Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 33 (1869)
- Issue
- Heft 50 (14.12.1869)
- Date
- 1869-12-14
- Page
- Seite 1009 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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1009 (Die Energie, welche sich bei unseren Glaubensgenossen in solchen Demonstraüonen kundgiebt, ist sehr anerkennenswerth. Nur muß man sich über ihre Tragweite klar machen. Kleineren und abhängigen Staaten gegenüber ist eine derartige Verwendung von bedeutendem Nutzen, zwar nicht um den vorhandenen Uebeln geradezu abzuhelfen, wenigstens doch um ihre weitere Ausdehnung zu verhindern. Aber betreffs Rußlands fürchten wir das gerade Gegentheil. Die russische Regierung ist sehr empfindlich, noch empfindlicher die russische Nation, so weit sie hier in ihren Wortführern in Betracht kommt. Diplomatische Verwendungen und Einwendungen bringen bei jenen das Gegentheil hervor. Auf Einflüsse von außenher nachzugeben, scheint ihrer Ehre zuwieder. Alles was daher mit Ostentationen verbunden ist, schärft das Uebel, wie, offen gestanden, die jüngste Versammlung zu Berlin, welche jede öffentliche Demonstration hätte vermeiden sollen. Das einzig wirksame Mittel ist hier die Presse, und nichts als die Presse. Von dieser wird Notiz genommen, und!man braucht es nicht einzugestehen, wenn man ihre Stimme berücksichtigt. Man glaube, daß diese unsre Bemerkung aus faktischer Erfahrung geflossen. Red. d. A. Z. d. I.) Centralamerika. Panama, im September. «Arch. isr.) Ein wichtiges Organ in Central-Amerika, der Panama-Mail, veröffentlichte in seiner Nr. vom 6. September foldende Note: „Heute ist der erste Tag des Rosch Haschana, des israelitischen Neujahrs, und Mittwoch den 15. d. wird Jom Kippur oder der Versöhnungstag sein. In allen Klimaten, seit undenklichen Zeiten halten die Bekenner des mosaischen Glaubens diese Tage für heilig. Folglich werden oder sollen die Magazine und Bureaus der jüdischen Bewohner dieses Isthmus an diesen Tagen geschlossen sein." Die Landenge von Panama, wo obige Zeilen geschrieben wurden, besitzt eine wenig zahlreiche israelitische Bevölkerung, die doch nur flottirend ist, manchmal zu den großen Festen 30 Familien zählt. Panama ist bekanntlich die große europäische Passage zum füllen Ocean, ein Ort des allgemeinen Transit; auch dort wird der israelitische Name würdig getragen: gn der Spitze der Gemeinde steht Herr Samuel Piza, der Chef eines wichtigen Handelshauses, und dessen Familie sehr zahlreich daselbst ist. Er war es, der die Concession zu einem Friedhofe für die Israeliten bewirkte, der alle menschenfreundlichen und fortschrittlichen Werke fördert; auch entwickelt sich der liberale Geist fortwährend in diesen Regionen, welche doch noch so von dem alten spanischen Geist durchdrungen sind Holland. Amsterdam, im November, Nach den neuesten ministeriellen statistischen Angaben war die Zahl der Juden in Holland 1829 — 46,408 1839 — 52,245 1849 — 58,626 1859 — 63,427. Man ersieht hieraus, daß das zweite dieser Jahrzchende den größten Anwachs, das dritte den geringsten Anwachs brachte; im ersten und zweiten Jahrzehend wuchs die Zahl ungefähr um 12 o/o, im dritten um 10 %. Der Staatszuschuß zn den Cultus- und Schulkosten der Juden in Holland beträgt für das Jahr 1870 43,000 fl. Anzei gen. Für ein Kn aben-Jnstitut wird unter sehr vortheilhaften Bedingungen ein tüchtiger Lehrer iConfession gleichgültig) besonders für kaufmännisches Rechnen und Handelswissenschaften zu engagiren gesucht. Offerten unter Hinzufügung von Zeugnissen nimmt entgegen: Direktor vr. Joöl in Pfungstadt b/Darmstadt. In unserem Verein ist die Cantor-Stelle vacant, und sofort zu besetzen, darum wollen sich Bewerber schleunigst melden. Gehaltfixum 4—5Q0 Thaler. Nebenrevenüen 2—300 Thlr. Reisekosten werden nicht erstattet. Adolph Thema! in Posen, Vorsteher des Vereins der wohlthätigen Freunde.