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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-02-16 · Heft 8 (16.2.1864) · p. Seite 119

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 8 (16.2.1864)
Date
1864-02-16
Page
Seite 119 (sequence 11)
Language
German
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119 Vergleichungspunkte darbietet, die wahrlich nicht zum Nachtheil unserer Glaubensbrüder ausfallen. Derselbe weist eine Einnahme von 16000 Doll, nach, als Ergebniß der Sammlung des letzten Jahres in dem ganzen Gebiete der Stadt, die eine Gesammtbevölkerung von */* Million beherbergt. Bedenkt man nun, daß die hiesige jüdische Bevölkerung nicht über 1000 Familien, also ungefähr 5000 Seelen beträgt, bedenkt man ferner, daß unter den Israeliten, so wohlhabend deren viele auch sind, doch keiner sich mit den großen hiesigen amerikanischen Häusern, unter denen man nicht nur einige Millionäre zählt, auch nur im entferntesten messen kann, und endlich, daß zu dieser allgemeinen Sammlung auch die Israeliten freigebig beitragen und daß nach dem städtischen Berichte, der die Empfänger der Gaben in einer besondern Rubrik nach ihren religiösen Bekenntnissen aufzählt, sich auch nicht ein Israelit« befindet, der diesen Verein um Unterstützung anging : so stellt dieses alles der jüdischen Mjldthätigkeit ein wahrhaft glänzendes Zeugniß aus. Aber unsere Armen haben es auch nicht nöthig, an fremde Thüren zu pochen, denn außer dem obigen Vereine haben wir noch einen „Frauen-Näh-Verein", (Ladies-sewing-society), der die armen jüdischen Frauen und Kinder mit allen nöthigen Kleidungsstücken versorgt; ebenso existirt hier ein Verein, der das Schulgeld für verwaiste und arme Kinder bezahlt (Society kor educating poor and orphan childern). Und Was uns bis jetzt noch fehlte und hauptsächlich noth that — ein jüdisches Hospital — das werden wir in Bälde erstehen sehen. Der Bauplatz wurde von vier hochherzigen Männern angekauft und dem Bau-Comite zur Verfügung gestellt, in dessen Kasse sich bereits eine Summe von 10,000 Doll, befindet, die täglich durch freiwillige Gaben zunimmt. In einer Sache der Milde nur lassen wir uns von dem Amerikaner überflügeln: es stirbt nicht leicht ein reicher Amerikaner, der in seinem Testamente nicht einige wohlthätige Anstalten, irgend eine Kirche, eine Bibelgesellschaft u. s. w. bedacht hätte, während die Unserigen in ihrem letzten Willen fast nie auch nur eine wohlthätige Anstalt bedenken. Die Judah Tauro's gehören auch bei uns zu den exotischen Pflanzen. Es gibt hier vier große Gemeinden (ein halbes Dutzend Minjanim nicht gerechnet), die trotz der Verschiedenheit ihres Gottesdienstes in Frieden und Eintracht nebeneinander leben und ganz besonders, wenn es allMieine Zwecke gilt, aufs beste Harmoniken. Auch die sogenannten orthodoxen Gemeinden, die früher sich nicht beruhigen konnten, wenn der -,Tn eine Sarko Segol mit einer Mahpach Paschto verwechselte, bringen nun gerne alle Opfer zur Veredlung und Verschönerung ihres Gottesdienstes. So hat, um nur ein Beispiel anzuführen, die Gemeinde Oheb-Israel, unter den hiesigen Gemeinden die größte (sie zählt 180 regelmäßige Mitglieder und über 100 Sitzmiether), Herrn Isaak Leucht aus Darmstadt als ihren zrn verschrieben, durch welchen der Gottesdienst dieser Gemeinde nicht wenig gewonnen. Herr Leucht ist ein junger Mann von tüchtiger, musikalischer Ausbildung (ich kenne so manche Drnn, die sehr wenig Ausaber desto mehr Einbildung haben), mit einer herrlichen Stimme und einem ausgezeichneten Vortrage. — Ich hätte Ihnen noch manches zu sagen, aber ich sehe, der Brief ist länger geworden, als ich es beabsichtigt, darum für diesmal — genug. Portugal. Lissabon, im Januar. Nach einigen öffentlichen Blättern, zuletzt nach den ärcb. isr. hat Herr Jordao, Minister des Innern in Portugal, den Cortes einen Gesetzentwurf über allgemeine Religionsfreiheit vorgelegt. Bekanntlich, wie auch in dieser Zeitung wiederholt schon mitgetheilt worden, besteht in Lissabon schon lange wieder eine zahlreiche israelitische Gemeinde, zumeist aus Juden von Afrika bestehend und im Besitz eines Tempels und eines Gottesackers. Sie ist aber immer noch nur stillschweigend geduldet und daS Berbannungsdecret ist noch nicht officiell aufgehoben. Neu-Seeland. Dunediu, im October. (1. 61»-.) Eine neue israelitische Gemeinde hat sich zu Dunedin in Neuseeland gebildet. Die dortigen Israeliten haben schon mehr als 8000 Thlr. zum Bau einer Synagoge gesammelt und einen Baugrund dazu in der Mitte der Stadt gekauft für 3200 Thlr. Auch haben sie zum Cultusbeamten den Reverend Isaacs aus Ballarat (Victoria) angestellt. Da sie noch keine Synagoge hatten, haben sie die letzten großen Feste in der Freimaurerloge gefeiert, woselbst 250 Glaubensgenossen zugegeu waren. 8**

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