Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 43 (1879)
- Issue
- Heft 31 (29.7.1879)
- Date
- 1879-07-29
- Page
- Seite 493 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3227231-3227263--37342-3256742- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
493 Keine Vorstellung der Eltern hals dagegen. Wie oft geschah' („Megillath-Echa",) in der Mendelssohn'schen Ucbcrsetzung eines, daß, während wir um den zwar strengen, aber von uns; studirt und wie üblich, satzweise Text und Version von jedem geliebten Lehrer im stillen Oberstübchen unsres Elternhauses j Schüler vorgetragen. Der Mann, der in der heiligen Schrift versammelt waren, plötzlich von einem der Hausbewohner das, nicht unkundig sein mochte, spitzte die Ohren, denn er schien Signal gegeben wurde, die Polizei sei in Sicht. Da sehe ich : denselben nicht recht zu trauen, daß das, was er zu vernehmen noch den guten H kreideweiß erblassen, jählings aufstehen, die 'bekam, eine Echa-Erklärung, ja überhaupt ein jüdischer Bibel- Bücher bei Seite in einen Versteck tverfen und zur eiligen - unterricht sei. Diese Laute und Ausdrücke waren also — dies Flucht in die verborgensten Räume des Hauses commandiren erkannte er nur zu bald — das verketzerte „Teutsch" des ruch- und so mit dem Schrecken im fahlen Gesicht unter heftigem j losen „Mosche Dessauer", (so hieß Mendelssohn noch im Munde Zittern'und Beben die Ankunft des Polizeimannes und vielder polnischen Juden); er entsetzte sich darüber, daß man sich leicht seine Abführung in's Gefängniß, wie ein auf frischer nicht scheue, das abgöttische Idiom in Verbindung mit dem That ergriffener Verbrecher, erwarten. Ost blieb es nur beim! heiligen Text auszusprechcn und noch dazu so nüchtern, ohne blinden Schrecken, oft wurde der Mann des Gesetzes durch, den üblichen Singsang, ohne Kopsbewegung tmb Gliederschütteln rasche Intervention der Eltern bcschivichtigt und drückte ein - und vor Allem ohne den sogenannten „Ehibbur" d. h. die Auge zu. Auf die Länge war die Position aber dem guten; coinmentirenden aussührlichen Zusätze und Erläuterungen zu Lehrer unerträglich, sein gutes Werk so im Finstern betreiben! jedem Tertworte nach Thalmud und Midrasch. Eine Zeit und wie ein heimlicher Missethäter vor dem Rascheln jedes! lang gab der gute Mann seine nicht zu verhehlende Entrüstung Blattes zusammenfahren zu müssen. Er gab seine Stellung durch allerlei Interjektionen kund. Als wir endlich zu dem auf, um seine Vorbereitung für die Lehrerprüfung anderswo j Verse kamen, der in der Mendelssohn'schen Uebersetzung also zu beenden. i lautet: „Feuer sandte er in meine Gebeine, ha wie wüthet Eine andere Scene, die auf unfern so streng verpönten es da"! und der Lehrer uns anleitetc, diese Stelle mit em- Verkehr mit dem Geiste Moses Mendelssohn's ein tragikomisches phatischein Nachdruck zu dcclanuren, da hatte das Entsetzen, des Streiflicht wirft, will ich auch noch kurz erwähnen. Eines Polen seinen Gipfel erreicht. Mit dem schrecklichen Zuruf an Tages im Hochsommer, und zwar um die Zeit des Fasttages uns: „Ja, das Feuer vom Himmel wird auf Euch hcrabfallcn vom 9. Ab (Zerstörung Jerusalems) hielten wir unsre Lectivnen und Euch verderben, wie Korah und seine Flotte, wegen solcher im Hause einer der mitbetheiligtcn Familien ab, deren Ober- Gotteslästerung", lies er davon und schlug die Thüre hinter Haupt ein ausgedehntes Waarengeschäft betrieb, und zu dem sich zu. Was Wunder auch, selbst unter unsren Landsleuten auch viele fremde Kunden aus dem benachbarten Polen kamen, waren noch Viele, welche die von Mendelssohn gebrauchte Ein solcher betrat nun unser Lehrzimmer, bat höflich dort die \ Bezeichnung „Der Ewige" für eine Blasphemie hielten und Rückkehr des augenblicklich ausgcgangcnen Hausherrn abwarten nicht zu bewegen gewesen wären, dieses Wort in den Mund und unterdeß unserem Unterrichte beiwohnen zu dürfen. Es > zu nehmen." — Hiermit schließen wir diesen Auszug, indem wir wurden eben, der Zeit angemessen, die Klagelieder Jeremia's j aus den ganzen Artikel in dem angeführten Kalender verweisen. Anzeigen. sind ausschliesslich an die Aniu>iiceit-Kxiiedi(ion von Rudolf Mosse in oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Chemnitz. Cölsi a Rh.. Dresden, Frankfurt aM., Halle aS« Hamburg:. London, Magdeburg;, München. .Niiritherg, Baris, Prag?, Strassburg; i K., Wien. Zürich zu adressiren. Die immer noch vacante Stelle eines ersten Eultusbeamien Durch die Versetzung des Herrn Ikabbiner Br. an unserer Gemeinde, dessen Functionen darin bestehen, daß nach Troppau ist in unserer Gemeinde die Stelle des er Cantor (Vorbeter. und geprüfter Religiont-lehrer sein muß, Rabbiners vacant. Dieselbe ist aus 1 «»;"»<» Mark sirirtes Einvon Zeit zu Zeit einen deutschen Vortrag zu halten verpflichtet kommen erlusive Nebcuciukunste nvrmirt. — Derselbe hat tägist und erforderlichen Falles den Schauchct zu vertreten hat, lich eine Stunde Religionsunterricht neben seiner amtlichen soll spätestens zum l. September d. I. besetzt werden. s Function zu erthcilen. Bewerber wollen sich melden, lllcise- Das Gehalt beträgt sixum 1dlMark nebst freier Wohnunglosten werden nicht vergütet, und einigen Nebeneinkünsten. I I>ereut, West-Preußen, Juli 1871». Bewerber ivvllen schleunigst ihre Meldungen spätestens j />. />. Bereut, bis 5. August d. I. unter Einreichung ihrer Zeugnisse an den' Zu den bevorstehenden hohen Feiertagen, wird von der Unterzeichneten Borstand richten. _ | hiesigen Gcincindc ein 7Äorbeter gesucht. Bewerber Uwllen Reisekosten werden nur im Falle eines Engagements vergütet., dieserhalb wenden an (SirJtii Schhnve i. Pr., JO. Juli 1.S79. | Heu Vorstand der israel. Gemeinde Der Vorstand der Synagoge it-Gemeinde, I zu Sieruherg i Meckl.