Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 28 (1864)
- Issue
- Heft 18 (26.4.1864)
- Date
- 1864-04-26
- Page
- Seite 282 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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282 Einladung zur Konferenz des Berems isr. Elementarlehrer für Westphalen und Rheinprovinz, zugleich Generalversammlima der Unterstützungskasse des Vereins zu Bielefeld sim Saale auf der Berglust) am 13. und 14. Juni c. Tagesordnung: A. 1) Jahresbericht des Vorstandes der Unterstützungskasse, resp. Rechnungslage des Rendanten und Decharge-Ertheilung. 2) Aufnahme neuer Mitglieder (welche zu diesem Behufe alle erforderlichen Nachweise [§. 3 der Statuten^ mit zur Stelle bringen wollen). Z) Berathung über die Möglichkeit eines Anschlusses unseres Vereins oder einzelner Mitglieder desselben an den von Herrn Klingenstein ins Leben gerufenen Unterstützungs-Verein. 8. 1) Die richtige Methode bei schriftl. Aufsätzen und eine Auswahl von Themalen mit Rücksicht auf die jüd. Schule. Referenten: Treu u. Herrmanns. 2) Allgemeiner Lehrplan für die jüd. Schule. Referenten: Steinweg und Walbaum. Kostenfreie Aufnahme bei Familien wird den Besuchern der Conferenz freundlichst offerirt. Die Theilnahme auch von Nichtlehrern und namentlich von den Herren Rabbinen an unseren Berathungen, würde sehr erwünscht sein. Der Vor st and. Für unsere Glaubensgenossen in der Provinz Posen, ganz besonders aber für unsere Gemeinde, ist die Auszeichnung, welche dem Mitgliede unserer Gemeinde, Rittergutsbesitzer und Fabrikanten Herrn Joseph Russak durch Verleihung des Kronen-Ordens 4. Classe zu Theil geworden, ein Ereigniß, das, der allgemein über diese Anerkennung sich kundgebenden Befriedigung wegen, wohl ein Wort der Betrachtung über die Verdienste dieses Mannes erforderlich macht, der in unseren politisch, nqtional und social so vielfach gespaltenen Kreisen dennoch die lebhafteste Verehrung in den Herzen vieler Tausenden findet. In seiner Thätigkeit, seiner Humanität, seiner Begeisterung für Kunst und Wissenschaft, seinem Diensteifer, seiner Opferfreudigkeit zur Förderung der Blüthe und des Wohlergehens seiner Vaterstadt Gnesen beruhen Russak's Verdienste. Von seiner regen industriellen Thätigkeit zeugen die Fabriken, welche derselbe auf seiner, nahe der Stadt belegenen Herrschaft von 7000 Morgen, mit Einsicht, Kenntniß der Mittel, Umsicht und Besonnenheit anlegte, denen unser Ort eine Reihe gemeinnütziger Erfolge, die Aushilfe unserer arbeitenden Klasse, verdankt. Beseelt von echter Humanität, tritt er freigebig überall ein, wo es Abhilfe der Noch, Werke der Liebe gilt. So ist das hiesige Rettungshaus für Knaben aller Confessionen fast seine alleinige Schöpfung, wie unsere vielfältigen Wohlthätigkeits - Vereine in ihm einen stets freigebigen Freund besitzen, wobei niemand seines Glaubens halber von ihm verletzt oder zurückgesetzt wird. Durch eine so gemeinnützige Wirksamkeit, durch geistige Kraft und Reichthum des inneren Lebens, durch echte Duldung, durch Kraft des Willens und Charakters sich auszeichnend und in natürlicher Bescheidenheit es sich versagend, hervorzutreten, hat Herr Russak die Aufmerksamkeit und die Anerkennung der Behörden auf sich gelenkt und sich in allen Ständen, bei allen Parteien, Nationalitäten und Confessionen zahlreiche Freunde erworben, wofür wir als treffendsten Beweis das aus sicherer Quelle fließende Gerücht mitzutheilen vermögen, daß die hiesige Loge, welche 300 Mitglieder zählt, die aber unsere Glaubensgenossen von der Theilnahme ausschließt, bei der Vorgesetzten Loge einstimmig den Antrag stellte, Herrn Russak zur Theilnahme zulaffen zu dürfen. — Höchst bedauernswerth ist es, daß Herr Russak, der zwar, der Nähe seiner Güter wegen, Mitglied der hiesigen Gemeinde ist, der eigentlich aber in Berlin domicilirt, sich der dortigen Reformgemeinde angeschloffen hat, in deren Vorstande er ein diensteifriger Arbeiter ist, und steht deshalb der dortigen alten Gemeinde fern, für die er, vermöge seiner weitgreifenden Bildung und seiner tiefeingreifenden Kenntniß des Judenthums, segensreich zu wirken berufen gewesen wäre. Gnesen, im April 1864. _ff*__ Abfertigung. Auf die malitiöse Annonce des hochgelahrten (!) vr. Wormser — dessen Familien- und Berufsleben man hier zu Lande wohl zu würdigen weiß — erwiedere ich blos, daß ich Gott, dem Lenker meiner Geschicke, danke, der mich auf die Bahn geistigen Fortschritts geleitet; um nicht zu jenen jüdischen Prälaten zu gehören, deren Namen längst verschollen sein wird, indeß die milden Werke und schriftlichen Erzeugnisse der als Schulmänner von frühester Jugend an wirksam gewesenen besseren Rabbinen Deutschlands im guten Andenken bleiben *nn! Ems. Dr. Hochstädter. Bemerkungen. Wir machen darauf aufmerksam, daß der Redaction ein Exemplar jedes Werkes vorliegen muß, von dem ein Referat oder eine Recension in d. Ztg. gegeben werden soll. Die Redaction. Herrn kr. in N.: Wir haben zu der angebotenen Edition keine Gelegenheit. Die Redaction. Jüdisches Volks»latt Ro. 17. im Bilder aus dem Oriente. — Früher und Jetzt. — Wie der galizische Jude den Belagerungszustand beurtheilt. — Anekdote. — NB. Durch alle Buchhandlungen und Postämter zu beziehen. Jährlich 1 Thlr. Vierteljährlich 1/* Thlr. Verlag von Baurngärtner's Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hieschfeld. Verantwortlicher Redakteur: Gottfr. Fritzsche.