Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 37 (8.9.1868)
- Date
- 1868-09-08
- Page
- Seite 741 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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erte btc> tibern fic lfa chte. der deren Ver- >ie arme werde, wurde n 23m-- wollcu. auslän ne Ehre t Klasse testiren, enz Js htigkeit. worden! haben ix gün lio von Advomn des Majen Umandten berichtruktiosollte, Pascha, )ie ge- ,n die t nicht nbenst seine m des 5,000!c Er- ►feiner, : Ber- Thun itande mehr tgsten ta. . Utt- 14 i tcrzeichnet F. Danon, wird dasselbe berichtet und betreffs der Rabbinerwahl folgendes Speziellere: Als der Rabbinerstuhl leer geworden, hatten die verschiedenen Cvrporationen der arbeitenden Klassen und des intelligenten Theiles unserer Glaubensgenossen zum Rabbinat den Sohn des verstorbenen Abraham Palacci berufen, einen sehr gelehrten Mann, der fest entschlossen war, den anormalen Zustand der Gemeinde vollkommen zu ändern, indem er Reformen einführcn wollte, die der modernen Civilisation Rechnung tragen. Ein solcher Führer gebührt einer Gemeinde, welche den Spuren der civilisirten Nationen folgen will, nach dem Wunsche Sr. M. des Sultans. Aber leider! Als die Reichen oder Retrograden sahen, daß der Rabbiner, der einstimmig von drei oder viertausend Familien gewählt worden und ein Anhänger der Reformen war, eines Tages alle ihre Fehler aufdecken könne, die sie in ihrer Verwaltung begangen, und ihnen die Macht nehmen, die armen Klassen fernerhin zu quälen, dachten sie gemeiner Weise, daß sie durch Jntriguen und Verleumdungen auf den Posten des Großrabbiners eine ihrer Kreaturen und zugleich einen »Gegner der Reformen bringen könnten. Dies fanden sie denn in der Person eines gewissen R. Josef Hakim als Hilfsrabbiner, angestellt, wie man sagt, um die Gemeinde zu reorganisiren. Sobald er angekommen, war sein Erstes, Alles zu verbieten, was sich an europäische Gebräuche nur annähert, und die schönen Tage des Mittelalters zurückzurufen, wo ein Israelit sich schon auf zweitausend Schritt Entfernung auszeichnen und über den Vers 35 des Psalms 106 weinen mußte. In diesem Augenblicke ist die Gemeinde in zwei Parteien getheilt, in die Reichen und die Armen, welche nian mit mehr Recht die Ultramontanen und die Liberalen nennen könnte. Die Ersteren haben durch alle möglichen Mittel versucht, die Letzteren bei der Lokalregierung und den verschiedenen Behörden herabzusetzen, aber die Vorsehung hatte anders darüber beschlossen. Mehrere fremde und ausländische Israeliten, unter welchen ich Ihnen nur meine Freunde die HH. I. - E. Argi, Joseph Ventura, B. S. Assaöl, V. Polit, etc., alles Kaufleute und Männer von Herz, nennen null, haben sich zusammengethan, die Armen zu vertheidigen, und ein außerordentliches Comits organisirt; sie haben sich an die Consuln von Frankreich, England und Italien gewendet, um ihre Unterstützung zu erbitten bei Sr. E. dem Gencralgouverneur des Vilahct Alwin, Jsmaöl Pascha, welche Unterstützung ihnen gewährt worden. Se. Exc. wurde von den gerechten Beschwerden der großen Majorität der Bevölkerung in Kenntniß gesetzt, und der italienische Consul stellte dem Pascha seinen Clienten H. Ventura persönlich als Vertheidiger der Sache der Armen vor, und bewog Se. Exc. eine Bittschrift mit mehr als dreitausend Unterschriften zu den Füßen des Thrones gelangen zu lassen, welche, wie wir hoffen, schon ihrer Bestimmung übergeben ist. Correspondenz. Heber das jüdisch-deutsche Lesen und Schreiben*). Bielefeld, 24. Juli. Rach einer längern Abwesenheit von hier kommt mir erst heute die Nr. 26 Ihrer gesch. Zeitung zu Gesichte. Ihre Anerkennung, geehrter Herr Redakteur, zu unserem Conferenzbeschlusse hinsichtlich des jüdisch-deutsch en Lesens und Schreibens ist durchaus gerechtfertigt, und muffen wir zugestchen, daß die skizzenhafte Darstellung des betr. Beschlusses wohl der Meinung Raum geben konnte, als beabsichtigten wir, jene Gegenstände als integrirende Theile des Religionsunterrichts auf den Lehrplan zu bringen, oder vielmehr auf demselben zu erhalten. Dem ist aber durchaus nicht so. Wir betrachten diese Fächer vielmehr als gewissermaßen auf dem Aussterbe-Etat stehend, und gestehen ihnen nur in dem von Ihnen angedeuteten Sinne noch Berechtigung zu, so lange nämlich die Pietät noch verlangen wird, daß ein Enkel seine» Neujahrsbrief rc. in Schriftzügen abfasse, die das Großmütterchen zu lesen versteht. Uebrigens nimmt die so überaus einfache Sache auch nicht viel Zeit in Anspruch (in der Schule des Unterzeichneten einmal wöchentlich eine Viertelstunde), indem es genügt, daß die Schriftzüge unter den nöthigen Erläuterungen an die Wandtafel geschrieben und von den Schülern in einem Hcft- *) Wir geben die beiden Art., wie sie uns zugekomnen sind, ohne weitere Bemerkung, unseren Lesern das Urtheil über die Triftigkeit der Gründe überlassend. Nur den Zweifel können wir nicht ganz unterdrücken, ob das jüdisch-deutsche Lesen wirklich in so kurzer Zeit, wie oben angegeben, gründlich und zur Dauer erlernt werden könne. Unsere Erfahrung spricht dagegen. Redakt. 37*