Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 52 (1888)
- Issue
- Heft 45 (8.11.1888)
- Date
- 1888-11-08
- Page
- Seite 713 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3227717-3227763--45739-3265270- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Hebron 1× ep/1047559
OCR text
713 städten gemacht Wurden, lagen drei diesseits und drei jen- > seits des Jordans; auf beiden Seiten waren sie sehr treffend gewählt, indem sie von Norden nach Süden gehend, beinahe eine regelmäßige Figur bildeten, und in fast gleichen Ab» ständen entfernt waren, ungefähr folgendermaßen: Kedesch (33°6'N.B. 53° 34' L. v. Ferro) Sichem (32° 18'N.B. 53» 18'L.) Hebron <31° 32' N.B. 53° 12'8.) SS Ö? ° § W Gaulon (33»48'N.B. 53° 48' L.) Ramoth (32° 6' N. B. 53° 50' L.) Bezer (31° 28' N. B. 54° 3' L.) Hebron war von Sichem und Bezer 22 geogr. Meilen,; Sichem von Kedesch 26 Meilen, dieses von Gaulon zwar \ nur 10 Meilen, dagegen von Gaulon nach Ramoth wieder! 22 Meilen. Durch diese Anordnung war man in der wei-! testen Entfernung kaum 12 Meilen von einer Freistadt ent-: fernt. — Die Vertheilung der Leviten durch das ganze Land > fand nun so statt, daß jedes ihrer drei Geschlechter für sich wohnte und zwei Freistädte besaß, um die ihre Levitenstädte j herumlagen. So nahmen die Kahathiter diesseits des Jor-! dans den südlichen und mittleren Landstrich mit den Freij städten Hebron und Sichem und 21 Levitenstädten ein, nämlich so, daß die Priester (Kohanim), die aus diesem Geschlechte waren, Hebron mit 12 Städten, die übrigen Kahathiter Sichem mit neun Städten besaßen; die Gersoniter die beiden nördlichen Landstriche zu beiden Seiten des Jordans mit den Freistädten Kedesch und Gaulon und elf Levitenstädten; die Merariter den südlichen und mittleren Landstrich jenseits des Jordans mit den Freistädten Ramoth und Bezer und zehn Städten, also die Kohanim 13 Städte Kathathiter 10 „ Gersoniter 13 „ Merariter 12 „ 48 Städte^»). Außer diesen Städten und ihren Bezirken hatten aber die Leviten noch sehr bedeutende Einkünfte durch die Zehnten. Die Israeliten mußten nämlich den Zehnten des ganzen Ertrages ihrer Ländereien den Leviten geben, die jedoch von diesen Zehnten wiederum den Zehnten an die Priester abgeben mußten 10). Es läßt sich berechnen, daß die Leviten durch dieses Gesetz sehr reiche Einkünfte hatten, denn selbst wenn wir annehmen, ihre Anzahl wäre der Anzahl eines jeden Stammes gleich gewesen — was doch nicht der Fall war — so hätte ein jeder Levit durch die Zehnten allein schon mehr gehabt, als ein jeder andere Israelit durch sein ganzes Einkommen, indem der Stamm Levi 12 Zehntel erhielt, die anderen aber nur 9 Zehntel behielten. Endlich bekamen die Leviten auch von der Kriegsbeute einen Theil, obgleich sie keinen Kriegsdienst zu leisten brauchten, nämlich den 50sten Theil der Hälfte, also den lOOsten Theil''). Dies war das Institut der Leviten, wie es Moses ins Leben gerufen. Von seinem großen Zwecke werden wir weiter unten sprechen. Jetzt aber wollen wir die weitere Geschichte des Levitenstammes besprechen. Denn da so Vieles wie es Moses festgesetzt, unter anderen Bedingungen sich verschieden gestaltet, und im Laufe der Zeit und Begebenheiten Veränderungen erlitten hat, so konnten auch die Leviten sich diesem nicht entziehen. In den Zeiten der Richter, dieser unruhigsten und rohesten Periode des israelitischen Volkes, war der Gottesdienst selbst nur höchst bedingt lebendig, Zufällig, keine durch's Ganze greifende, geordnete Einrichtung. Die Stiftshütte war meist in Schilo ausgestellt, und daselbst von einem Gebäude umgeben. Wer gottessürchtigen Sinnes war, zog zur Zeit hinauf nach Schilo, brachte sein Opfer dar und verrichtete seine Andacht (ich erinnere an Elkana und Hanna 1 B. Sam. K. 1). Hier haben wohl auch die Leviten, obgleich nur theilweise — der größte Theil wohnte in seinen Städten — ihre Dienste geleistet, und geistvolle Knaben wurden für ihr ganzes Leben dem Heiligthume überantwortet (Samuel). Dennoch war der Gottesdienst nicht in Schilo fest. So opfert Samuel zu Mizpa 1S); wohnte zu Rama, und baute hier einen Altar'»); dann gehen wieder Männer zu Gott gen Bethel mit Opfern2°); Samuel beordert Saul nach Gilgal zu opfern2'); dann baute Saul ein Altar zu Ajalon, der als sein erster genannt wird--); ferner ist zu Nob eine Priesterfamilie, die Schaubrode vor des Herrn Angesicht wöchentlich legt-»). Demnächst hatte der Gottesdienst keinen festen Mittelpunkt, wobei jedoch zu bemerken ist, daß alle die genannten Orte in einem Striche lagen, nicht weit von einander entfernt. Erst durch David sollte der Dienst Gottes bestimmt und genau an einen Ort gebunden werden, und damit auch der Levitendienst seine Ordnung erhalten. Nachdem David Jerusalem den Jebusitern abgenommen und zu seiner Resivenz gemacht, und sich daselbst einen Palast mit Hülfe Hirams, Königs von Tyrus, erbaut hatte'"), faßte er den Entschluß, die Bundeslade nach Jerusalem zu bringen. Ec berief die Priester und die Leviten aus ihren Städten, und 30,000 Auserlesene des Volkes, holte die Bundeslade aus Kiriath» 15) Josua Kap. 20. 21. 16) 4. B. Mos. K. 18 B. 20—32. 17) Ebcnd. K. 31 V. 30. 47. 18) 1. B. Sam. 7, 9. 19) Ebend. V- 17. 20) Ebend. K. 9 V. 3- 21) Ebend. V. 8. Ä. ll, V. 15. 22) Ebend. 14, 35. 23) Ebend. 21, 6. 24) 2. B. Sam. 5, 6—11. 45