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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-09-08 · Heft 37 (8.9.1868) · p. Seite 732

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 37 (8.9.1868)
Date
1868-09-08
Page
Seite 732 (sequence 2)
Language
German
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a. Antrag Geig er's. In Beziehung auf den Gottesdienst beschließt die in Cassel tagende R.-V.: 1) Das deutsche (muttersprachliche) Element verdient für alle Gebete mögliche Anwendung. 2) Die Dauer des Gottesdienstes ist möglichst abzukürzen. 3) Es ist die Abwechslung in den Gebeten anzustreben und die Anzahl der sg. typischen möglichst zu beschränken. 4) Die Erwähnung des Opferversuches an Isaak ist vollständig zu beseitigen. 5, Ebenso sind alle über den Opferdienst handelnden Stellen, nicht blos die über dessen zukünftige Wiedereinführung, sondern auch die über dessen ehemalige Verrichtung gänzlich aus dem Gottesdienste zu entfernen. 6) Desgleichen fallen alle Gebete, welche von einer Wiederversammlung in Palästina, der Herstellung eines jüdischen Staates, der Aufrichtung eines Tempels zu Jerusalem u. s. w. handeln. 7) Auch die Erinnerungen an Jerusalem verdienen Abkürzung. 8) Die über die Wahl und den Beruf Israels handelnden Stellen müssen in eine Form gebracht werden, welche auch den Schein einer Ueberhebung und dauernde Absonderung nicht zuläßt. I). Antrag HochstLtter' s. 1) Zur größeren Betheiligung an dem sabbatlichen und festlichen öffentlichen Morgengottesdienste soll die Zeit desselben nicht vom bisherigen Gebrauche abhängig sein. 2) Eine besondere Commission zu ernennen, welche eine auf der alten Massora gegründete Eintheilung der Thora-Borlesungen für den dreijährigen Cyclus ausarbeite und zugleich eine einheitliche Auswahl aus den Propheten und Hagiographen für den deutschen Vortrag der Haphtaroth mit dem betreffenden Segen treffen und diese Arbeit der nächsten Synodalversammlung zur allgemeinen Einführung auch für kleine Gemeinden vorlege. e. Antrag Gold mann's. Die Segenssprüche vor und nach den Haphtaroth sollen in der Landessprache mit Weglassung des Ungeeigneten vorgetragen werden, i Dieser Antrag ward als Amendement zur 2. Frage Philippson's mit großer Majorität von der R.-V. angenommen.) cl. Antrag Rothsch ild's. lWir bedauern, die 6 liturgischen Spezialanträge Rothschilds in dem ganzen uns vorliegenden Convolute nicht zu finden, so daß wir darauf beschränkt sind, folgende zwei anderweitigen Anträge desselben mitzutheilen.) 1) Soll das Aufrufen zur Thora beibehalten werden? 2) Soll die Bekleidung mit dem Talith bei dem Gottes-» dienst als Bedürfniß erklärt werden?*) » e. Antrag Wieners. »^' In Erwägung, daß die Prärogative der Ahromden,»1 zuerst zur Thora gerufen zu werden, namentlich an Wochen-» tagen zu manchen Jnkonvenienzen führt, und in Er-»^ wägung, daß die eigentliche Bedeutung und Quelle einer »a Prärogative für unsere Zeit im Großen und Ganzen»" reducirt ist, wird der Antrag gestellt: „Die R.-V. wolle» es aussprechen, es verstoße durchaus nicht gegen die» Satzung, jene Prärogative aufzuheben." » k. Antrag Mayer's. I 1) Der einjährige Cyclus soll mit der Modification > v beibehalten werden, daß vier Abschnitte in sieben Abthei-» z lungen bei dem Sabbathmorgen-Gottesdienste, der fünfte > Abschnitt bei dem Sabbathabend-Gottesdienste, der sechste » und siebente Abschnitt bei dem Morgengottesdienste am I x Montag und Donnerstag vorgetragen werden. 2) Soll I \ bei der Ausarbeitung des Gebetbuches die Messiasidee > j ideal dargestellt und demgemäß auch das Opfergebet vor- » - getragen werden. I j g. Antrag Kahn's. I Die Rabbinerversammlung beschließt, mit aller Kraft I dahin zu wirken: 1) daß die Israeliten den Gottesdienst I 1 am Sabbathe und Feiertage freiwillig besuchen und ihre I Geschäfte wenigstens während des Gottesdienstes schließen; ■ 21 daß es ihnen von den Behörden gestattet wird, an I Sonntagen und nicht jüdischen Feiertagen ihre Geschäfte > öffentlich zu betreiben. » *) Wir glaubten, daß Herr vr. Rothschild seine I Anträge in dem von ihm verfaßten Berichte über die I R.-B. im „israel. Lehrer", der seine Thätigkeit in der I R.-V. doch so ausführlich bespricht, mittheilen werde, I um unsere Wiedergabe der Anträge vervollständigen zu » können; allein es ist dies nicht geschehen. Wir können » daher hier nur erwähnen, daß sein erster Antrag da- > hin ging: die Thorah nur in Auswahl vorzulesen, I oder einen siebenjährigen Cyclus einzuführen. Beide I Anträge fanden bei der Unterstützungsfrage nicht eine W einzige Stimme für sich, und waren daher einstimmig I verworfen. — Wir bemerken hierbei, daß Herr Roth- > schild sich in seinem Berichte geradezu der Entstellun- I gen in den, uns betreffenden Partien schuldig macht. » Er unterstellt uns z. B., daß wir von der „Macht » und Würde" der Rabbinen gesprochen hätten, wo wir I nur vom „Berufe" und den „Aufgaben" der Rab- I biner gesprochen. Doch wir sind des festen Entschlusses, I in keine Polemik einzugehen, und überlassen Herrn Roth- I schild und seinen Bericht sich selbst. >

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