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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-05-25 · Heft 21 (25.5.1869) · p. Seite 416

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 21 (25.5.1869)
Date
1869-05-25
Page
Seite 416 (sequence 12)
Language
German
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416 Herr« Kassier I. I KohM und dem Quästor Mart. Schweiger bis Ende April das Absolutorium ertheilt wurde, mit dem Vorbehalte jedoch, daß dieselben zu einigen kleineren Auslagen nachträgliche Belege Herbeischaffen müsse». — Auf Antrag derselben Herren wurde fernerhin folgender Beschluß gefaßt: in Anbetracht dessen, daß durch Druckkostev für noch rückständige 60 Bogen Diarien, Specialstatute, Matrikenformularien und hebräischer Statute und noch anderer Ausgaben der mit Ende April erwiesen« Cassarest von 4341 fl. 80 kr. erschöpft werden dürfte, so wird die Repartition der ganzen aus dem Schulfond entlehnten Summe von 103,543 fl. 54 kr. beschlossen. Damit jedoch auf jeden Wahlbezirk eine runde Summe entfalle, wird der Betrag von 143 fl. 54 kr. an das hohe Cultusministerium zurückgesendet Md die Wahlbezirke 103,400 fl. nur ausgeschlagen; der 220. Theil dieser Summe ergiebt 470 fl. und wird jeder Wahlbezirk so vielmal 470 fl. zu zahlen haben, als er mit Deputirte» bedacht war. Italien. Aus Oberitalien, 7. Mai. sPrivatmitth) Nach und nach, wie sich das Bedürfniß hiezu herausstellt, erhebt sich die Gottesacker-Frage auch in den italienischen Municipien. In Mailand ist solche noch in der Schwebe, jedoch ist daselbst, für jetzt wenigstens, die Ansicht der Promiscuität vorherrschend, welcher jedoch die dortigen Israeliten widerstreben. Es ist freilich dabei nicht unbeachtet zu lasten, daß die dortigen Israeliten, obgleich beinahe ordentlich als Gemeinde organisirt, doch noch keine staatlich anerkannte Corporation bilden. Auch in Ferrara fand die gänzliche Abschaffung jedes Confessions-Unterschiedes eifrige Verfechter; schließlich wurde aber dem von der isr. Gemeinde auSgedrückten Wunsche gewillfahrt und derselben Frcs. 5O0O gewährt, damit sich diese ihren neuen Friedhof in der Nähe des alten einrichte. In Alestandria della Paglia hat ein Versuch von Seiten der Gemeinde-Administration, einige unbedeutende Aenderungen in der Synagogen-Ordnung ohne Zustimmung des Rabbiners einzuführen, heftige Proteste von Seiten zahlreicher Gemeindeglieder zur Folge, und der Rabbiner hat seine Entlassung eingereicht. Bei der hierauf angestellten Rabbiner-Wahl wurde derselbe neu erwählt, und wie es scheint wird dort alles beim Alte« bleiben. Aleffandria ist die einzige bedeutende Gemeinde Piemont's, welche beim sogenannten Congreste von Ancona nicht vertreten ist. Unbegreiflich ist der Ton, welchen vr. Frankel's Monatsschrift seit ihrem Ueberganze unter andere Leitung angeschlagen hat. So viel gediegene Bildung, und solch abstoßendes Abweisen der Bestrebungen, Einverständniß, Liebe und Treue für das Judenthum herbeizuführen und zu erhalten. Wer zugiebt, daß „wir „wohl unsere Aeltern begreifen und ebensowohl mit „unfern Urgroßeltern uns verständigen können, daß aber „unsere Kinder, selbst die fromm erzogenen und gebliebenen und gut unterrichteten, dieß nicht mehr können," hat die Festung des hartnäckigen Conservatismus hinter sich, und thut sich und Tausenden seiner gebildeten und für Religion noch eingenommenen Glaubensgenossen Unrecht, die ernsten Bestrebungen achtungswürdiger Männer mit verkünstelter Geringschätzung zu behandeln. Hier zu Lande wenigstens wird solches Gebühren in solchem Lichte betrachtet.*) Rußland. Aus Rußland, im Mai. In Bessarabien hatten sich in den letzten drei Jahren zahlreiche jüdische Familien angesiedelt, welche theilS Handelsgeschäfte betrieben, theils im Besitze von Grundstücken waren. Alle diese jüdstchen Ansiedler find im vorigen Monat in Folge einer Verfügung des General-Gouverneurüber die Grenze entfernt und die über den Kauf ihrer Grundstücke abgeschlossenen Contrakte einer gerichtlichen Revision unterworfen worden, durch welche festgestellt werde« soll, ob dem Abschlüsse der Kaufcontracte irgend welche gesetzlichen Hindernisse entgegenstanden. Zugleich sind durch diese Verfügung die Polizeibehörden angewiesen worden, künftig in keinem Falle zu gestatten, daß Juden in Bessarabien sich dauernd niederlassen, und d<ch ausländische Juden wegen Handelsgeschäften dort einen längeren als sechswöchentlichen Aufenthalt nehmen. *) In gleicher Weise, aber noch viel schärf« lauten di« Urtheile aus Amerika, wie wir in »ächsier Nr. zeigen werden. Redaktion.

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