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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-02-05 · Heft 6 (5.2.1892) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 6 (5.2.1892)
Date
1892-02-05
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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In Rücksicht auf die Finanzlage ist indes; der Etatsausschuß davon ausgegangen, die Erhöhungen der Ausgabe;; eiuzustellen. Es sind nach den interessanten Ausführungen des Herrn Kommerzienraths G o ld b er ger bei der Ar n; e n- Konnnission der Jüd. Gemeinde eingebraeht worden in den Jahren 1880 .... 2872 Gesuche 188!) .... 8580 Gesuche ,1887 .... -318(5 „ 18!)() .... 8898 1888 .... 8214 „ 18!H .... 41!)!) Hiervon wurden nach genauester Prüfung bewillijN aow'wiGu 1880 . 1848 Gesuche .1024 oder 55 " ,, 1887 . 2128 .1018 5:; % 1888 . 2074 .1140 *45 °/ » /o 1888 . 2550 „ .104H 28" 1880 . 2580 . . . . 1:408 .. 1881 . 2782 .1027 „ HL".,, Nicht inbegriffen in vorstehende Zahlen sind die Gesuche an den fvnds für verschämte 'Arme. 'An monatlichen Unterstützungen wurden bewilligt: 1880 . 82,854 M. 18KII. 82 202 M. 1887 . 88,888 tt 1880 . 84,108 „ 1888 . 02,981 1881. 80,584 „ 'An extraordinären Unterstützunge n wurden berücksichtigt: 1880 . 1848 Personen mit 82,578 Ri. 1887 . 2128 87,070 1888 . 2074 84,808 „ 1888 . 88,124 „ 1880 . 2578 40,480 „ 1881 . 2782 42,141 „ 18,808 Personen mit 225,152 Ri. 'Auch hierin sind die von den; Fonds für verschämte 'Arme bewilligten! Unterstützungen, die sich jährlich auf ungefähr 25,ooo M. belaufen, nicht! mit einbegriffen. j Die Mittel, welche der Armen-Kommission zur Bestreitung der! monatlichen und extraordinären Unterstützungen, sowie zur Deckung der ■ Gehälter, Buch- und Büreau-K osten zur Verfügung stehen — letztere | betragen ungefähr 8000 M. — wurden durch den seitherigen etatsmästigen Zuschuß von 40,000 M., sowie durch zufliestende Zinsen des 'Armen- Fonds und der Spezial-Stiftungen, sowie durch freiwillige Beiträge aufgebracht. Im Hinblick auf die wachsenden 'Anforderungen wurde der Gemeinde-Zuschuß auf 54,OOO M. erhöht inclusive der dem Krankenhause entzogenen OO« )l) M. für die dort geübte 'Armenpflege. Der Etat der W a i s en- Berivaltung hat fiir die Jahre 1882, 1888 und 1894 gegen friiher 80,000 Mt. 80,ooo Rik. eingesetzt, woran das Reichenheimsche Waisenhaus mit einer Erhöhung von 8OOO RA. Theil nimmt, der Res; vertheilt sich auf das Erziehungshaus in Pankow und die Privat-Waisenpflege. Die Erhöhung des Pflegegelces wurde durch die Berlheuerung der Lebensmittel motivirt: bei den; unter Leitung des Direktors Grünwald stehenden Erziehungshause in Pankow kommen, wie Herr Justizrath Makower ausführte, insofern noch besondere Umstände in Betracht, als daselbst bis zum Jahre 1884 noch Lehrlinge, Binder russischer Flächt- : linge, verpflegt werden, wonach im nächsten Jahre die Zahl der Zögl linge auf 5l> steigen dürfte. Nachdem Herr Ruf; in; Namen der Waisenkommission dargelegt, wie hoch sich die Zuschüsse der Stadt für jüdische Waisen belaufen, bewilligte die Versammlung den Betrag von 80,000 Mt. für die Waisenpslege innerhalb der Gemeinde. — Eine lebhaftere Debatte rief der Etat des jüdischen Krankenhauses hervor, bei dem eine Erhöhung um 55 Prozent beantragt wird: die Entscheid;u;g über die Erhöhung auf 5o,9SO Mt. für das Jahr 1892 soll einer besonderen Kommission Vorbehalten bleiben. Im 'Aamen des Vorstandes wandte sich Herr Jakob;; gegen die Mehrforderung des Krankenhauses, dessen Etat früher auf 8190 Mk. veranlagt gewesen sei, wobei die Kosten für die Verpflegung der Insassen