Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 33 (1869)
- Issue
- Heft 7 (16.2.1869)
- Date
- 1869-02-16
- Page
- Seite 130 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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130 lich, und daS ist die Hauptsache, wenn etwa- Tüchtiges, ja, wenn überhaupt etwas zu Stande kommen soll. Was spcciell die Hauptstadt betrifft, so trägt zum herrschenden Frieden hauptsächlich die Autonomie der Synagogen bei. Und es kann dem sel. Rabb. Rapop ort nicht genug nachgerühmt werden, daß er, die Sachlage würdigend, keinerlei Versuch gemacht, an der bezeichneten Autonomie zu rütteln. Und gerade die absolute Freiheit auf dem Cultusgebiete war ein fester Damm gegen die Fluchen eines Schisma. Und so war es möglich, daß hier neben dem in jeder Beziehung groß dastehenden Tempel auch mehre andere Synagogen— namentlich die Mehsel- Synagoge sich zeitgemäß gestalten konnten. Besonders was letztgenannte Synagoge betrifft, so verdient ihre umsichtige Verwaltung alles Lob. Unter schwierigen Verhältnissen begann man das nicht leichte Werk, aber Eifer und Ausdauer führten zum gewünschten Ziele. Ein besonders glücklicher Umstand für das Gedeihen der zeitgemäß gestalteten Synagogen ist, daß der neugebaute Tempel keine allzugroßen Dimensionen hat, er ist gegen den früheren um keine vollen vierhundert Sitzplätze größer, — dadurch wird die Frequenz der übrigen Synagogen — besonders bei dem reichen Zuzug vom Lande - kaum alterirt. Die Seminar-Frage harrt noch der Erledigung entgegen; nächstens Näheres darüber. Einen guten Eindruck hat es gemacht, daß jüngst der Cardinal Fürst von Schwarzenberg zu einer Soiräe, die er den Lehrkörpern der hies. Universität gab, nicht nur die jüd. Professoren — Kaempf und Wessely — sondern auch die jüd. Privatdoccnten, die rcnommirten Acrzte: Schütz, Kisch und Pick geladen, die auch erschienen und auf das Wohlwollendste empfangen wurden. Nächstens wird ein Christen-Mädchen, die Tochter eines Staatsbeamten, zum Judenthume übertreten, behufs ihrer Verehelichung mit einem hiesigen jüd. Kaufmann, dem sein Vater im Testament die Bedingungen gestellt hat, daß, falls er das Judenthum verläßt, hunderttausend Gulden von seinem Erbtheil seinen Geschwistern zufaüen sollen. Um rem zu entgehen, hat sich die christlich «Braut entschlossen, zum Judenthum über zu treten. Glück auf' die Reise! — mittoeh schello lischmah — baah liscbma. — * Anzeigen. Baeante Lehrerstelle. Eingetretener Umstände halber ist die hiesige Stelle eines Vorbeters, Religionslehrers und Schächters zum 1. oder 15. April d. I. anderweitig zu besetzen. — Dieselbe gewährt bei einem fixirten Gehalt von 200 Thlr. incl. der Nebeneinkünfte ein jährliches Einkommen von 350 Thlr.. Verheiratete Bewerber, und nur solche, welche angenehme Vorbeter und gute Religionslehrer sind, wollen sich unter Abschrift ihrer Zeugnisse schleunigst an den Unterzeichneten wenden. Perleberg, im Januar 1869. Der Vorstand des Synagogen-Bezirks. _ L. Blumenthal. _ An der Religionsschule der hiesigen Synagogen-Gemeinde, an welcher bisher der Prediger allein unterrichtet hat, soll zum 1. April e. noch ein zweiter Lehrer mit 300 Thlr. Gehalt angestellt werden. Bewerber, welche außer ihrer Qualification als Elementar lehrer, genügende musikalische Kenntnisse besitzen, um einen Kirchengesangs-Chor einzurichten und zu leiten, auch befähigt sind, den Vorbeter und Schächter vollständig zu vertreten, wollen ihre Meldungen mit Zeugniffen an den Unterzeichneten Vorstand einreichen. Bei gleicher Qualification würde ein Nichtverheiratheter den Vorzug erhalten. Erfurt, den 22. Januar 1869. Der Vorstand der Synagogen-Genreinde zu Erfurt. M. Moose. H. Basch. Jsaae Lamm. An der Religionsschule der hiesigen Synagogen- Gemeinde, an welcher außer dem Rabbiner als Schuldirigenten noch zwei Lehrer wirken, ist zum 1. April a. c. eine Lehrer-Stelle mit 400 Thlr. Gehalt zu besetzen. Bewerber, welche außer ihrer Qualification als Lehrer auch noch genügende musikalische Kenntnisse besitzen, um als Chordirigent und Vertreter des Cantors zu fungireu, wollen ihre Meldungen dem Unterzeichneten Vorstände einreichen. Magdeburg, den 15. Januar 1869. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Alenfeld. Levy. Kaufmann. _Falkenburg. Guthwann._ Die Unterzeichnete Gemeinde wünscht sofort oder doch spätestens zum 1. April c. einen jungen Mann als Religions- und jüd. Elementar-Lehrer zu engagiren, und sind Meldungen in Begleitung von Zeugnissen an den Vorstand zu richten. Gehalt 200—250 Thlr. nebst freier Wohnung. Tilsit, 8. Februar 1869. Der Vorstand der Kreis-Synagogen-Gemeinde. _ Julius Lebegott. M. Weinberg.