßte. Eine hiesige Mission treibende Sekte wirft von! Zeit zu Zeit nach Opfern ihre Schlingen aus. So war es auch mit l oben erwähnten: Knaben geschehen. Durch Vermittlung des Herr::! v. O, des Chefs dieser Gesellschaft, wurde S. bei einer Wittwe K. in! einer Vorstadt in Kost und Logis gegeben, u:an steckte ihn in neue! Kleider und verschaffte ihm sogar in einer der viele:: hiesigen Diamantj Schleifereien Arbeit. Dort fand man den Knaben vor einigen Tagen, i "Auf die Vorwürfe des Vaters der Wittwe gegenüber, antwortete diese gleichgiltig, daß man den Jungen polizeilich vorschriftsmäßig an- und abgemeldet hat und dort hätte der Vater ja Näheres über den Verbleib; seines Kindes erfahren können. "An brutalem Cpnismus läßt diese "Antwort nichts zu wünsche:: übrig. — S. wurde mit Hilfe der Polizei ins elterliche Haus zurückgebracht, doch — nach einigen Tagen war der i Knabe wieder verschwunden. Da umchte sich der Vater in Begleitung ' des Rabbiners auf den Weg in die Wohnung der Wittwe, die den Beiden mittheilte, daß der Knabe "Abends 10 Uhr nach Hause konnnen wird. Beide warteten also. Inzwischen aber hatte die Wittwe das Haupt der Sekte, den Herrn v. O. benachrichtigt, der alsbald auf der Bildfläche erschien und dem Vater erklärte, ihm den Jungen zurückzugeben, wenn Vater und Rabbiner sich eidlich bereit erklärten, dem Jungen, sobald er Neigung zeigte, sich taufen zu lassen, kein Hindernis; in den Weg zu legen und ihn ziehen zu lassen. Dieses "Ansinnen wurde natürlich entrüstet zurückgewiesen. Das Resultat war, daß, obwohl die Eltern bis Nachts 12 Uhr auf ihn warteten, der Sohn nicht heimkam Zwar wurde sofort die Polizei alarmirt, die auch in das Haus der Wittwe eindrang, doch der Knabe wurde nicht gefunden. Inzwischen wird die Angelegenheit weiter verfolgt, verschiedene .Kirchen, die zu dieser Seelenfängerei i treibenden Sekte gehören, werden insgeheim bewacht, und hofft man doch > endlich, den Knaben zu finden und ihn seinen Eltern und Glaubens-! genossen zuführen zu können. j Rußland. j E. Warschau, 10. November. Die Cholera, die den ganzen Sounuer in den inneren Gouvernetnents Rußlands wüthete und beinahe 200,000 Menschen hinrafste, überschritt zuletzt auch die russischpolnische Grenze. Besonders trat sie im Gouvernement Lublin stark auf. Auch in Warschau und seiner Umgebung sind mehrere Todesfälle! vorgekommen. Merkwürdigerweise sind die Juden in Warschau von! der Epidemie vorläufig verschont worden Ein schöneres Lied weiß; der „Warschauer Dnewnik" seinen Lesern von der Cholera und den Juden zu singen. „In dem Städtchen Ostrow, heißt es dort in der j Zeitung, befinden sich ungefähr sechstausend Einwohner, von denen! 5000 Juden sind, bei den Juden forderte dort die Cholera mehrere i Opfer, während die Christen von der Seuche frei blieben. Das konnten j die Juden nicht ansehen und fingen an, mit dem Wasser, worin die! Choleraverstorbenen gewaschen wurden, die Brunnen zu vergiften, i auch streuten sie verschiedene Eßwaareu in den Straßen aus, und siehe! Wunder! trotzdem sind die Christen verschont geblieben. "Als die armen! Christen die Inden ihrer schlechten Handlungen wegen zur Rede gestellt haben, fielen die Juden über sie her, schlugen sie :nit rohen Fäusten und 1 zerschmetterten die Scheiben ihrer Häuser." Soweit die Nachricht in dem I Warschawski Dnewnik. Daß die Leser dem Redakteur Glauben schenken! werden, brauche ich kann: zu sagen. Zwar hat der Warschawski Dnewnik