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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-05-09 · Heft 19 (9.5.1882) · p. Seite 314

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 19 (9.5.1882)
Date
1882-05-09
Page
Seite 314 (sequence 14)
Language
German
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Curiosa aus Nordamerika. Der „Täglichen Deutschen Zeitung", die seit 34 Jahren in New-Orleans erscheint, entnehmen wir, daß am 26. März eine große Versammlung von Pastoren aller protestantischen Secten in New-Orleans gehalten wurde, um bei der Legislatur von Louisiana ein Gesetz über die möglichst strengste Sonntagsfeier zu erwirken. Von jüdischer Seite war Rabbiner Gutheim und von katholischer, als Vertreter des Erzbischofs Perche, Dr. Brickell erschienen. Was nur an Polizeimaßregeln für die peinlichste Sonntagsfeier erdacht werden kann, wurde von der Versammlung angenommen. Da trat Rabbiner Gutheim auf und erklärte den Herren Reverends, daß er mit Nichten - einverstanden sei mit ihrer Absicht, eine religiöse Sabbathfeier durch Staatsgesetze erzwingen zu Wollen. Er gab zu, daß die anständige, geräuschlose Feier eines Ruhetages-unter sieben sehr wünschenswerth sei, und daß der Christ seinen, der Jude seinen Sabbath feiern sollten, Jeder für sich. „Aber", fügte Rabbiner Gutheim hinzu, „ich verwarne Sie dagegen, die Hilfe der Legislatur zur Durchführung des Werkes anzurufen, welches Sie Vorhaben. Ich bin ein entschiedener Gegner von Allem, das auch nur im Entferntesten wie eine Verquickung von Staat und Kirche aussieht. Lassen Sie die Staatsgewalt aus dem Spiel, und verlassen Sie sich lediglich auf Ihre eigenen Bemühungen, die öffentliche Meinung aufzuklären und zu Ihren Ansichten heranzuziehen!" — Den vorliegenden Beschlüssen beizustimmen, lehnte Herr Gutheim ab. Der abkühlende Eindruck, den diese höchst zeitgemäße und verständige Erklärung des jüdischen Rabbiners gemacht hatte, sollte aber noch verstärkt werden. Dr. Warren Brickell, welcher sich als der vom Erzbischof Perche'zu dieser Conferenz abgesandte Vertreter der katholischen Kirche vorstellte, erklärte der Versammlung, er habe „mit innigster Freude" die'Aeußerungen Dr. Gutheim's vernommen, die er und seine Kirche ganz und gar theilten. Auch Dr. Brickell verwarnte die Herren Pastoren, sich nicht mit der Gesetzgebung einzulassen, sondern sich nur auf moralische Einflüsse zu verlassen, auf das Wirken in unserm Familienkreise, um ein moralisches Reformwerk wie dieses, das nur auf dem Wege der Güte, der milden Üeberredung Erfolg haben könne und dürfe, durchzuführen. Auf diese beiden bedeutsamen Erklärungen der anwesenden und berufenen Vertreter unserer jüdischen und katholischen Religions-Genossenschaften hatten die protestantischen Reverends kein einziges Wort der Erwiederung. Sie mochten' fühlen, daß sie nicht im Stande sein wurden, mit ihren Nus der zweihundert Jahre alten Rumpelkaniwer der finsteren Plymouth Rock Puritaner hervorgeholten Sophismen gegen die von einem Juden und von einem Katholiken erhobenen Stimmen der Vernunft und Toleranz aufzukömmen. Unsere Leser werden sich erinnern, daAein gewisser Judge Hilton, als Testamentsvollstrecker von A. T.- Stewart, dem Inhaber eines großen Engros- und Detail-Manufacturgeschäftes und anderer Unternehmungen, die Juden ausnahmslos von dem fashionablen Seebad Manhattan-Beach, das dem Stewart gehörte, ausschloß, was großen Skandal erregte. Die Juden rächten sich dafür und blieben aus allen seinen Geschäftslocalen weg, und zwar zuerst die Engros- Käufer aus New-Iork und den Provinzen, alsdann die große jüdische Kundschaft aus der City selbst. Die Folge war, daß zuerst das Engros-Geschäft und jetzt auch die ungeheure Detailhandlung geschlossen wurden. Anzeigen. Tu COVO fn werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitgeile ■berechnet und müssen für die nächst- XllOC/I Cttü folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Exped. von R. Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Cöln etc', zu adressiren. Pensionat und höhere Töchterschule von Frau Dr. lererson. Hannover, Thiergartenstr. 4. Aufnahme von Zöglingen zu jeder Zeit. Näheres durch Prospecte. [5188] Zwei Vacanzen zu ermäß. Preisen für junge Mädchen, die Hauswesen erlernen u. sich in Sprachen u. Musik vervollkommnen wollen. Brüssel. Rue Defacz 22 & 24. Pensionat und höhere Töchterschule, geleitet von Frl. Bloemendal. Gewissenhafte Pflege. Vorzüglicher Unterricht. Schnelle Erlernung der fremden Sprachen. Besondere Rücksicht auf musikalische Studien. [F. 6860] Für ein junges Mädchen aus guter Familie, welches Haushalt und Geschäft erlernen will, wird Stelle gesucht. Auskunft ertheilt [6620] A. Steinweg, Lehrer in Rheäa, Westfalen. Ein solider junger Mann, Ist., der bereits Schneider- oder Putzmacher-Kundschaft in Schlesien und Lausitz besucht Hat-.wird zu engagiren gesucht. . Adressen mit Angabe der bisherigen Stellungen sub L. 10 beförd. Rudolf Mosse, Frankfurt a. Oder. [B. 6769] Zürich. [7021] Zsr. Knaben-Ponswnat. Rekt. Landau, Predig. ..der jüd. Gemeinde. E. dtsch. gbldt. j. Dame (mos.) sucht Stellg. i. ei. Fam. (am liebst. Frankr. od. Schweiz). Erth. Untere, i. all. Fach. Handarb.,mnsik. Ausk. erth. gut. Dr. Rülf, Memel. Off. unt. J. Y. 4321 bef. Rudolf Mosse, Berlin SW, [B. 6901] Ein Kind oder eine ältere Person findet Verpflegung bei Frau Jacob Abraham in Bhcinbach &et Bonn. v

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