des Siechenhauses mit einbegriffen seien. Der Satz von 2 RA. pro Tag für die zahlende;; Patienten sei ein zu geringfügiger, so daß für die besser situirteu Giranten jährlich aus Gemeindemitteln 8OOO Mk. zugeschossen werden müßten. Demgegenüber hob Herr Isaak hervor, daß ohne die zahlenden Patienten der Gemeinde- Zuschuß für die Erhaltung des .Krankenhauses, das unter den Gemeindeinstitutionen eine erceptiouelte Stellung einuehme, ein noch größerer sein würde. Herr Sanitütsrath Blumenthal weift darauf hin, daß ein chirurgisch Kranker nicht mit 2 Mk. pro Tag verpflegt werde, die Kosten des Verbandes und der operativen Eingriffe wären bedeutend höhere. Nachdem noch Herr Mannheimer darauf hingewieseu, daß im Kraukeuhause gegen 1500 arme Menschen erhalten werden, werden nach dem 'Anträge des Vorstandes 50,000 Mk. für die Jahre 1892, 1898 und 1884 in den Etat des Krankenhauses eingestellt. Eine Reihe unvorhergesehener Ausgaben für die von der Gemeinde unternouunenen Neubautei; wurden 6u blue bewilligt. Es folgte eine geheime Sitzung. * Berlin, 2. Febr. 'Aus Rio de Janeiro kommt die Trauerbotschaft, daß dort Herr Oswald Boxer dem gelben Fieber erlegen ist. Der Verstorbene war Jahre hindurch der Berliner Korrespondent der Wiener Presse, des Wiener Fremdenblatts und des Extrablatts. Er hat sich auch hier Freunde und Anerkennung erworben, und eine Persönlichkeit von litterarischer wie politischer Bedeutung in amtlicher Stellung hatte auf deu befähigten und zuverlässigen Schriftsteller aufmerksam gemacht, als das Berliner Eentral-Eomitb für die Vorbereitung seiner Siedlungspläne einen geeigneten Vertreter an Ort und Stelle zu senden wünschte. Herr Boxer nah;;; den an ihn ergangenen Ruf an. Aber er betrachtete sich hierbei nicht nur als Delegirter des Eomitös, sondern er erblickte in der an ihn übertragenen Mission eine Aufgabe, deren Erfüllung er sein Leben, in innigem Mitgefühl mit dem Schicksal der aus ihren; Vaterland Vertriebenen widmen wollte. Ein Mann von ungewöhnlicher Begabung und Thatkraft, unterzog er sich den übernommenen Pflichten mit außerordentlicher Hingebung: seine Berichte bewiesen, wie viel von seiner Energie, Klarheit und Umsicht für das Werk, für das er eintrat, zu erhoffen war. Unermüdet und rastlos hatte er das ganze Land bereist, überall ansspähend, ob er den geeigneten Boden für die Ausführung der humanitären Pläne finden würde. Die Schwierigkeiten, die sich ihm hierin den Weg stellten, waren, zumal im Hinblick aus die politischen Wirren im Lande, unerwartet groß. Und doch hoffte er, zu einem glücklichen Ergebnis; zu gelangen. Nachrichten, die von anderer Seite nach Deutschland kamen, meldeten übereinstinnnend, wie sehr es Oswald Boxer durch sein liebenswürdiges, kluges und vornehmes Auftreten verstanden hatte, nicht nur warme Sympathien für seine Person, sondern auch die weit" gehendste Theilnahme für die Sache, die er vertrat, zu erwecken. 'A'uu hat ihn der Tod, fern von der Heünath, fern von den Seinen, fern von seinen Freunden, in noch jungen Jahren ereilt und den; Liebeswerke eine schwer zu ersetzende Stütze geraubt. Friede seiner Asche! Ehre seinem Andenken! GD Berlin, 2. Februar. „Simon den Jochai" lautete das Thema des Vortrags, mit welchem Professor Lazarus gestern Abend die Reihe der „Riontags-Vorlesungen" zu Gunsten des Stipendienfonds der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums eröffnete. Mit der ihm eigenen fesselnden Kraft der Darstellung entrollte der Redner ein Lebensbild des großen Weisen, indem er die wahren und erdichteten

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