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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-09-14 · Heft 37 (14.9.1869) · p. Seite 749

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 37 (14.9.1869)
Date
1869-09-14
Page
Seite 749 (sequence 17)
Language
German
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749 Petersburg, im August. In Petersburg soll in Kurzem der Bau einer großen und prächtigen Synagoge (im maurischen Style) in Angriff genommen werden. Die zu diesem Zwecke gesammelten Beiträge haben bereits die Höhe von 250,000 S.-R. erreicht und sollen auf mindestens eine Million gebracht werden. (Ostsee-Z.) Spanien. Madrid, im August. Nach der Vollendung des spanischen Verfassungswerkes hat der spanische Minister des Auswärtigen, Silvela, ein Rundschreiben an die diplomatischen Agenten für die befreundeten Mächte gerichtet. Ueber den großartigen und kaum hoch genug zu schätzenden Sieg, den das neue Spanien auf religiösem Gebiete über seine eigene finstere Vergangenheit errungen hat, verbreitet sich Silvelas Rundschreiben mit besonderer Ausführlichkeit und mit unverkennbarer Vorliebe. „Der Verfall Spaniens im Anfänge dieses Jahrhunderts" — so heißt es nach einem Rückblicke auf die Kämpfe gegen den Islam und die aus denselben hervorgegangene Machtentfaltung der Religion — „erklärt sich nur aus dem Fanatismus, der die Geisteskräfte der Söhne unseres Landes in enge Schranken bannte, die tüchtigsten Arbeiter an der Volkswohlfahrt in die Fremde vertrieb, Spanien von dem Strome der Civilisation abschloß, Handel und Gewerbfleiß mit thörichten Fesseln umstrickte, den fruchtbarsten und reichsten Grundbesitz als fromme Spende der Priesterschast überantwortete, und derselben Priesterschaft überdies die Herrschaft über die Gewissen und die Lenkung aller geifügen Thättgkeit anvertraute. Die furchtbare Lehre, mit welcher die Vorsehung diese Verwirrung bestrafte, hat zum Glück für unsere Seelen uns zwar den alten Glauben nicht entrissen, wohl aber ihn gemildert und die Unduldsamkeit aus vielen Herzen getilgt. So war schon, ehe das Gesetz uns die Religionsfreiheit brachte in unseren Sitten die Duldung emporgewachsen. Leider flüchtete sich der Aberglaube und der Wunderunfug, von dem natürlichen Widerwillen und dem gesunden Urtheile der mittleren und unteren Stände mit Abscheu verworfen, zuletzt noch in die Paläste der Könige. Daher ohne Zweifel die irrige Annahme in vielen Ländern Europas, daß die große Mehrzahl des spanischen Volkes noch jetzt empfinde und denke, wie um die Mstte des 16. Jahrhunderts." Nordamerika. Bonn, 3. Septemb. Die uns in diesen Tagen zugekommene Nr. 7. der von vr. Chronik in Chicago herausgegebenen Monatsschrift „Zeichen der Zeit" enthält ein Schreiben „an das Einladungscomits zur Synodal-Versammlung" vom 1. Juni o. Der Redakteur bemerk in einer Anmerkung, daß dieses Antwortschreiben zur Zeit an die Adresse übersendet worden. Wir haben dasselbe nicht erhalten. Gegenwärtig ist der Abdruck dieses Schreibens, nachdem die Synode längst vorüber, nicht mehr an der Zeit. Dasselbe ist in der freundlichsten und anerkennendsten Weise abgefaßt, und hebt Dr. Chronik die Uebersendung des Einladungsschreiben an ihn und seine Gemeinde als ein Zeugniß hervor, daß aus der Synode allen Parteien, auch der äußersten Reform die freie Gedanken - Äußerung gestattet sein sollte. Er sagt darin auch: „Deutschland gilt uns als das Zion der religiösen Idee und der Wissenschaft ihrer Geschichte, in welche sich für uns die Wissenschaft der Theologie verwandelt hat." Die persönliche Anwesenheit war durch die Umstände verhindert. Anzei gen. Für einen bejahrten Herrn suche ich zur Bedienung und Pflege, bis zum 15. November, einen zu dieser Stelle fähigen ordentlichen jungen Mann. Nähere Bedingungen bei mir zu erfragen. Menden, den 1. Septbr. 1869. __S. Rothschild. Die hiesige Gemeinde sucht zum baldigen Antritt einen befähigten Religionslehrer, Vorbeter und Schächter. Gehalt 280 Thlr. Nebeneinkommen incl. Schechita 50 — 70 Thlr. und freie Wohnung. Reflectirende wollen sich mit Abschrift ihrer Zeugniffe an den Unterzeichneten Vorstand wenden. Ludwigslust i. Meckl., den 3. Septbr. 1869. Der Vorstand der israel. Gemeinde. Z. Borchardt. S. Jvsephy. Th. Josephy. 37*»

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